Nichts anbrennen lassen

Feature | 22. März 2004 von admin 0

Küche von Poggenpohl

Küche von Poggenpohl

Küchen der Marke Poggenpohl sind in aller Welt zu Hause. Sie stehen für Qualität, Innovation, aktuelles Design und für Tradition. Bereits im Jahr 1892 gründete der Tischlermeister Friedemir Poggenpohl das Unternehmen mit dem Anspruch, Küchen besser zu machen. Dieser Devise bleibt Poggenpohl nun seit mehr als 110 Jahren treu. Mit seinen hochwertigen Möbeln ist der Hersteller aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Herford weltweit erfolgreich.

Vom Tischlerbetrieb zum Weltkonzern

Vom Tischlerbetrieb zum Weltkonzern

Poggenpohl gehört zum schwedischen Nobia-Konzern und behauptet sich in einem schwierigen, von Verdrängungswettbewerb geprägten Markt. Hier zahlt sich die klare Positionierung im Bereich exklusiver Küchenmöbel aus. Dem Unternehmen kommt außerdem der hohe Exportanteil zugute, der die derzeit schwache Konjunktur in Deutschland ausgleicht. Poggenpohl exportiert seine Küchen in mehr als 60 Länder und ist unter anderem in den USA, in Großbritannien und in der Schweiz vertreten. Bewährt hat sich auch der indirekte Vertrieb über autorisierte und qualifizierte internationale Küchenfachhändler.

Medienbrüche stauen den Informationsfluss

Um seine Wettbewerbsposition zu stärken, suchte das Unternehmen nach Möglichkeiten, um das After-Sales-Geschäft effektiver zu gestalten. Optimierungspotenzial lag im Informationsfluss zwischen der Unternehmenszentrale und den internationalen Fachhändlern. Denn bislang verhinderten Medienbrüche einen durchgängigen Prozess. Forderte beispielsweise ein Händler Montage- oder Pflegeanleitungen an, mussten Innendienstmitarbeiter in der Unternehmenszentrale die relevanten Unterlagen ausdrucken und per Fax oder Brief an den zuständigen Vertriebspartner weiterleiten.
Einen innovativen Lösungsansatz versprach sich der Küchenhersteller von einem modernen Informationssystem, das die Fachhändler bei Bedarf mit Produktdaten, Lieferzeiten, Pflege- und Montageanleitungen sowie mit Kundenrundschreiben oder Informationen über Sonderaktionen versorgt. Ein durchgängiger Informationsfluss, straffere Geschäftsprozesse und größere Transparenz sollten die Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern sowie den Kundenservice verbessern und dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil sichern.
Poggenpohl entschloss sich daher, in einem ersten Schritt einen Handelspartnerservice als Primärmedium für die Kommunikation mit den Fachhändlern aufzubauen. Ziel war es, Informationen aller Art mit Hilfe eines Content-Management-Systems über das Internet zur Verfügung zu stellen. In einem zweiten Schritt plante das Unternehmen, SAP Internet Sales R/3 Edition einzuführen. Die E-Commerce-Lösung sollte den Fachhändlern dazu dienen, Aufträge für Einzelteile via Internet zu erfassen und den Status eines Auftrags unabhängig vom eigenen Standort zu verfolgen. Als Berater für beide Projekte sowie für die technische Implementierung nahm der Küchenhersteller das erfahrene SAP-Partnerunternehmen NEO Business Partners aus Hannover ins Boot.

Geringer Pflegeaufwand für aktuelle Informationen

Im Februar 2003 ging das Informationsportal für die Fachhändler in Betrieb. Der Auftakt für diesen Handelspartnerservice war ein Relaunch der internationalen Web-Seite von Poggenpohl. Sie präsentiert sich nun in sechs Sprachen und für alle Landesgesellschaften mit einem einheitlichen Erscheinungsbild. (www.poggenpohl.de). Die Basis des Informationsportals bildet das Content-Management-System RedDot, das eine dezentrale Datenpflege erlaubt. Damit lassen sich die Inhalte leichter an die Bedürfnisse der verschiedenen Länder anpassen.

