Von Facebook und Co. gelernt

8. März 2013 von Andreas Schmitz 0

Foto: SAP

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2 Millionen, schätzt einer der beiden Jugendlichen auf der Bühne des SAP-Stands in Halle 4: Die aktuelle Einwohnerzahl Hannovers war gesucht. Und damit lag er gewaltig daneben, denn gerade mal 525.000 Einwohner wohnen in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Einen Schritt weiter geht der Moderator dann nicht mehr, denn hier geht es um Show, nicht so sehr ums Business.

„Wie viel Energie verbraucht ein Durchschnittshaushalt in Hannover?“, wäre so eine Frage, mit der sich schnell die Brücke zu einem der großen SAP-Themen hätte schlagen lassen können – zur In-Memory-Technologie SAP HANA. „Eine der aufregendsten Innovationen in unserem Portfolio in den letzten 20 Jahren“, wie SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe findet. Warum das so ist, zeigt ein Stand, der den Energieverbrauch von Haushalten nicht in Hannover, sondern in New York darstellt. Gebäude der Stadt erscheinen dreidimensional auf dem Bildschirm. Haushalte, in denen besonders viel Energie verbraucht wird, erscheinen in rot, vorbildlich wirtschaftende dagegen grün. Das „Manhattan“-Projekt macht SAP HANA möglich, indem es riesige Datenmengen sehr schnell verarbeitet und die ansprechende und so einfach wirkende Darstellung und Aggregation der Daten möglich macht.

Viele Träume und ein SAP HANA

Oder aber das Projekt „Database of Dreams“, das ein Jahr lang die Träume von Menschen via Twitter, Facebook und sozialen Netzen auf der ganzen Welt auf einer Internetplattform einsammelt, bevor eine Jury einige dieser Träume auswählt und womöglich wahr werden lässt. Je nachdem aus welcher Nation der- oder diejenige kommt, ob es ein privater, beruflicher oder gesellschaftlicher Traum war: SAP HANA sorgt dafür, dass jeder Nutzer per Mausklick herausfinden kann, wo die Menschen eher auf Karriere aus sind und wo eher die Familie zählt, wo die meisten träumen, twittern oder ihren Post auf Facebook absenden.

„Nachdem wir 41 Jahre Erfahrung mit dem Optimieren von Prozessen in Unternehmen gesammelt haben, passiert das gleiche nun mit den Prozessen zwischen den Unternehmen“ (Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher SAP auf der CeBit 2013) Foto: SAP

„Nachdem wir 41 Jahre Erfahrung mit dem Optimieren von Prozessen in Unternehmen gesammelt haben, passiert das gleiche nun mit den Prozessen zwischen den Unternehmen“ (Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher SAP auf der CeBit 2013) Foto: SAP

Das Besondere an der In-Memory-Technologie, neben Mobile und Cloud eines der drei ganz wichtigen Themen auf der CeBIT 2013: „Wir werden den langsamsten Teil des Computers los, die Disk“, erläutert Snabe, „Disks haben die Geräte unnötig verkompliziert und zu langsam gemacht, um Geschäftsleuten Informationen schnell genug zu geben“. 10.000 Mal schneller als vorher seien die Rechner nun unterwegs, was auch Beispiele bestätigen, etwa die Analyse des Humangenoms oder aber Transportprozesse in China beim Mineralwasserunternehmen NongFu Springs, das 30 Prozent der Transportkosten eingespart hat. Dazu passt auch die Ankündigung, künftig mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) zusammenzuarbeiten. Dabei geht es um das Kundenmanagement, das unstrukturierte Daten aus Social-Media-Kanälen analysierbar machen soll und dem Fußballverband damit zum einen Hinweise für zielgerichtetere Marketing-Events zu geben und die Wünsche der Fußballfans besser zu verstehen und aufzuspüren. Die Basis dafür: SAP CRM powered by SAP HANA.

Anfang des Jahres stellte SAP die SAP Business Suite powered by SAP HANA vor, ein Meilenstein im ERP-Geschäft. „Analyse und Transaktion“ sind die zwei Bereiche, die die hauseigene In-Memory-Technologie im Fokus hat, vorrangig mit einem Ziel – „eine neue Ära der Einfachheit“ einzuläuten, so Snabe.

25 Prozent Zuwachs an Mobile-Kunden

„Mobile“ soll in dem Triumvirat zusammen mit Cloud und In-Memory das neue „Frontend fürs Business“ werden, so die Vorstellung von SAP, die in 2012 über 200 Millionen Euro Umsatz im Mobile-Sektor gemacht hat und 6.000 Kunden im Mobile-Bereich zählt, 2.000 Kunden mehr als im Jahr zuvor. Zum einen sollen die Business-Nutzer davon profitieren, aber auch „things“ – technische Geräte, die mobil intelligenter werden sollen. Das Beispiel der CeBIT: Der BMW M6, der nicht nur als schickes Beförderungsmittel dient, sondern auch als „fahrende Kreditkarte, als Interaktionspunkt mit dem Nutzern sogar mit der Möglichkeit, Ersatzteile ordern und Reparaturen über mobile Anwendungen abwickeln zu können“, erläutert Snabe.

Last but noch least: Die Cloud-Entwicklungen. 20 Millionen Nutzer konstatiert Snabe, und bei einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar dreistellige Wachstumsraten über alle Produktreihen hinweg. Das Besondere an SAP sei nicht nur das Vertrauen der Kunden in die Marke SAP, sondern vielmehr die Integration “out oft he box“ zwischen den bestehenden On-Premise-Anwendungen und den Erweiterungen für die Cloud.

Alles Vertrauen der Kunden, Ideen und Versprechungen helfen nichts, wenn diese drei Bereiche nicht zusammen funktionieren. Und so leitet Jim Hagemann Snabe daraus auch die Vision seiner „Shared Economy“ ab, die SAP in den nächsten Jahren umtreibt: „Was Facebook, Amazon und Ebay im privaten Bereich erreicht haben, gehen wir nun für den Business-Bereich an, in dem wir SAP-Anwendungen, das Business-Netz von Ariba, Mobile, In-Memory zusammenbringen und die Cloud-Infrastruktur nutzen, das alles zu tun“.

Die Vision von Jim Hagemann Snabe

Vielleicht läuft auf der nächsten CeBIT ja dann zeitgleich zu der Umfrage auf der Bühne des SAP-Stands eine Befragung der Social-Media-Gemeinde des DFB. Womöglich mit dem Resultat, dass Fußballfans punktgenau wissen, wie groß Hannover ist. Einen Versuch ist es wert.

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