Neue Anwendergruppe in Argentinien

Feature | 5. Februar 2009 von Johannes Gillar und Georg Middendorf, beide SAP 0

Alejandro Gozzo Bisso, Präsident ASUG Argentinien (Foto: Silvio Serber, Buenos Aires, Argentinien)

Herr Gozzo Bisso, die ASUG Argentinien ist eine noch relativ junge Anwendergruppe. Warum wurde sie gegründet?

Die Idee, eine argentinische SAP-Anwendergruppe zu gründen, gab es schon vor sechs bis sieben Jahren. Damals haben wir sie aber nicht weiter verfolgt. Erst im Jahr 2007 hat sich eine Gruppe von SAP-Anwendern entschlossen, die ASUG Argentinien ins Leben zu rufen. Auf Veranstaltungen wie der SAPPHIRE habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt, wie wichtig eine solche Community ist. Derzeit haben wir etwa 80 Mitglieder, die sich aktiv austauschen. Und gerade gründen wir einen Verein, der uns dabei unterstützen soll, finanziell unabhängig zu werden.

Was ist die Hauptaufgabe der ASUG in Argentinien?

Wir haben viele Aufgaben. Eine der wichtigsten ist sicherlich, unsere Mitglieder im Umgang mit den gesetzlichen Bestimmungen zu unterstützen. Die gesetzlichen und steuerlichen Anforderungen in Argentinien sind so spezifisch, dass sie nicht hinreichend in SAP-Standard-Software abgebildet werden können. Deshalb haben wir verschiedene Ausschüsse ins Leben gerufen, zum Beispiel für Personal und Steuern, in denen wir besondere Bedingungen und Herausforderungen sowie die Bedürfnisse unserer Mitglieder diskutieren. Die Ergebnisse geben wir dann an SAP weiter.

Haben Sie noch mehr Beispiele, wie die ASUG Argentinien ihre Mitglieder unterstützt? Gibt es eine Interessenvertretung, spezielle Arbeitskreise oder Weiterbildungsveranstaltungen?

Da wir nicht mit der SAP und ihren Partnern konkurrieren möchten, bieten wir keine offiziellen Weiterbildungsprogramme an. Aber wir haben Workshops zum Informationsaustausch. Daneben konzentrieren wir uns auf Praxisberichte von Kunden – beispielsweise zum erfolgreichen Upgrade auf SAP ERP 6.0 – , die wir um zusätzliches Fachwissen von SAP oder einem SAP-Partner ergänzen. Die Projektverantwortlichen geben ihre Erfahrungen an unsere Mitglieder weiter, um auch anderen Unternehmen bei der erfolgreichen Implementierung einer solchen SAP-Lösung zu helfen.

Welche SAP-Lösungen oder –Upgrades beschäftigen argentinische SAP-Kunden derzeit besonders?

Eines der wichtigsten Themen ist das Upgrade auf SAP ERP 6.0. Wir haben eine kleine Gruppe von Kunden, die SAP ERP 6.0 bereits eingeführt haben. Die meisten Unternehmen in Argentinien arbeiten gerade daran, diese Stufe zu erreichen. Die Telecom Argentina hat erst kürzlich auf SAP ERP 6.0 aufgerüstet. Wir versuchen, unsere Upgrade-Erfahrungen an die Unternehmen weiterzugeben, die noch nicht in der Lage sind, auf das neue Release zu wechseln, aber gern ein gutes „Rezept“ für die spätere Umsetzung hätten.

Gibt es noch weitere Herausforderungen, mit denen Unternehmen in Ihrer Anwendergruppe aktuell konfrontiert werden?

In Argentinien benutzen wir immer noch Papier-Rechnungen, stellen aber zunehmend auf die elektronische Rechnungsbearbeitung um. Dabei arbeiten wir intensiv mit Experten von SAP zusammen, um eine hohe Funktionalität sicherzustellen.

Wie würden Sie ihr Verhältnis zur SAP Argentinien beschreiben?

Die Beziehung ist sehr gut. Die SAP Argentinien unterstützt uns nicht nur finanziell. Sie hilft uns auch dabei, neue Zusammenschlüsse zu bilden und Veranstaltungen zu organisieren.

Welche Ziele hat die ASUG Argentinien für die Zukunft?

Wir möchten noch enger mit SAP-Partnern zusammenarbeiten, um die Qualität unserer Dienste zu verbessern. Außerdem planen wir neue Gremien, die sich zum Beispiel um neue SAP-Technologie kümmern. So fehlt uns bei der SAP NetWeaver-Plattform mitunter das Fachwissen, weil das Produkt so neu ist. Es ist nicht einfach, hierfür gute Berater zu finden. Deshalb versuchen wir, einen neuen Arbeitskreis für SAP NetWeaver zu gründen, in dem wir unser gemeinsames Wissen miteinander teilen können.

Wie ist der Kontakt zu anderen Anwendergruppen in Lateinamerika?

Wir haben Kontakte zu den Anwendergruppen in Brasilien und Mexiko. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, da wir ja die gleiche Sprache sprechen. Meine Vision ist eine spanischsprechende Gemeinschaft, vielleicht sogar zusammen mit Spanien. Dafür werden wir jedoch die Hilfe der SAP benötigen.

So ähnlich wie die Deutschsprachige Anwendergruppe mit den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Ja, genau. Das würde das Leben für viele kleinere Firmen in Südamerika vereinfachen, deren Mitarbeiter nicht so gut Englisch sprechen. Für sie ist ein globales Netzwerk, in dem ausschließlich Englisch gesprochen wird, eine große Hürde.

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