Online-Kurs zu mobilen Lösungen

23. August 2013 von Susan Galer 0

Foto: goodluz - Fotolia.com

Foto: goodluz – Fotolia.com

Wie jede bahnbrechende technologische Neuerung haben Massive Open Online Courses (MOOCs) über Nacht unzählige Anhänger und ebenso viele Kritiker auf den Plan gerufen. Einem aktuellen Bericht des Magazins The New Yorker zufolge nehmen elf Hochschulen, die der California State University angeschlossen sind, solche frei zugänglichen Online-Kurse in ihr Lehrangebot auf. Renommierte Universitäten wie Harvard, das M.I.T. und das California Institute of Technology wenden Millionenbeträge für den Ausbau von MOOCs auf. In Europa bietet das Hasso-Plattner-Institut seit letztem Jahr MOOCs an; der jüngste solche Kurs trägt den Titel „In-Memory Data Management 2013“. Unterdessen warnen Kritiker davor, Professoren durch Computerbildschirme zu ersetzen. Die in MOOCs gesetzten Erwartungen seien völlig überzogen; hohe Abbrecherquoten, der beschränkte Zugang zu schnellen Internetverbindungen und noch vieles mehr spreche für die Beibehaltung altbewährter Lehrmethoden.

Im Zentrum der MOOC-Debatte steht der Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten. Kathryn Jablokow, außerordentliche Professorin an der Pennsylvania State University, bereitet zurzeit den Unterricht für ihren ersten MOOC vor. Seit Januar 2013 hat die Hochschule einen Vertrag mit Coursera, einem Anbieter von Lernplattformen. Zu Jablokows erstem Kurs, „Creativity, Innovation and Change“, werden weit mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet – ein Potenzial, das sie mit Spannung und Begeisterung erfüllt. „Mich reizen interessante Vorhaben, die ein gewisses Risiko bergen. Wenn wir eine neue Technologie einführen, die im Vergleich zum Bestehenden gewöhnungsbedürftig erscheint, dann dauert es immer eine Weile, bis die Leute damit zurechtkommen. Das gilt auch für die MOOCs.“

Neuer MOOC: Private Smartphones ins Unternehmen integrieren

Während man in akademischen Kreisen noch über Sinn und Unsinn frei zugänglicher Online-Kurse streitet, setzen innovative Unternehmen wie SAP MOOCs bereits ein, um in kurzer Zeit Experten für neue Technologien auszubilden. Nach dem Erfolg ihres ersten MOOC Anfang 2013 lädt die SAP nun zu einem zweiten Kurs auf openSAP ein. Er trägt den Titel „Introduction to Mobile Solution Development“ und richtet sich an Entwickler von Software für mobile Geräte. Die Teilnehmer des Kurses, der vom 9. September bis 28. Oktober stattfindet, erlernen die Entwicklung mobiler SAP-Anwendungen, mit denen Unternehmen und deren Mitarbeiter zu jeder Zeit und mit jedem Gerät auf Informationen zugreifen können. Insbesondere wird vermittelt, wie die privaten mobilen Geräte der Mitarbeiter in das Unternehmenssystem integriert werden und wie Kosten und Komplexität der Entwicklung unter Kontrolle gehalten werden können.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Bis zu 60 Prozent der Teilnehmer schlossen den ersten Kurs erfolgreich ab

Als die SAP in diesem Jahr ihren ersten MOOC einrichtete, „Einführung in die Software-Entwicklung mit HANA“, war das ein Sprung ins Ungewisse. Doch schließlich schrieben sich mehr als 40.000 Teilnehmer aus 158 Ländern ein. Sie riefen die Videos mit den Vorträgen 500.000 Mal auf, führten 500.000 Selbsttests durch und reichten 70.000 Hausarbeiten ein. Und so bewertete die SAP das Pilotprojekt als durchschlagenden Erfolg. Die Abschlussquote des Kurses war mit 30 bis 60 Prozent um das Fünf- bis Siebenfache höher als die Abschlussquoten von MOOCs im Hochschulbereich, wo sie im Durchschnitt sieben bis acht Prozent betragen.

