Die M2M-Kommunikation kommt

26. Februar 2013 von Uta Spinger 0

Uta Aufmacher

Stellen Sie sich vor, Fahrzeuge, Container, Alarmanlagen, Automaten, Smartphones, TV-Geräte, Kühlschränke kommunizieren miteinander? Wie wird sich die Welt verändern? Einen Einblick in dieses Zukunftsszenario und das große Thema der nächsten Jahre – das Internet der Dinge – erhalten die Teilnehmer auf der Messe.

Internet der Dinge wird Realität

Experten schätzen, dass 50 Milliarden technische Geräte bis zum Jahr 2020 weltweit über die Cloud kommunizieren und automatisch Daten zwischen Geräten unterschiedlichster übertragen. Das neue an dieser Maschine-zu-Maschine-Kommunikation: Eine menschliche Interaktion ist nicht mehr nötig. Durch den Mobilfunk ist die flächendeckende Übertragung und Fernsteuerung möglich.

Auch für die SAP und ihre Partner ist die „Networked Society“ das große Thema: Connected Cars, Connected Machines, Connected Cities. Alles ist miteinander verbunden: Unternehmen mit ihren Maschinen, Fahrzeughalter mit ihren Autos, Verbraucher mit ihren Kühlschränken.

Für Hans Vestberg, CEO von Ericsson, ist dies einer der Trends der kommenden Jahre: „Alles wird miteinander verbunden sein, nicht nur Smartphones, sondern auch Autos, Städte oder Stromnetze“, sagte Vestberg auf der gemeinsamen Pressekonferenz  mit SAP, bei der die Partnerschaft angekündigt wurde.

Weiter auf Seite 2: Das Potenzial der M2M-Services

Sanjay Poonen, President Technology Solutions bei SAP, der per Video aus Hawaii zugeschaltet wurde, wo gerade der Winner Circle, stattfindet, teilte ein Beispiel aus seinem Alltag, um zu zeigen, wie intelligente Dinge uns künftig das Leben erleichtern könnten. Falls beispielsweise über Nacht eine Telefonkonferenz mit Europa kurzfristig abgesagt würde, könnte der Outlook-Kalender des kalifornischen Managers seinen Wecker kontaktieren und ihn noch eine Weile schlafen lassen. „Und das ist keine Filmszene aus ‚Zurück aus der Zukunft‘“, so Poonen. „Diese Maschine-zu-Maschine-Kommunikation findet bereits heute in vielen Bereichen statt.“

Vestberg sieht großes Potenzial in globalen M2M-Services, für die Beratungsunternehmen wie Machina Research einen Umsatz von bis zu 200 Milliarden US-Dollar in den nächsten Jahren prognostizieren. Dabei nehmen die Netzbetreiber eine Vorreiterrolle ein, indem sie schnellere Netze bereitstellen. Denn schon dieses Jahr wird die Hälfte aller Mobilgerätekäufer zu einem Smartphone greifen und sich dadurch das Nutzungsverhalten privat und beruflich verändern. Das konnte man beispielsweise beim letzten Großereignis, dem American-Football-Finale Super Bowl, erleben: Die Fans tauschten riesige Datenmengen über ihre Erlebnisse aus. Hier kommt die SAP ins Spiel. Denn die Netzbetreiber brauchen einen Partner, der eine Plattform bietet, die Geräte, Netzwerke und Anwendungen verbinden kann und außerdem Herstellern oder Händlern Analysemöglichkeiten via SAP HANA bereitstellt. Mit diesen Komplettangeboten können Unternehmen Kontakt zu ihren Verbrauchern aufnehmen, mehr Service bieten und ihre Prozesse optimieren.

Software wirkt meist im Hintergrund

Wenn man heute eine Jeans kauft, Schokolade nascht oder Bier trinkt, stehen die Chancen gut, dass all diese Produkte unter Mitwirkung von SAP hergestellt und zum Kunden gebracht wurden. Doch bislang wirkte die Software meist im Hintergrund und war nur Insidern bekannt.

Weiter auf Seite 3: Die Verbraucher-Apps kommen

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona tritt die SAP nun mit Verbraucher-Apps aus diesem Schatten. Wer etwa künftig durstig an einem Getränkeautomaten vorbeikommt und die entsprechende Mobile App auf dem Smartphone hat, erhält via NFC (Near Field Communication) personalisierte Angebote. Zum Beispiel ist die Limonade heute 20 Prozent billiger, und wenn man noch ein Sandwich nimmt, gibt es ein Wasser gratis dazu. Der Hersteller kann so verderbliche Produkte noch rechtzeitig an den Käufer bringen. Bezahlt wird natürlich ebenfalls via Handy, umständliches Suchen nach Kleingeld entfällt. Aber der intelligente Automat kann noch mehr: Er schlägt selbständig Alarm, wenn die Temperatur steigt und die Produkte nicht mehr gekühlt werden, ruft den Techniker oder gibt frühzeitig Bescheid, wenn die Flaschen nachgefüllt werden müssen. Und die Datenbank von SAP HANA liefert dem Hersteller gleich noch weitere Erkenntnisse, etwa zur Standortwahl. Leuchtet es beispielsweise noch ein, dass zuckrige, kalorienreiche Limonaden in Fitnessstudios schlechter gehen, so lassen sich mit den Analysetools natürlich weitaus kompliziertere Muster entschlüsseln.

Neue Mode-App bisher nur in China zu haben

Auch für Fashionistas hat die SAP eine iPhone-App im Angebot. Via Runway lassen sich Lieblingslabels selektieren, zu denen die Modefans Informationen erhalten: Was kostet die neue Coach-Tasche, wo ist sie zu haben und wer bietet eventuell Rabatte? Wie bei Pinterest können Modebewusste auch ihren eigenen Stil präsentieren und so andere Nutzer inspirieren.

„Mit der MyRunway App überbrücken wir die so genannte Shopping-Gap für Konsumenten”, erläutert Elena Hartlieb vom AppHaus in Los Altos. Denn obwohl die meisten heute im Internet und sozialen Netzwerken nach dem neuen Must-Have stöbern, wollen die meisten Leute doch gerne die Produkte im Geschäft anfassen und anprobieren. Kein Problem, wenn man mit seiner Wunschliste ins Geschäft geht. Durch die Integration der Unternehmenslösung werden Modefirmen die Wunschprodukte ihrer Kunden mit Materialdaten wie Verfügbarkeit und Preis aus dem SAP-System zur Verfügung stellen und erhalten dafür die Analysen zu Social-Media-Trends rund um ihre Marke und den Kunden.

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