Moderne J2EE-Technologie überzeugt

Aufbauend auf dem Extranet ging Poggenpohl im Sommer 2003 die Implementierung von SAP Internet Sales R/3 Edition an. Als zufriedener Anwender von SAP R/3 lag für das Unternehmen die Wahl dieser E-Commerce-Lösung nahe, schon allein weil sie problemlos mit der ERP-Software integriert werden kann. Weitere Entscheidungskriterien waren der große Funktionsumfang von SAP Internet Sales bereits im Standard und die moderne J2EE-Technologie auf Basis des SAP Web Application Servers 6.20. Gleichzeitig sah Poggenpohl in SAP und NEO verlässliche Partner, um die Lösung kontinuierlich zu erweitern und damit Investitionsschutz zu gewährleisten.
Nach einer fachlichen Analyse auf der Grundlage von Interviews mit Marketing, Produktmanagement, Vertrieb, Logistik und IT sowie der standardisierten Prozessbeschreibung UML (Unified Modeling Language), ging es bei der Implementierung der Software in erster Linie darum, die Anforderungen von Poggenpohl mit dem Standard von SAP Internet Sales R/3 Edition abzugleichen und die entsprechenden Anpassungen vorzunehmen. Das Projektteam fügte beispielsweise Produktbilder von den Einzel- und Ersatzteilen zu den Artikelnummern und -bezeichnungen hinzu und passte das Layout an. Das Ziel war ein hoher Bedienkomfort, damit die Fachhändler bequem und mit wenigen Mausklicks durch die Anwendung navigieren können.
SAP Internet Sales ist mit Hilfe von BAPI-Schnittstellen an das SAP-R/3-Backend angebunden. Die Fachhändler greifen damit direkt auf die relevanten Prozesse in der Unternehmenssoftware zu, etwa um die Verfügbarkeit von Produkten zu prüfen und neue Bestellungen einzugeben. Mit Ausnahme des Produktkatalogs tauscht die Lösung alle Prozesse online mit SAP R/3 4.0B aus. Der Katalog wird aus Performance- und Lastgründen auf dem SAP-Internet-Sales-Server vorgehalten.
Der Zugang zu SAP Internet Sales steht den Fachhändlern über den Handelspartnerservice via Single-Login offen, was eine mehrfache Anmeldung überflüssig macht. Mit der E-Commerce-Lösung lassen sich, unabhängig vom Standort, Informationen zum Status sämtlicher Aufträge abfragen – sowohl für Neuküchen als auch für Einzelteile – und neue Aufträge für Einzelteile erfassen. Gleichzeitig haben die Vertriebspartner Zugriff auf das IXOS-Belegarchiv und können sich Belege anzeigen lassen oder als PDFs herunterladen. Hilfreich sind auch zwei weitere Standard-Funktionen von SAP Internet Sales: Die Berechnung kundenindividueller Preise und der Zugriff auf ältere Bestellungen. Dies erspart es Fachhändlern bei wiederkehrenden Aufträgen, sämtliche Positionen neu erfassen zu müssen.
Derzeit läuft SAP Internet Sales R/3 Edition bei Poggenpohl im Testbetrieb, der Produktivstart soll in diesem Sommer erfolgen. Bereits jetzt zieht das Unternehmen eine positive Bilanz für sein E-Business-Projekt. Der Handelspartnerservice hält die Fachhändler rund um den Globus auf dem Laufenden, so dass sie auf alle Fragen der Kunden ad hoc kompetent Auskunft geben können. Für Poggenpohl ist die neue Informations- und Vertriebsplattform eine strategische Basis, um künftig weitere Kundenprozesse Internet-gestützt abzubilden.

NEO Business Partners GmbH

Jens Beier

Jens Beier

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