Nachhaltige Einkaufsstrategie hilft Krisen überstehen

Feature | 11. Dezember 2008 von Stefan Nicola, freier Fachjournalist 0

„Viele Unternehmen müssen ihren Wirtschaftsplan für das Jahr 2009 komplett neu überdenken – quasi über Nacht haben wir es in vielen Bereichen wieder mit Käufermärkten zu tun“, sagte Dr. Jürgen Marquard, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), in seiner Rede zur Eröffnung von Europas größter Jahreskonferenz für Einkäufer. „Deshalb wird 2009 ein Jahr des Kostenmanagements und der nachhaltigen Beschaffungsstrategien.“

Für die rund 2.000 Teilnehmer des 43. BME Symposium Einkauf und Logistik im November in Berlin gab es Vorträge von 130 Referenten. Die parallel stattfindende Beschaffungs- und Logistikmesse rundete die Veranstaltung ab.

Tipps von KPMG für besseren Einkauf

Nahezu alle Experten des Symposiums stimmten darin überein, dass gerade in Zeiten größerer Finanznöte die Beschaffungsstrategie entscheidend sei.

KPMG, einer der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen weltweit, gab kurz- bis langfristige Empfehlungen für Unternehmen ab:

  • Kurzfristig: Möglichkeiten zur Eigenkapitalfinanzierung verbessern durch nachhaltiges Kostenmanagement von Lieferketten und Einkauf.
  • Mittelfristig: Risikomanagement optimieren durch Einführung eines wirksamen Risikomanagements für Zulieferer und Geschäftspartner.
  • Langfristig: Logistische Netzwerke anpassen (dabei die finanziellen Risiken berücksichtigen).

Bertram Ehmann, CEO von Siemens Transformers, einer Siemens-Sparte mit nahe 8.000 Angestellten, hält erfolgreiches Lieferantenmanagement für „einen der zentralen Erfolgsfaktoren im heutigen globalisierten Geschäft.“

Die Finanzkrise und die zunehmende Komplexität der Weltmärkte bereiten vielen Firmen Kopfzerbrechen. „Dennoch bieten gerade diese Schwierigkeiten Vorteile für leistungsorientierte Unternehmen, die sich durch einen ausgezeichneten Einkauf von der Masse absetzen können“, sagt Ehmann.

Langjährige Beziehungen zu Kunden und Lieferanten

Besseres Beschaffungsmanagement ermögliche laut Ehmann signifikante Wettbewerbsvorteile. Die Nachhaltigkeit basiere auf

  • Langjährigen strategischen Partnerschaften mit Zulieferern
  • Der selektiven Wiedereingliederung von Prozessen (Insourcing)
  • Einsatzbereiten Fachleuten
  • Einer dezentralisierten Beschaffung
  • Einem starken Fokus auf Wertschöpfung
  • Funktionsübergreifenden Teams innerhalb des Unternehmens

Bei der Deutschen Bahn (DB) reduzierte ein funktionsübergreifendes Team aus Einkaufs- und Technikexperten die Beschaffungskosten für Hülsenpuffer deutlich. Dabei handelt es sich um ein Bauteil, das in jedem Zug mehrmals eingesetzt wird. „Wir konnten etwa 50 Prozent unserer Kosten einsparen“, so Lutz Bücken, der Generalbevollmächtigte des DB Systemverbundes Bahn.

Die DB setzt auf die Beziehungen mit ihren Kunden und Zulieferern. Für die Umsetzung neuer Beschaffungskanäle seien langjährige strategische Partnerschaften immens wichtig, so Bücken. So kauft DB seit kurzem die Räder für ihre ICE-Hochgeschwindigkeitszüge bei einem Zulieferer in Japan. „Diesen Vertrag konnten wir nur abschließen, weil wir seit 15 Jahren intensive Geschäftsbeziehungen mit einer anderen japanischen Firma haben, die uns empfohlen hat“, so Bücken.

Besseres Lieferantenmanagement mit SAP-Lösungen

Einhelliger Tenor beim BME Symposium: Kosten- und Beschaffungs-management sind entscheidend, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.

SAP unterstützt hier mit speziellen Lösungen und Produkten für beide Bereiche.

SAP ERP beinhaltet Funktionen für Planung, Ausführung, Zusammenarbeit und Koordination über die gesamte Versorgungskette hinweg. Die Software ermöglicht eine schnellere Implementierung und reduziert Kosten. Analysten stufen die Anwendung als im Markt führend im Bereich Beschaffungsmanagement ein.

Unternehmensstrategien und Arbeitsprozesse besser abstimmen, gleichzeitig Kosten wirksam verwalten: Das ermöglicht SAP ERP. Die auf der Technologieplattform SAP NetWeaver basierende Anwendung adressiert die wesentlichen Aufgaben von mittleren und größeren Unternehmen aller Branchen. SAP ERP verhilft zu besserer Leistung in Personalwirtschaft, Finanzwesen, Einkauf und Logistik, Produktentwicklung, Fertigung, Verkauf und Service.

Dass die richtige Software-Lösung die Einkaufsprozesse in Unternehmen weiterbringen kann, weiß auch Siemens-Manager Ehmann. „Unsere Geschäftsvorgänge werden von SAP-Lösungen gut unterstützt. Unsere maßgeschneiderten Vorgänge müssen schnell und flexibel sein. Daher begrüßen wir jede Verbesserung, die unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter stärkt.“

Tags: ,

Leave a Reply