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Mut zur Innovation: das Erfolgsgeheimnis des Zulu-Königs Shaka

6. Juni 2016 von Dr. Nikolaus Eberl 0

In seinen Forschungen zum Werdegang des legendären Zulu-Königs Shaka erkannte Dr. Nik Eberl den Schlüssel zum Erfolg von innovativen Unternehmen. Unter dem Namen „The IziCwe Code“ wirbt Eberl seitdem für ein neuartiges Führungsmodell.

Als ich mich vor 20 Jahren zum ersten Mal mit dem Königreich der Zulu beschäftigte, hatte ich das Glück, den berühmten Dichter und Professor Mazisi Kunene kennenzulernen. Als Student in Deutschland hatte ich über den römischen Kaiser Nero geforscht und dabei stets darauf geachtet, Fakten von Fiktion zu trennen. Kunene drängte mich, das Leben des berühmten Königs Shaka Zulu auf gleiche Weise zu ergründen.

Dr. Nik

Dr. Nik Eberl: “Der Erfolg von disruptiven Technologien lässt sich hauptsächlich auf drei Gründe zurückführen.”

In den letzten 20 Jahren besuchte ich also Schlachtfelder und Archive und las mich durch ideologisch gefärbte Geschichtsbücher. Ich versuchte, das Wesen und Tun dieses legendären Führers zu verstehen – und erkannte ein Konzept wieder, das in der modernen Wirtschaftsliteratur populär geworden ist: die Idee der „disruptiven Innovation“.

Viele der militärischen Neuerungen, die König Shaka in der Bewaffnung, den Schlachtplänen und sogar in den gesellschaftlichen Normen einführte, finden sich auch in den Strategien der erfolgreichsten Innovatoren unserer Zeit wieder. Sie erklären, wie diese in Rekordzeit etablierte Märkte erobern und dabei milliardenschwere Marken aufbauen konnten – unter ihnen Uber, Airbnb, WhatsApp und Instagram.

Isibindi: mit dem Mut eines Löwen

Als unehelicher Sohn des Häuptlings musste Shaka in seiner Kindheit viel Spott und Demütigung ertragen, zehn Jahre verbrachte er sogar im Exil. In dieser Zeit entstand in ihm der dringende Wunsch, später König der Zulu zu werden und damit endlich seinen rechtmäßigen Platz im Stamm einzunehmen.

Seine Mutter Nandi spornte ihren Sohn stets an, eines Tages „inkosi yamakhosi“ (der König der Könige) zu werden. Nach den Dichtern der Zulu tröstete sie ihren Sohn mit den Worten: „Mach dir nichts draus, mein „umlilwane“ (kleines Feuer), du hast die „isibindi“ (den Mut, eigentlich: die Leber) eines Löwen und wirst eines Tages selbst der größte König im Land werden. Ich kann es in deinen Augen sehen. Sind sie zornig, glitzern sie wie die Sonne. Und doch sind keine Augen sanfter als deine, wenn du mich in meinem Elend aufmunterst.“ Diese Worte gaben Shaka den Mut, seinen großen Traum zu verwirklichen.

Mutig durchhalten … allen Widerständen zum Trotz

Der Mut, nicht aufzugeben und immer wieder von vorn zu beginnen, kennzeichnet auch den Werdegang des CEO und Mitbegründers von Uber, Travis Kalanick. Fast könnte man sagen, dass erst 14 Jahre an unternehmerischen Misserfolgen Uber hervorgebracht haben. Kalanick verließ 1998 die University of California, Los Angeles (UCLA), um an der File-Sharing-Software Scour mitzuarbeiten, die in Konkurrenz zu Napster treten sollte. Unterstützt von der Investmentfirma CKE Associates schien Scour eine große Zukunft verheißen. Aber die Geschichte nahm kein gutes Ende: Scour wurde von den Hollywood-Studios wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Der geforderte Schadensersatz betrug 250 Mrd. US-Dollar – eine Rekordsumme, die ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt von Schweden entsprach. Beide Seiten einigten sich schließlich außergerichtlich auf eine Strafe von einer Mio. US-Dollar. Scour machte trotzdem Pleite. Diese Niederlage setzte Kalanick sehr zu. Kinobesuche waren ihm monatelang zuwider, und jeder Anblick eines Hollywood-Logos versetzte ihn in Rage.

Es folgte die Gründung eines zweiten File-Sharing-Unternehmens, Red Swoosh. Aber auch dieses war nicht von Erfolg gekrönt. Laut Kalanick war sein Mitbegründer darauf aus gewesen, zu Sony überzuwechseln und dabei auch die Entwicklerkollegen mitzunehmen. Schlimmer aber war, dass das Geld bald knapp wurde. Um sein Unternehmen zu retten, verzichtete Kalanick jahrelang auf sein Gehalt.

Er zog sogar zurück in die Wohnung seiner Mutter in Northridge, einem Vorort von Los Angeles. Und auf der Technikmesse CES in Las Vegas sah er sich einmal gezwungen, in seinem gemieteten Toyota Sienna zu übernachten und sich in den Waschräumen der benachbarten Kasinos zurechtzumachen. „Viele Frauengeschichten hatte ich damals nicht“, scherzt Kalanick rückblickend. Eine Ex-Freundin nannte ihn sogar einmal „den größten Pechvogel, den es je unter erfolgreichen Unternehmern gegeben hat.“

Mut zum Neuen

Der Erfolg von disruptiven Technologien lässt sich hauptsächlich auf drei Gründe zurückführen. Jeder von ihnen hat das Potenzial, den Mut zur Innovation zu wecken und damit ganze Branchen umzukrempeln:

1. Der erste ist die „Abzocke“ von Kunden. Vor Uber war es übliche Praxis vieler Taxifahrer, ihren Fahrgästen zu viel zu berechnen, keine Kartenzahlung zu akzeptieren oder einfach kein Rückgeld parat zu haben. Die Kundenzufriedenheit in der Taxibranche ging oft gegen null.

2. Der zweite ist die Ignoranz der eigentlichen Kundenbedürfnisse. Ein gutes Beispiel hierfür ist Airbnb. Vor Airbnb glaubten Gastgeber, dass ihre Gäste mit einem netten Zimmer und gutem Service schon zufrieden sind. Sie merkten nicht, dass sich viele Touristen nach authentischen Erlebnissen sehnen und gerne Kontakt zu Einheimischen – und nicht nur zum Hotelpersonal – haben.

3. Der dritte Grund ist das Festhalten an althergebrachten Prozessen und Produkten. Dies geht solange gut, bis es Außenstehende schaffen, die Branche mit deutlich verbesserten Produkten aufzuwühlen. Erst kürzlich erfand das kalifornische Start-up Nebia einen neuartigen Duschkopf, der Wassereinsparungen von bis zu 70 Prozent ermöglicht – und das bei gleichem oder sogar verbessertem Duscherlebnis. Eine bahnbrechende Innovation in einer von Dürreperioden geplagten Region wie Kalifornien, in der seit vielen Jahren der Wasserverbrauch eingeschränkt ist.

Dr. Eberls Buch mit dem Titel „Disruptive Innovation: How Emperor Shaka Built the World’s First Billion Dollar App“ wird in Kürze erscheinen. Unter www.disruptiveinnovationcentre.com können Sie schon jetzt Auszüge finden und den „Disruptive Innovation Blueprint“ herunterladen.

Foto: Shutterstock

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