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Neue Studie widerlegt 5 Mythen über Millennials

Feature | 15. September 2014 von Susan Galer 0

Die nach 1980 geborenen, sogenannten Millennials wollen sinnvolle Arbeit, mit der sie etwas bewirken können. Sie sind bereit, hart zu arbeiten und immer ihr Bestes zu geben. Außerdem suchen sie stets nach neuen Herausforderungen und wechseln häufig den Arbeitgeber. Treffen diese weit verbreiteten Ansichten über die junge Generation wirklich zu?

Auf der SuccessConnect 2014 in Las Vegas wurde eine von Oxford Economics in Zusammenarbeit mit der SAP durchgeführte Studie vorgestellt. Die Untersuchung zeigt, dass die Erwartungen der jungen Arbeitnehmer im Hinblick auf ihre Arbeit, ihre Vorgesetzten und ihr Unternehmen häufig von den gängigen Vorstellungen über die Bedürfnisse von Millennials in der Arbeitswelt abweichen. Im Rahmen der Studie mit dem Titel “Workforce 2020” wurden 5.400 Arbeitnehmer und Führungskräfte in 27 Ländern befragt. Die Ergebnisse mögen überraschend für all jene sein, die täglich berufliche und private Kontakte zu Millennials pflegen – oder eben nicht.

Mythos 1: Millennials wünschen sich eher als andere Berufstätige eine sinnvolle Arbeit, mit der sie etwas in der Welt bewirken können.

Studienergebnisse: Für lediglich ein Fünftel der Millennials ist ein Job, in dem sie etwas bewirken können, wichtig für die persönliche Arbeitszufriedenheit. Der Anteil ist damit genauso hoch wie beim Rest der Beschäftigten. Tatsächlich ist allen Befragten eine wettbewerbsfähige Vergütung am wichtigsten. 68 Prozent der Millennials und 64 Prozent der Nicht-Millennials geben an, dass ihnen eine angemessene Vergütung wichtig oder sehr wichtig ist. Darüber hinaus nennen 41 Prozent der Millennials und 38 Prozent aller anderen Mitarbeiter eine höhere Vergütung als Anreiz für stärkeres Engagement und größere Loyalität gegenüber dem Unternehmen.

Mythos 2: Die Balance zwischen Beruf und Freizeit ist Millennials wichtiger als Nicht-Millennials.

Studienergebnisse: Auch hier liegen die Millennials wieder leicht hinter dem Rest der Befragten. 31  Prozent der Nicht-Millennials, aber nur 29 Prozent der Millennials geben an, dass ihnen eine ausgeglichene Work-Life-Balance wichtig ist

Mythos 3: Millennials ist es wichtiger als anderen Mitarbeitern, in ihrer Arbeit persönliche Erfüllung zu finden.

Studienergebnisse: Tatsächlich wünschen sich 18 Prozent der Nicht-Millennials, aber nur 14 Prozent der Millennials, in ihrem Beruf persönliche Erfüllung zu finden.

Mythos 4: Millennials legen weniger Wert auf das Erreichen von Einkommenszielen als auf ihre persönliche Weiterbildung und -entwicklung.

Studienergebnisse:  Für Millennials steht das Erreichen von Karriere- und Einkommenszielen an erster Stelle, während sie Weiterbildung- und Entwicklung weniger Bedeutung beimessen. Interessanterweise gibt mit 35 Prozent die Mehrheit der Millennials an, es sei ihnen am wichtigsten, persönliche Karriereziele zu erreichen. Dagegen legt der größte Teil der Nicht-Millennials am meisten Wert auf das Erreichen von Einkommenszielen und Unternehmenswerte, die den eigenen Ansichten entsprechen.

Mythos 5: Millennials wechseln den Arbeitgeber häufiger und spontaner als Nicht-Millennials.

Studienergebnisse:  Entgegen der verbreiteten Überzeugung besteht bei Millennials keine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Arbeitsplatz in den nächsten sechs Monaten verlassen, als bei anderen Beschäftigten. Jedoch kündigen Frauen aller Altersgruppen eher als Männer und bringen Unzufriedenheit am Arbeitsplatz eher zum Ausdruck.

Das heißt nicht, dass es keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen gibt. Mehr als zwei Drittel aller Millennials wünschen sich mindestens einmal im Monat offenes Feedback von ihren Vorgesetzten. Dagegen erwartet nur die Hälfte der Nicht-Millennials so häufig Feedback. Insgesamt setzen Millennials bei der beruflichen Weiterbildung verstärkt auf formelle Schulung und Betreuung. Nur sieben Prozent von ihnen haben sich beruflich hauptsächlich durch das Knüpfen von Kontakten weiterentwickelt.

Arbeitgeber sollten Mythos und Realität auseinanderhalten können, denn für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist es wichtig, dass sie ihre Mitarbeiter verstehen. So belegt die Studie ebenfalls, dass Unternehmen die Erwartungen ihrer Mitarbeiter häufig nicht kennen – unabhängig von deren Alter. Am wichtigsten waren Mitarbeitern aller Altersgruppen wettbewerbsfähige Vergütung, Boni oder leistungsorientierte Vergütung. Allerdings gaben weniger als 40 Prozent aller befragten Führungskräfte an, dass ihr Unternehmen wettbewerbsfähige Vergütung anbietet.

Ja, Millennials unterscheiden sich von anderen Beschäftigten. Aber ist nicht jeder Mitarbeiter einzigartig? Eine Reihe von Faktoren, wie beispielsweise das Alter, spielt dabei eine Rolle. Der Hype um die Millennials ist groß und das ist auch gut so, denn ihnen gehört die Zukunft. Doch die Studie zeigt, dass nicht alles, was allgemein über diese Generation bekannt zu sein scheint, für bare Münze genommen werden sollte. Nur wenn Unternehmen künftig mehr Verständnis für die Erwartungen ihrer Mitarbeiter zeigen und ihnen realistische Alternativen bieten, werden sie den Bedürfnissen der Millennials wirklich gerecht.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

Bildquelle: Shutterstock

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