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Niedrige Ölpreise? Die Zeit für IoT ist gekommen

1. März 2016 von John Ward 0

Kürzlich fiel der Preis für Rohöl auf den tiefsten Stand seit 2003. Welche Anpassungen sind in diesem Wirtschaftsumfeld sinnvoll? Das Internet der Dinge könnte eine Lösung sein.

„Wenn ein Unternehmen Umsatz macht und die Aktionäre zufrieden sind, gibt es kaum einen Grund für Veränderungen“, erklärt Peter Reynolds, Analyst bei der ARC Advisory Group, eines der führenden Forschungs- und Beratungsunternehmen für Industrie und Infrastruktur. „Aber wenn das Preisniveau so niedrig ist wie jetzt, dann wird es Zeit, die Dinge anders zu betrachten.“ Reynolds erklärt, welcher Veränderungsbedarf in der Öl- und Gasindustrie besteht. Und die Aktualität seiner Ausführungen lässt sich nicht bestreiten.

Nach der Konferenz Best Practices for Oil and Gas sprach Reynolds mit dem SAP News Center. Er ist davon überzeugt, dass Öl- und Gasunternehmen, die im Wettbewerb bestehen wollen, Möglichkeiten finden müssen, ihre Betriebskosten zu senken. Die Nutzung des Industrial Internet of Things (IIoT) mit seiner wachsenden Verbreitung von vernetzten Geräten wäre ein guter Ausgangspunkt.

Vorhandene Anlagen besser nutzen

In der Öl- und Gasindustrie dominieren physische Anlagen. Es gibt unzählige Kilometer Rohre sowie Millionen Pumpen, Ventile und Messgeräte. „Große Teile dieser Infrastruktur da draußen sind veraltet“, sagte Reynolds. „Was aber nicht heißt, dass, man auch in alten Strukturen denken muss Beim Internet der Dinge geht es darum, Prozesse zu überdenken, um Arbeitsabläufe und betriebliche Effizienz zu optimieren.“

Beim Internet der Dinge geht es darum, Prozesse zu überdenken, um Arbeitsabläufe und betriebliche Effizienz zu optimieren.

Reynolds nannte mehrere Beispiele, wie die Leistung optimiert und Instandhaltungskosten gesenkt werden können: „Jeder redet davon, die vorhandenen Anlagen noch besser zu nutzen, aber wo soll diese optimierte Nutzung stattfinden? Mit Arbeitsschuhen draußen vor Ort oder in Centers of Excellence? Eine mit Sensoren versehene Infrastruktur und mobile Zugriffsmöglichkeiten bieten Alternativen zum kostenintensiven Außendienst. Warum 50 Pumpen überwachen, wenn man 50.000 überwachen kann?“ Mit Fernüberwachung von einem zentralen Standort aus lassen sich Skaleneffekte erzielen. Die riesigen Datenmengen helfen den Unternehmen, Entscheidungen zur Performancesteigerung zu treffen.

Internet der Dinge: mehr als eine Option

Hersteller vieler Branchen bauen bereits sichere Sensortechnologien als Standardkomponenten in ihre Produkte ein – von der Reifendrucküberwachung am Auto bis zum dreiachsigen Gyroskop im iPhone. Originalteilehersteller, die Unternehmen der Öl- und Gasindustrie beliefern, verhalten sich da nicht anders und so entstehen zahlreiche Geschäftsmodelle. „Die Öl- und Gasunternehmen könnten jede Pumpe mit einem Servicevertrag kaufen“, erklärte Reynolds. „Und die Originalteilehersteller würden sich um Fernüberwachung und vorausschauende Analysen kümmern.“ Die Öl- und Gasunternehmen könnten so Wartungskosten sparen, denn sie müssten keine Ersatzteile mehr lagern und könnten ihre Produktivzeiten verlängern. „Die Zahl der Firmen, die diese Sensordaten nutzen möchten, steigt explosionsartig“, betonte Reynolds. „Die Idee dahinter ist, diese Echtzeitinformationen ins Unternehmen zu bringen, damit möglichst viele Bereiche davon profitieren können.“

IoT ganz ohne Ausfälle

Aus Reynolds Sicht bedeutet die Nutzung des Industrial Internet of Things nicht, dass die Lieferkette beeinträchtigt wird, im Gegenteil, sie wird dadurch erweitert. Und er weiß, dass es in einer Branche mit so viel bestehender Infrastruktur große Herausforderungen gibt. „Bei ARC gehen wir davon aus, dass es veraltete Automatisierungssysteme im Wert von 65 Milliarden US-Dollar gibt“, fügte er hinzu. „Wir werden nicht über Nacht alles ändern können. Aber wenn Fernüberwachung oder Performance-Garantien gefragt sind, dann können vorhandene Steuerungen ganz einfach mit Echtzeit-Sensoren und neuen Anbindungsmöglichkeiten ergänzt werden.“

Abschließend betonte Reynolds: „Wenn Unternehmen Wege finden, besser und kostengünstiger zu arbeiten, dann machen sich solche Investitionen schnell bezahlt – insbesondere in Branchen wie der Öl- und Gasindustrie.“ In einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem betriebliche Effizienz der wichtigste Erfolgsfaktor ist, sind solche Veränderungen sehr sinnvoll.

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Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

 

Foto: Shutterstock

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