Mobility – nach BYOD kommt M2M

2. Juli 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

NEO Business partners

Barcodes von Hand scannen war gestern. Der Lagerarbeiter von morgen trägt eine Datenbrille und liest mit ihr die Kennungen auf Waren ein, indem er einfach seinen Blick auf ein Paket gerichtet hält. Um eine Bestellung aus mehreren Artikeln zusammenzustellen, braucht er keine papierne Packliste mehr. Über einen Knopf im Ohr lotst ihn eine weibliche Stimme auf seinem Hubwagen durch die Halle von Regal zu Regal. Vor dem richtigen Fach angekommen, weist ihn die Stimme an, welches Produkt er in welcher Anzahl aufzuladen hat. Gerät der Wagen des Pickers auf dem Weg zum nächsten Regal auf Kollisionskurs mit einem Kollegen, zeigt das Display seiner Datenbrille eine Warnmeldung, um den Zusammenprall zu verhindern.

Die Szene entstammt einem Video von SAP und dem IT-E-Commerce-Händler Bechtle, das die rund 140 Besucher der Mobile Business Conference von SAP-Partner NEO in Berlin zum Auftakt der zweitägigen Konferenz zu sehen bekamen. Realität ist die aus dem Blickwinkel des Lagerarbeiters gefilmte Arbeitsumgebung in den Hallen von Bechtle noch nicht. Doch mit SAP arbeitet der Händler daran, der Umsetzung näher zu kommen. Was das Projekt beispielhaft zeigt, lässt sich als Botschaft aus der MBC ziehen: Mobiles Arbeiten ist mehr als das iPad mit Vertriebs-App für den Außendienstler – vielmehr geht es um integrierte, durchgeplante Szenarien.

Businessnutzen in Service und Vertrieb

“Der geschäftliche Nutzen von Mobility ist höher denn je”, sagte NEO-Geschäftsführer Jens Beier. Das gelte sowohl für Service und Instandhaltung als auch für Vertrieb und Marketing. Beier und sein Geschäftsführungskollege Arvin Arora folgen bei dieser Ansicht nach eigener Aussage nicht bloß Aussagen von “Auguren und Analysten”, sondern der Praxis in Unternehmen.

Dabei dürften sich einige Aussagen von der Mobile Business Conference für IT-Verantwortliche vieler Unternehmen erst als noch weit entfernter zweiter Schritt anhören. Wies Marktforscher IDC unlängst noch grundsätzlich auf die Wichtigkeit von Mobile Device Management hin, so ist aus Sicht von NEO vieles eher ein alter Hut, was CIOs vielerorts noch Kopfzerbrechen bereitet. Bring Your Own Device? Arvin Arora zufolge “fast ein Standardthema”. Mobile Anwendungen im Unternehmen, ihre Ausrichtung auf verschiedene Plattformen von iOS bis Android: “Klassiker”. Und eine Mobility-Architektur: “muss eigentlich funktionieren”. Derlei Themen sind aus NEO-Sicht erst die Grundlage für den eigentlichen geschäftlichen Nutzen von Mobility-Projekten.

Wichtig bei allein derartigen Initiativen sei, dass Unternehmen “die gesamte Prozesskette” im Blick behielten, so Jens Beier. Statt anwendergetrieben 100 iPads zu kaufen und dann zu überlegen, wo sie sich überhaupt sinnvoll einsetzen ließen, müssten Unternehmen eine solide Mobility-Roadmap entwerfen – schließlich müsse sich die IT-Abteilung dann lange Zeit mit dem Gerätezoo und seinen Einsatzbereichen befassen.

M2M erspart Technikereinsätze

Wohin die Entwicklung bei der mobilen Vernetzung geht, veranschaulicht am NEO-Stand auf der Ausstellungsfläche vor den Vortragssälen das verkleinerte Modelle eines Computertomographen. Regelmäßig müssen Techniker derlei medizinisches Gerät bisher aufsuchen: Messdaten notieren, Fehler erkennen, die Gerätenummer mit den Aufzeichnungen abgleichen. Kommuniziert der Tomograph hingegen direkt mit Überwachungssystemen, werden viele bisherige Vorort-Prüfungen überflüssig. Stattdessen wird die Maschine dauerhaft überwacht, die alle zehn Sekunden erzeugten Messdatenberichte machen die Wartung planbar. Melden Messfühler etwa eine dauerhaft überhöhte Betriebstemperatur, sind Ausfall und Reparatureinsatz abzusehen. Das System erzeugt automatisch eine Meldung ans SAP-System, das sendet eine Nachricht aufs Mobiltelefon des Technikers.

Für Service-Mitarbeiter bedeutet diese zunehmende Vernetzung von Geräten unter Umständen sogar ein Weniger an Mobilität: Statt turnusgemäß von Maschine zu Maschine zu tingeln, rücken sie seltener, dafür gezielt zu notwendigen Einsätzen aus. Außer bei medizinischem Gerät lassen sich durch die direkte Kommunikation zwischen Maschinen beispielsweise auch Kaffeemaschinen in der Großgastronomie überwachen. Über diese Einsatzszenarien können sich die Besucher der Mobile Business Conference von NEO Business Partners auch am heutigen Dienstag noch informieren. Das Tagungsprogramm umfasst eine Reihe von Anwendervorträgen, in denen Unternehmen ihre mit Hilfe von NEO umgesetzten Mobility-Projekte vorstellen.

 

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