Neue Geschäftsfelder für SAP-Partner

18. Oktober 2012 von Iris Nagel-Martin 0

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Die Arme vor der Brust verschränkt, den Blick entschlossen in die Kamera gerichtet, schaut ein blondes Mädchen ins Publikum. „Das ist meine sechsjährige Tochter“, erklärt Dr. Christian Wieland von RAAD Research. „Sie ist SAP-Nutzerin.“ Und während das Publikum noch zwischen Entzücken und Entsetzen schwankt, erklärt uns Wieland, wie ihm Facetime und Streamworks bei der Eventorganisation mit seiner Tochter helfen: über das applikationsübergreifende Einbinden von Fotos können schon Vorschulkinder via iPad entscheiden, ob sie das Wochenende lieber im Zoo oder im Schwimmbad verbringen wollen. Eine große Hilfe für den oft abwesenden Vater, um mit seiner Tochter in Kontakt zu bleiben.

Ganz nebenbei zeigt Wieland damit, wie die SAP in naher Zukunft zu einer Milliarde Usern kommen wird. „Die Welt hat sich extrem beschleunigt und die Konsumierbarkeit von IT hat zugenommen“, fährt er fort. SAP-Software werden im Alltag von Verbrauchern ihren Platz finden – und somit neue Geschäftsfelder für die Partner eröffnen.

Mehr Kommunikation zwischen Fachbereich und IT

Zudem benötigen Unternehmen nach wie vor Hilfe von SAP-Partnern: sei es, dass ihre Personalleiter über ungenügende IT-Unterstützung klagen oder heterogene Finanzsysteme ein einheitliches Reporting verhindern. Dem Marketing fehlen oft integrierte Kundendaten, die ein schnelles Monitoring erlauben. Eine von RAAD durchgeführte Kundenbefragung ergab, dass über 60 Prozent der Fachbereiche mit den Leistungen ihrer IT-Abteilung zufrieden sind, sobald genügend interne Kompetenzen vorhanden sind oder aber Dienstleister mit ins Boot geholt werden.

Dies zeigt, dass in den Unternehmen zwischen Fachbereich und IT-Abteilung noch nicht genügend kommuniziert wird. Hier können Vertrieb und SAP-Partner helfen, indem sie lernen, die Sprache der Fachbereiche zu sprechen und diese für die IT-Abteilung übersetzen. Heute sind es oft die Fachbereiche, die ein Budget für IT-Lösungen verantworten.

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Christian Wieland, Alexander Kintzi, Franz Baljer; Foto: IA4SP

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Neben Klassikern wie Go-to-Market und Sicherheit & Compliance lockten vor allem Themen wie Mobility, Cloud und HANA die Besucher. „Ein mobiler Tsunami rollt auf die Unternehmen zu – und diese können ihn teilweise nicht bewältigen“, ist sich Emmanuel Koch von RAAD sicher. Apple habe die Welt verändert und auch die bisherigen IT-Welten werden sich noch erheblich ändern. Über sechzig Prozent der Unternehmen verfügen bereits über Erfahrungen mit Tablet-PCs, weitere zwanzig Prozent beabsichtigen diese in den nächsten zwei Jahren auszubauen.

Für den klassischen Desktop scheint es das Aus zu bedeuten. Dabei geben die Firmen bei den Richtlinien zur Gerätewahl ein uneinheitliches Bild ab: Während die meisten noch Standardgeräte vorschreiben (65 Prozent), lassen fast ein Viertel der Firmen ihren Mitarbeitern die Wahl und erlauben eine Auswahl von Geräten. Bring-your-own-Device hat sich mittlerweile als irrelevant herausgestellt – zu groß sind die rechtlichen Schwierigkeiten, vor denen Betriebe stehen. Soll der Mitarbeiter mit seinem eigenen Equipment sicher im Firmennetz kommunizieren.

Herausforderungen für die mobile Lösung

Ein Augenmerk auf dem mobilen Außendienst liegt in der Instandhaltung oder im CRM für den Vertrieb, der sich eine schnellere Kundensegmentierung wünscht – ebenfalls ein Geschäftsfeld für Big Data. Aber auch Business-Intelligence-Lösungen werden gern mobil abgerufen. Als Herausforderungen für mobile Lösungen stellen sich dar:

– deviceübergreifendes Arbeiten

– Sicherheit und Compliance, was sowohl von Usern als auch Fachbereichen vorausgesetzt wird

– multiple Betriebssysteme bei Smartphones

– fehlende Applikationen für vorhandene Backoffice-Lösungen.

Welche Vorteile SAP HANA den Kunden bietet, zeigte eine ausführliche Präsentation der Charité: Die Berliner verfügen dank der Datenbanktechnologie über Patientendaten inklusive Historie ad hoc auf ihrem iPad. Info-Abfragen auch zu komplexen Themen wie Therapieanzahl lassen sich dank der rasanten Performance aus relationalen Datenbanken ohne Zeitverlust gewinnen. In nur neun Wochen wickelten vier bis fünf Berater das Projekt „HANA Oncolyzer“ im Charité Cancer Center ab. Chancen für Partner, sich in so ein System einzubringen, bieten sich durch:

– Die Bereitstellung von analytischen Inhalten

– Die Aufbereitung medizinischer Daten wie Massenvisualisierung

– Die Schaffung von Konektoren zu externen Datenbanken wie Tumormaker, die in öffentlichzugänglichen Datenbanken verwaltet werden

– Die Bildung von Rückkanalen zu SAP-Systemen.

RAAD prognostiziert zudem, dass die Nachfrage für HANA am Markt extrem anziehen wird, besonders in Deutschland.

Hilfreiche Links:

SAP Business Intelligence Talent Initiative: Die SAP übernimmt Teile der Ausbildung von Consultants

SAP Partner Summit am 12. November 2012 in Madrid

SAP-Partner-Apps werden im im SAP Store vertrieben.

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