Neuauflage einer Erfolgsstory

Feature | 11. Juli 2007 von admin 0

Autor: Sue Martin

Never change a winning team – eine Devise aus dem Sport, die sich genauso gut auf andere Bereiche übertragen lässt. Sollte man also auch erfolgreiche Fortbildungsprogramme wie die SAP-Zertifizierung unangetastet lassen? Seit 1995 führt SAP in eigenen Schulungszentren Zertifizierungsprüfungen durch; Tausende von Lernenden nehmen Jahr für Jahr die Strapazen einer Weiterbildung und den Nervenkitzel einer Prüfung auf sich, um anschließend das Prädikat „Zertifizierter SAP-Berater“ zu tragen. Insgesamt haben bislang mehr als 120.000 Berater ein SAP-Zertifikat erworben.
Doch die Zeit steht nicht still, die Anforderungen des Marktes ändern sich. Ging es Mitte der neunziger Jahre hauptsächlich darum, den enormen Bedarf an SAP-R/3-Einführungsberatern zu decken und die Jahr-2000-Problematik zu lösen, so sind die Ansprüche an die Qualifikation der Berater seitdem noch weiter gestiegen.

Die Unternehmen stehen heute vor neuen Aufgaben: Sie müssen innovative Geschäftsmodelle entwickeln, die Chancen der Globalisierung nutzen, Fusionen und Übernahmen bewältigen und die gesetzlichen Auflagen zum Thema „Corporate Governance and Compliance“, also zur ordnungsgemäßen Unternehmensführung, erfüllen.

Für die Berater stehen damit längst nicht mehr nur Neueinführungen von SAP-Lösungen im Mittelpunkt. Es geht vielmehr auch darum, die Produktivität bestehender Landschaften durch die Integration von Lösungen zu steigern. Darüber hinaus ist das SAP-Portfolio um viele neue Produkte gewachsen, beispielsweise die Technologieplattform SAP NetWeaver. Dies setzt umfassende Kenntnisse über die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der Lösungen voraus. All das erfordert entsprechend konzipierte Qualifizierungsmaßnahmen – und eine angepasste Zertifizierung, die SAP-Kunden eine optimale Unterstützung durch ihre Berater gewährleistet.

Kundenwünsche geben die Richtung vor

Ausgangspunkt für die Neugestaltung der Zertifizierung war eine Befragung von Kunden und Partnern, die SAP im Jahr 2006 mit Hilfe des US-Technologieforschungsinstitutes ITSMA (Information Technology Services Marketing Association) durchgeführt hat. Man wollte vor allem die Zufriedenheit mit dem bisherigen Zertifizierungsverfahren im Vergleich mit den Angeboten anderer Softwarehersteller ermitteln und Verbesserungsvorschläge einholen. Beachtliche 38 Prozent der Befragten brachten wertvolle Ideen ein. Die wichtigsten Empfehlungen waren:

  • den Kompetenzaufbau bei den unterschiedlichen Zielgruppen wie Administratoren oder Architekten mit geeigneten Schulungstechniken zu beschleunigen, zum Beispiel mit Hilfe von integriertem Lernen (Blended Learning), das Wissen über verschiedene Medien vermittelt
  • mehrere Zertifizierungsniveaus und entsprechend gestaffelte Ausbildungsgänge einzuführen. Sie sollen die Möglichkeit bieten, je nach Vorwissen flexibel in unterschiedliche Stufen einzusteigen, und so die Forderung nach „lebenslangem Lernen“ erfüllen
  • neue Rollen zu entwickeln, etwa Geschäftsprozess-Experten oder Enterprise-SOA-Architekten, so dass die Berater über die Implementierung einer Software hinaus in der Lage sind, gemeinsam mit dem Kunden branchenspezifische Trends und Visionen sowie künftige Anforderungen an die Technologie zu erkennen und umzusetzen
  • präzise, aufgabenbasierte Informationen für Kunden und Partner über die Voraussetzungen für die einzelnen Zertifikationsstufen herauszugeben.

