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SAPrising People: Auf der Jagd nach dem Licht

28. Oktober 2016 von Devyani Bhattacharjee 12

Seine Leidenschaft führte Fotograf Jens Klettenheimer bis in arktische Regionen, immer auf der Jagd nach den faszinierenden Polarlichtern.

Tagsüber findet man Jens Klettenheimer hinter seinem Schreibtisch. Von dort aus kümmert sich der Experte für SAP Enterprise Analytics um Kunden und andere Stakeholder. In seiner Freizeit tauscht er Laptop gegen Kamera und Objektiv. Denn fotobegeistert war Jens eigentlich schon immer. Er kann sich noch gut daran erinnern, wie er im Alter von acht Jahren seine erste Kamera bekam und kleine Super-8-Filme drehte. Es sollte jedoch immer nur ein Hobby bleiben. Denn auf eigenen Wunsch studierte er Mathematik.

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Mit dem Siegeszug der Digitalfotografie und neuer Kameratechnologien zu Beginn des neuen Jahrtausends änderte sich alles. Jens ahnte, dass sich die Möglichkeiten kreativer Bildgebung immens erweitern und weit über konventionelle Porträtfotos und Landschaftsaufnahmen hinausgehen würden. Es reizte ihn, diese neuen Möglichkeiten zu erkunden, wobei sein Interesse stetig wuchs – ebenso wie der Wunsch, die Natur auf zunehmend komplexe Weise abzubilden.

Eines Tages entdeckte Jens die Landschaften Islands und der norwegischen Lofoten für sich. Das veränderte sein Leben: Fortan richtete er seine fotografische Aufmerksamkeit überwiegend auf arktische Regionen. Er reiste aber nicht nur, er beschäftigte sich auch mit Kameras, belegte Kurse und wurde schließlich zum Experten für die speziellen Techniken und besonderen Anforderungen der Fotografie in arktischen Gebieten. Er veröffentlichte einen Fotoband; sein Name wird regelmäßig in den Sozialen Medien und Fotopublikationen genannt. Jens‘ Seite 500px.com, ein bekanntes Portal für Fotografie, verfügt über 75.000 Follower.

Auf der Jagd nach dem Licht

Heute teilt Jens sein Wissen mit anderen Fotoenthusiasten. Jedes Jahr bietet er fünf- bis sieben einwöchige Workshops für kleine Gruppen mit einer Exkursion an den Polarkreis an. Die Teilnehmer sollen selbst in den Genuss der magischen Lichterscheinungen kommen. Für eine unmittelbare Naturerfahrung fährt und wandert die Gruppe durch entlegene und ursprüngliche Landschaften Islands und der Lofoten. Die Teilnehmer lernen dabei etwas über Bildkomposition, den gezielten Einsatz von Filtern, die beste Einstellung für Polarlichter und Bildnachbearbeitung. Und natürlich nehmen sie nebenbei stundenlang die Umgebung und das Licht auf.

Island und die Lofoten

Island liegt am Polarkreis und ist berühmt für seine vielfältige Landschaft, die von Eis, Vulkanen, Gletschern, Stränden, Bergen und Wasserfällen geprägt ist. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte (334.000 Einwohner) bieten sich Fotografen noch zahlreiche unberührte Landschaften.
Die Lofoten befinden sich im Norden Norwegens. Sie liegen etwa 300 km südlich vom Polarkreis und sind bekannt für ihre beeindruckenden Fjorde und hohen Berge.

In beiden Ländern kann man das außergewöhnliche Phänomen der Polarlichter bewundern.

Polarregionen sind allerdings nicht ohne. Jens und seine Mitreisenden müssen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein, um vor Sonnenauf- oder Sonnenuntergang die Lichtbedingungen optimal nutzen zu können. Sie müssen Minustemperaturen in Kauf nehmen, Eisbergen und Stürmen trotzen und sich nach dem ständig wechselnden Licht richten. Deshalb freut es Jens besonders, dass viele seiner Teilnehmer „Wiederholungstäter“ sind oder auf Empfehlung ehemaliger Teilnehmer mitkommen. „Polarlichter zu fotografieren, stellt eine besondere technische und künstlerische Herausforderung unter unberechenbaren Wetterbedingungen dar. Es erfordert eine spezielle Bildkomposition mit Langzeitbelichtung, bei der man gleichzeitig Blende, ISO-Wert und Brennweite aufeinander abstimmen muss. Das macht diese Form der Fotografie zu einer schwierigen aber spannenden Herausforderung im Umgang mit dem Licht“, meint Jens.

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Es sei eine große Befriedigung, zu sehen, wie die Fähigkeiten der Teilnehmer während der Woche sichtbar zunehmen, ganz zu schweigen von dem hohen Maß an Motivation bei allen. „Das lässt einen die Herausforderungen ein wenig leichter bewältigen“, sagt Jens und lacht. Kundenzufriedenheit ist schließlich Jens erklärtes Ziel, auch bei SAP. Manche der Fähigkeiten, die er bei den Workshops erworben hat, helfen im Umgang mit schwierigen Kunden in seinem Arbeitsumfeld. Umgekehrt findet Jens, dass die neuen Erfahrungen und die Energie, die er aus den Workshops mitbringt, ihm wiederum bei der Arbeit helfen.

Alle Strapazen wert

Was sind Polarlichter? Bei den hellen, zuckenden Polarlichtern handelt es sich um eine Entladung elektromagnetischer Sonnenpartikel beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Die Lichtererscheinungen treten über den magnetischen Polen der nördlichen und südlichen Halbkugel auf. (Quelle: Northern Lights Centre)

Die flackernden Polarlichter sind meistens grün und schimmern gelb oder blau.

Die Fotografie ist zeitaufwändig. Jens reist viel. Das kostet wertvolle Urlaubstage, die Jens nicht mit seiner Familie verbringen kann. Außerdem kann es gefährlich sein, sich ständig im Freien auf unbekanntem Terrain zu bewegen. Die Teilnehmer des Workshops sind daher auch dazu angehalten, auf ihre Ausrüstung zu achten. Jens erinnert sich zum Beispiel an einen Teilnehmer, der in Island sein Stativ am Rande der Gletscherlagune Jökulsárlon aufgebaut hatte. Plötzlich spülten starke Wellen einen großen Eisbrocken an den Strand, der das Stativ zerdrückte und den Teilnehmer am Bein verletzte. Glücklicherweise musste er nicht ins Krankenhaus.

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Schwund gibt es allerdings schon. Bei jedem Workshop gehen entweder Linsen zu Bruch, Filter werden beschädigt oder Stative knicken um. Doch das schreckt weder Jens noch die Teilnehmer. Jens: „Wer diese unglaublichen Polarlichter einmal gesehen hat, ist nicht mehr derselbe. Dieses ausgedehnte Naturerlebnis erfüllt einen mit einer großen Freude und hilft einem, seine innere Mitte zu finden.“

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