„Wir sind überwältigt, dass sich so viele Entwickler an unserem ersten MOOC beteiligten. Offenbar sind wir auf dem richtigen Weg, um möglichst gründliches Wissen über die Innovationen der SAP zu vermitteln“, erklärt Dr. Bernd Welz, Senior Vice President of Solution & Knowledge Packaging bei SAP.

Spitzen-Feedback von erfahrenen Entwicklern

Diese Einschätzung wird durch das Feedback Tausender Teilnehmer bestätigt. Sie brachten sich nicht nur online und im persönlichen Austausch in den Kurs ein, sondern nahmen vielfach auch an Präsenzveranstaltungen in Walldorf, Bangalore (Indien) und Sofia (Bulgarien) teil. Erfahrene Entwickler bewerteten den Kurs als eine ihrer besten Lernerfahrungen bei der SAP, Berufsanfänger wiederum schätzten die Möglichkeit, sich erstmals mit SAP HANA vertraut zu machen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was Hasso Plattner von MOOCs hält

Die folgende Auswahl aus dem wöchentlichen Forum vermittelt einen Eindruck davon, wie gut das flexible Format und die verständliche Darstellung bei den Kursteilnehmern ankamen:

„Glückwunsch! Der MOOC zu SAP HANA ist genial. Ich habe in 20 Minuten mehr gelernt als in den letzten 20 Monaten.“ –Alan F.

„Bin beeindruckt, dass #openSAP auf allen Geräten funktioniert. Ich arbeite gerade im Bus auf meinem iPad, alles kein Problem. Muss die Aufgabe für die zweite Woche erledigen.“ –J. Appleby

„Bei #openSAP hört man den Teilnehmern wirklich zu und geht auf sie ein. Habt ihr toll gemacht. Danke.“ –Decian

„Es hat mir gut gefallen, wie der Kursleiter jede Wochensitzung verständlich und zielführend gestaltet hat. Meine SAP-HANA-Kenntnisse haben sich verbessert.“ ‑‑Doss

„Ein wirklich schöner Kurs, in dem eine Menge interessanter und praxisbezogener Themen behandelt werden – für Entwickler wie mich eine tolle Sache, und durch die wöchentlichen Tests fällt es einem leichter dranzubleiben.“ –P. Kumar

„Eine hervorragende Plattform für Berufstätige, denn man kann zu jeder beliebigen Tagszeit lernen.“ –R. Day

Die Pennsylvania State University, an der Kathryn Jablokow beschäftigt ist, nimmt am Hochschulprogramm der SAP University Alliances teil. Jablokows Einschätzung nach lässt sich noch nicht beurteilen, ob MOOCs wirklich die allgemein erwartete Umwälzung bringen werden. Allerdings könne man mit Gewissheit davon ausgehen, dass sie „am Ende weder die Rettung der Welt noch ihren Untergang bedeuten“. Ihrer Ansicht nach sollte man experimentieren, um die Möglichkeiten und Grenzen von MOOCs zu erkunden.

Geschwindigkeit von SAP HANA mit Facebook-Lebensgefühl verbinden

Hasso Plattner, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitbegründer der SAP, ist hingegen zutiefst überzeugt, dass MOOCs als Ergänzung zum umfassenden gebührenpflichtigen Schulungsangebot der SAP von unschätzbarem Wert sind. „Den entscheidenden Vorteil sehe ich im Austausch zwischen den Kursteilnehmern“, so seine Einschätzung. „Wir wären sonst nicht in der Lage gewesen, so viele Leute in so kurzer Zeit zu schulen. Die Echtzeit-Geschwindigkeit von SAP HANA und das Lebensgefühl der Facebook-Generation passen perfekt zusammen.“ Erfahrungen wie diese lassen keinen Zweifel daran, dass MOOCs ein fester Platz im Ausbildungswesen gebührt.

Tags: , ,

Leave a Reply