Einstieg in die Cloud beschleunigen

15. Oktober 2012 von Klaus Rathje 0

Foto: Privat

 Die Vorteile einer Server-Virtualisierung haben sich in den Rechenzentren weltweit längst herumgesprochen. Das Thema Software-Virtualisierung ist schon weniger bekannt. Fujitsu ist diesen Weg vor einigen Jahren mit der Infrastrukturlösung FlexFrame for SAP gegangen. Volker Sommer, Solution Manager für FlexFrame for SAP bei Fujitsu, erklärt im Interview, wie er Administratorenherzen höher schlagen lassen will.

SAP.info: FlexFrame ist ja nicht nur älter als Cloud Computing, sondern auch älter als Server-Virtualisierung. Trotzdem punktet Ihre Lösung bereits mit einem deutlichen Plus an Flexibilität.

Volker Sommer: Ja, da waren wir unserer Zeit tatsächlich voraus. FlexFrame for SAP bewirkt eine höhere Verfügbarkeit, denn man benötigt nicht mehr für jedes SAP-Modul einen eigenen Server. Das heißt, jeder SAP-Service kann auf jedem beliebigen physikalischen oder virtuellen System laufen. Zudem kann ich Spare-Server über die gesamte IT-Landschaft sharen.

Somit sparen SAP-Anwender also Hardware ein?

Ja, ein großer Vorteil dieser Software-Virtualisierung liegt darin, dass ich bestimmte SAP-Services sozusagen parken kann. Das heißt, ich kann beispielsweise ein nicht benötigtes Entwicklungssystem einfach abschalten und dann auf ein Speichersystem verschieben. Die Server-Ressource steht dann einem anderen Service zur Verfügung. Praktisch ist dies auch bei Services, die immer nur temporär eine bestimmte Last beanspruchen, wie es bei den Gehaltsläufen im HR-Bereich der Fall ist. Hier kommt es einmal am Monatsende zu einer sehr großen Last – wofür der hierfür zuständige Server ausgelegt sein muss –, aber den Rest des Monats benötigt dieses System vielleicht nur auf fünf Prozent der Server-Leistung. In einem FlexFrame-Umfeld könnte man diesen SAP-Service kurz vor dem Gehaltslauf auf einen leistungsfähigen Server verschieben für seinen Hauptjob – und danach wandert er wieder in eine Parkposition.

Wie behalte ich da die Übersicht?

Ich kann über eine zentrale Konsole sehen, auf welchem System, welcher Service läuft und welchen „Verbrauch“ der gerade hat und kann danach die Server-Ressourcen verteilen. Es ist also leicht zu managen.

Fujitsu wirbt ja damit, die Administration von SAP-Umgebungen deutlich zu beschleunigen. Wie sieht das konkret aus?

Ein wesentlicher Aspekt von FlexFrame liegt darin, dass wir viele Administrationsaufgaben, die standardmäßig anfallen, über Skripte automatisiert haben, die selbständig ablaufen. Wenn etwa ein neues System aufgebaut werden soll – das kann eine neue virtuelle Maschine sein, die unter VMware startet, oder auch ein zusätzlicher physikalischer Server –, dann geschieht der gesamte Ablauf automatisiert. Das bedeutet, die neue Ressource wird mit einem Betriebssystem versehen ins Hochverfügbarkeitssystem eingebunden und  es werden Speicher-Ressourcen zugewiesen. In einer traditionellen IT-Umgebung kann es schon mal passieren, dass es eine ganze Woche braucht, um Systeme so vorzubereiten, dass eine SAP-Installation stattfinden kann. Bei FlexFrame dauert dies in der Regel nur ein bis zwei Stunden, bis ein neues SAP-System zur Verfügung steht.

Wie hoch ist der Aufwand, FlexFrame zu implementieren?

Hierfür hat Fujitsu ein Service-Portfolio. Das geht los bei Workshops beim Kunden bis hin zum Staging einer kompletten Umgebung bei uns in Augsburg. Wir bauen das einmal bei uns auf und liefern dann eine vorgetestete, sofort einsetzbare Umgebung. So geschehen bei einem FlexFrame-Kunden von uns aus dem Bankensektor. Dieser hatte im letzten Jahr eine Ausschreibung über eine neue Infrastrukturlösung mit der Maßgabe, vorab in einem Benchmark zu beweisen, dass die angebotene Lösung auch leistungsfähig genug sein würde. Hier haben wir eine genaue Analyse gemacht vor dem Sizing und dann eine FlexFrame-Umgebung nach den Paramatern des Kunden bei uns aufgebaut. Nach drei Tagen waren wir soweit, den Benchmark starten zu können. Unserer Mitbewerber brauchten bis zu acht Wochen, um überhaupt ins Rennen einsteigen zu können.

Auf der nächsten Seite: Der Plan für die nächsten Jahre

Welche Kundengrößen decken Sie mit FlexFrame for SAP ab?

Unsere Lösung läuft ja auf klassischen Intel-Standard-Servern, wie sie auch in kleineren Unternehmen zum Einsatz kommen. FlexFrame ist auf unseren Fujitsu PRIMERGY Servern vorinstalliert. Für Umgebungen mit bis zu zehn SAP-Systemen haben wir mit FlexFrame Compact for SAP übrigens eine kostengünstige Einstiegsvariante auf den Markt gebracht. Wir haben weltweit über 300 FlexFrame-Kunden, darunter befinden sich sehr viele Hoster wie Lufthansa Systems mit mehreren hundert Servern, aber auch kleinere Firmenkunden, die ihre gesamte SAP-Landschaft auf zwei oder drei Servern unterbringen. Auch für kleinere Unternehmen macht FlexFrame Sinn, denn ich muss gar nicht mehr so viel SAP-Know-how im Unternehmen haben. Selbst unsere ältesten FlexFrame-Kunden, die teilweise stark gewachsen sind in den letzten Jahren, sagen uns, dass sie trotz stark erweiterter IT-Umgebung nie ihre Administrationsmannschaft aufstocken mussten, mit der sie FlexFrame betreuen.

Was ist Ihr FlexFrame-Masterplan für die nächsten Jahre?

Zunächst einmal freut es uns, dass einige unserer FlexFrame-Kunden unsere Lösung als Basis für ihre Private Cloud verwenden. FlexFrame lässt also Cloud-Visionen Realität werden. Damit haben wir den Sprung in die IT-Zukunft also bereits gemacht. Als nächstes planen wir die Integration der In-memory-Datenbank SAP HANA. Wer also jetzt auf FlexFrame for SAP setzt, kann sicher sein, dass seine Umgebung optimal vorbereitet ist auf SAP HANA.

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