In drei Stufen zum Master

Auf Basis dieser Vorschläge wurde ein deutlich erweitertes Konzept für die Zertifizierung erarbeitet und im Frühjahr 2007 auf den SAPPHIRE-Kongressen in Atlanta und Wien erstmals vorgestellt. Eine wesentliche Ergänzung ist die Mehrstufigkeit des Programms. Die drei Zertifizierungsstufen Associate, Professional und Master berücksichtigen die Projekterfahrung der Schulungsteilnehmer, und die Berater erhalten die Chance, ihre Qualifikation kontinuierlich zu steigern. Das überarbeitete Programm stellt verschiedene Rollen in den Mittelpunkt, zum Beispiel den Enterprise-SOA-Architekten oder den Geschäftsprozessexperten, und bildet damit aktuelle, wichtige Aufgaben ab. Darüber hinaus ist der Zugang zu den Zertifizierungen nun deutlich einfacher, da sie an weltweit 4.000 neuen Testzentren erworben werden können.

Die meisten SAP-Zertifizierungen der bisherigen Form entsprechen im neuen Programm der so genannten Associate-Stufe. Voraussetzungen für den Erwerb des Titels sind Grundkenntnisse in den Bereichen Geschäftsprozesse und Technologie. Ein Associate ist in der Lage, in einem Team an der Einführung oder Verbesserung von SAP-Lösungen mitzuarbeiten.

Die nächste Stufe wird mit dem Zertifikat Professional erreicht, das mindestens drei Jahre Projekterfahrung sowie solides Prozesswissen und Industrieexpertise voraussetzt. Ein SAP-zertifizierter Professional kann Teilprojekte selbstständig managen und andere Mitarbeiter anleiten.
Das höchste Zertifikat ist der Master-Titel. Diese Prüfung eignet sich für Berater mit sieben- bis zehnjähriger Berufserfahrung. Ein Master gilt als anerkannter Experte für SAP-Software und besitzt fundierte praktische Erfahrungen in Bereichen wie Integration, Optimierung oder Architekturdesign. Er ist in der Lage, eine strategische Vision zu gestalten und umzusetzen sowie Teams oder Projekte zu führen.

Die Schulungsteilnehmer werden ihren Vorkenntnissen entsprechend einer Zertifizierungsstufe zugeteilt und können mit wachsender Berufserfahrung ihre SAP-Qualifikation schrittweise bis zum Master-Titel erweitern.

Wachsendes Angebot an Tests

SAP bietet bereits zahlreiche Associate-Tests für aktuelle Lösungen an und wird darüber hinaus bis zu den TechEd-Konferenzen im Herbst 2007 eine Reihe von Professional-Zertifizierungstests bereitstellen. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst auf Lösungen der SAP Business Suite, etwa auf SAP ERP oder SAP Customer Relationship Management, auf den neuen Aufgabenbereichen SAP NetWeaver Master Data Management und Enterprise SOA, dem Thema Corporate Risk and Governance sowie auf zahlreichen Branchenlösungen.

Informationen zum Zertifizierungsprogramm stehen im Internet unter sap.com/certification zur Verfügung. Interessenten können ihre Ausbildung und Zertifizierung mit Hilfe von personalisierten Webseiten gezielt planen und erhalten hier auf den individuellen Berufsweg zugeschnittene Lern- und Testangebote. Darüber hinaus bieten die Seiten den zertifizierten SAP-Beratern eine Reihe von Vergünstigungen, etwa den Zugriff auf Informationen zu neuen Lösungen und Services oder Rabatte auf Lernmaterialien.

Mit dem neuen Programm hat SAP den Wert ihrer Zertifizierung für alle Beteiligten gesteigert. Kunden, Partner und SAP selbst sind nun bestens für die Herausforderungen des Marktes gerüstet.

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