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Mobile: Gartners Prognose für 2015

6. Januar 2015 von Andreas Schmitz 0

Hybride Architektur nutzen, indirekte Kosten wahrnehmen, Inhalte auf allen Geräten verfügbar machen: Gartners Sicht auf die bevorstehende Mobile-Entwicklung 2015.

Man sieht sie immer weniger – die schwarzen Blackberrys, die vor wenigen Jahren noch die Flure der Unternehmen beherrschten. Heute sind es Smart Phones von Samsung, Apple, Microsoft und Google, die die Blackberrys häufig bereits abgelöst haben. Hinzu kommen Tablets, besonders das iPad von Apple, das in der Gunst der Belegschaften steht. Nach Ansicht von Gartner-Analyst Rob Smith tut sich derzeit viel auf dem Markt der mobilen Geräte und die Strategien passen sich dieser Entwicklung möglichst flexibel an. Die Auswahl an Geräten ist so groß wie die Vorlieben der Anwender, die zwischen Unternehmens- und Privatanwendungen hin- und herwechseln und daher hohe Erwartungen an die Benutzerfreundlichkeit haben. Dem IT-Chef bleibt oft nichts anderes übrig, als sich den immer neuen Bedürfnissen zu stellen und eher taktisch als strategisch zu adressieren.

Welche Entwicklungen sind aktuell im Gange und welche Rolle werden sie 2015 spielen?
  1. Apple-Geräte bleiben am beliebtesten, Windows holt auf: Zwar ist Android unter den drei weltweit bedeutendsten mobilen Betriebssystemen zahlenmäßig am meisten vertreten, doch dominiert in den Unternehmen weiterhin Apples Betriebssystem iOS. Insbesondere das iPad dominiert auf den Unternehmensfluren. Doch zeigen Unternehmen zunehmendes Interesse an Windows 8.1 und Windows 10. Der Grund liegt darin, dass es einfacher ist, ein Betriebssystem über sämtliche Anwendungen hinweg im Unternehmen im Einsatz zu haben.
  1. Bring Your Own Device (BYOD) wird zu Choose your own Device (CYOD): BYOD-Initiativen haben Mitarbeiter zufriedener gemacht, ihre Produktivität erhöht und den Zugang zu mobilen Anwendungen insgesamt ausgeweitet. Allerdings kämpfen Unternehmen weiterhin mit Sicherheitsbedenken, mit der zunehmenden Komplexität im Support wie auch mit der Bereitstellung entsprechender Anwendungen. Die Lösung heißt „Choose your on device“ (CYOD). Die Mitarbeiter, so der Gedanke hinter der Wahloption, können sich aus einer Liste von Geräten das passende aussuchen. Das garantiert, dass das Unternehmen hier einen optimalen Support leisten kann und von den Geräten keine Gefahr ausgeht. Das Unternehmen macht die Anzahl der mitgebrachten Geräte überschaubar und die Komplexität beherrschbar. Allerdings – so der Tipp von Gartner – sollten sämtliche Geräte auch für den privaten Gebrauch eingesetzt werden dürfen. Ansonsten käme es durch die Hintertür doch wieder zum Einsatz eigener Geräte.
  1. Beschleunigung von Updates und Software-Versionen: Ständige Softwareaktualisierungen machen es dem Unternehmen fast unmöglich, die Menge an Supportaufgaben zu bewältigen. Allein Apples Betriebssystem iOS wurde in den vergangenen 12 Monaten 16 mal überholt, die quelloffene Software Android verzeichnete gar fast 19.000 unterschiedliche Releases, dreimal so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Der Kommentar von Gartner-Analyst Rob Smith: „Sie können sich auf nichts verlassen und sind gezwungen, die Entwicklungen mitzugehen und möglichst flexibel zu bleiben“.
  1. Mobile Content Management kommt: Bislang haben Unternehmen diverse Bausteine des so genannten Enterprise Mobility Managements im Einsatz. Dazu gehört etwa das Mobile Device Management, in dem die genutzten Geräte registriert und angemeldet sind, der Personal Information Manager mit dem Zugriff auf Emails und SMS oder das Identity Access Management. Was bislang bei 90 Prozent der Unternehmen fehlt, ist ein einheitlicher Zugriff auf sämtliche Daten. Egal ob via Tablet, Smartphone, Laptop oder PC: Der Status der Daten wäre dann von allen Geräten aus gesehen exakt der Gleiche. Ein entsprechendes „Content Management“ bringt die diversen Einzelsysteme unter ein Dach. Das reduziert die Komplexität und vereinfacht die Arbeit.
  1. Hybride Systeme kommen: Die Komplexität im Management von mobilen Geräten rührt vor allem daher, dass Unternehmen versuchen, Prozesse zu kontrollieren, die nicht in ihre Hand gehören. Werden neue Releases und Updates vom Erzeuger der Software von Google, Apple und anderen via Cloud eingespielt, hat das Unternehmen mit dieser Sache nichts zu tun. Gleichzeitig lässt sich über ein „On-Premise-Gateway“ ein Zugang zu den lokalen Systemen schaffen. Gartner hält den hybriden Ansatz für die beste und einfachste Lösung im Umgang mit mobilen Systemen. Zudem verringert er die Komplexität des Systems und hat den Vorteil gegenüber dem reinen On-Premise-Ansatz, dass die eingesetzte neueste Softwareversion über die Cloud meist mindestens vier Wochen früher verfügbar ist. Cloud-Nutzer sind somit am innovativsten.
  1. Höhere Sensibilität für indirekte Kosten: Es ist keineswegs so, dass BYOD-Strategien dem Unternehmen Kosten einsparen. Im Gegenteil: Unter anderem wegen des Einsatzes entsprechender Registrier- und Kontrollmechanismen oder dem Einsatz von „Containern“ setzen die Unternehmen die Kosten sogar geringfügig höher an, als ohne eine BYOD-Strategie. Nicht in die Kostenbetrachtung mit eingeflossen ist die Tatsache, dass die Mitarbeiter zufriedener sind, entsprechend motivierter – sie also lieber zur Arbeit gehen und deshalb auch bessere Qualität abliefern. Weiterer wichtiger Faktor: Unternehmen, die die Mitarbeiter kontinuierlich im Umgang mit mobilen Geräten schulen, können die Kosten um bis zu 90 Prozent senken. Beispiel WLAN bei Starbucks: Schnell ist eine App heruntergeladen, doch ob sie sicher ist oder sich als Malware entpuppt, ist vielen unklar. In Asien ist dieses „Problem“ fast ausschließlich über Aufklärung in den Griff zu bekommen: Denn hier gebe es, so die Ansicht von Gartner-Analyst Ron Smith, keine Hemmung, sich auch so genannte Root-Berechtigungen einzurichten. „Rooting“ ermöglicht, Anwendungen und Einstellungen vorbei am Administrator zu verändern – ein Horrorszenario für ein sicherheits- und kostenorientiertes Unternehmen. Das Bewusstsein für die verdeckten finanziellen Vorteile wird 2015 steigen.

Was mobile Geräte heute leisten sollten:

 

 

 

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