Apps & Co auf eine Plattform bringen

Feature | 19. September 2012 von Heather McIlvaine 0

Volker Romer, Syclo International, Foto: SAP.info

Über 150 SAP-Kunden und -Partner besuchten am 17. September die achte jährliche NEO Mobile Business Conference (MBC) in Berlin. Die Gastgeber und Mitbegründer der NEO Mobile Business Partners GmbH, Arvin Arora und Jens Beier, beleuchteten in ihrer Eröffnungsrede das zentrale Thema der Veranstaltung: Herausforderungen und Chancen für das mobile Unternehmen. Dabei gingen sie auf bekannte Bedenken ein, etwa die Datensicherheit oder die Unterstützung unterschiedlicher Gerätetypen. Doch sie sprachen auch eine Herausforderung an, die bisher wenig beachtet wurde – die zunehmende Vielfalt an mobilen Anwendungen, die heute in den Unternehmen eingesetzt werden.

Nicht unterschiedliche Geräte – unterschiedliche Plattformen sind das Problem

Die Anzahl der mobilen Unternehmensanwendungen ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Das Spektrum reicht von kleinen Apps für spezifische Funktionen bis hin zu komplexen Anwendungen, mit denen der Nutzer alle möglichen Aufgaben von unterwegs aus erledigen kann. Einige Apps tun ihren Dienst auch ohne Internetverbindung, andere wären ohne die Verbindung zum Netz praktisch zwecklos. Es gibt mitarbeiterorientierte Apps und zunehmend auch für Apps für Kundenkontakte (Business-to-Consumer, B2C). Aber warum schafft diese Vielfalt an Anwendungen ein Problem?

Der Grund dafür ist Ineffizienz. Daher plant SAP die Zusammenführung auf einer zentralen Plattform, die all diese verschiedenen mobilen Anwendungen unterstützt. Die Sybase Unwired Platform (SUP) war beispielsweise ursprünglich für mitarbeiterorientierte Apps in verschiedenen Fachbereichen und Branchen konzipiert. Sybase 365 dagegen deckt B2C-Apps für das Marketing und das Bankenwesen ab. Agentry von Syclo ist wiederum eine viel kleinere mobile Plattform, die sich am besten für hoch spezialisierte Apps für den Außendienst und das mobile Anlagenmanagement eignet. Doch sobald ein Unternehmen die verschiedenen Anwendungstypen parallel einsetzt, ist es plötzlich auch damit konfrontiert, unterschiedliche Sicherheitsrichtlinien, Berechtigungskonzepte und Parameter für den Datentransfer zu verwalten.

In drei Schritten zur neuen integrierten SAP Mobile Platform

Aus diesem Grund plant die SAP, eine einzige integrierte Plattform schaffen, die sie zunächst SAP Mobile Platform (SMP) nennt. Der Fahrplan für die neue Plattform kann sich noch ändern, doch Alexander Arnold, der bei SAP das Center of Excellence for Mobility in der Region DACH leitet, präsentierte bei der Veranstaltung den aktuellen Planungsstand. Laut Arnold soll die Umstellung von derzeit mehreren Plattformen auf die integrierte SAP Mobile Platform in drei Schritten erfolgen.

1. Integration von Sybase Unwired Platform und Agentry

Die Sybase Unwired Platform und Agentry von Syclo, beide für mitarbeiterorientierte Apps (B2E) konzipiert, werden zu SMP 3.0 Enterprise verknüpft. Dies wird es Kunden ermöglichen, ihre mitarbeiterorientierten Apps auf einer einheitlichen Plattform bereitzustellen und zu verwalten. Zum gleichen Zeitpunkt sollen auch kundenorientierte Apps (B2C), die aktuell auf der Plattform Sybase 365 laufen, auf SMP 3.0 Consumer übertragen werden. Darüber hinaus plant die SAP die Einführung von SMP 3.0 Cloud für das Management von Business-to-Employee-(B2E-)Anwendungen.

2. Integration von B2E- und B2C-Anwendungen

Im nächsten Schritt sollen die B2E- und B2C-Plattformen miteinander zu SMP 3.5 Cloud verbunden werden. Die verschiedenen Arten von Anwendungen und Anwendungsfällen können dann wahlweise über ein fest installiertes On-Premise-System oder über die Cloud laufen. Kunden werden zudem eine einheitliche Entwicklungsumgebung für alle Anwendungstypen und einen einheitlichen Satz an Entwicklungswerkzeugen nutzen können.

3. Eine Plattform für alle Anwendungen

Im dritten Schritt will die SAP alle Anwendungstypen (B2E und B2C) und Infrastrukturen (On Premise und Cloud) in einer einzigen integrierten Plattform zusammenführen: SMP 4.0. Auf diese Weise können Kunden künftig für alle Apps, die sie im Unternehmen nutzen, die gleichen Sicherheits- und Berechtigungskonzepte sowie Richtlinien für den Datentransfer anwenden. Außerdem haben Kunden die Möglichkeit, die Plattform mit anderen Produkten aus dem SAP-Portfolio zu verbinden. Eine Integration mit SAP HANA würde es den Anwendern zum Beispiel ermöglichen, Unternehmensdaten in Echtzeit auf ihrem Mobilgerät abzurufen.

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2 comments

  1. Len K

    Hallo liebes SAP.info-Team,

    Auch wenn der Artikel schon etwas älter ist, ist er für mich und meine Thesis, die ich gerade bei SAP schreibe sehr interessant.
    Leider funktioniert der Link auf die Folgeseite nicht (mehr).
    Wäre es möglich, die nötigen Infos wieder verfügbar zu machen, bzw. mir auf anderem Weg zukommen zu lassen?

    Viele Grüße und besten Dank,
    Madlen

    • sapinfo

      Klappt wieder;-) Ihr SAP.info-team

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