Bar jeder Rentabilität

3. August 2012 von Andreas Schmitz 0

Smartphones sind überall. Auf Konferenzen, in den Medien, in der eigenen Tasche. Im Zug zieht jeden Zweite ein iPhone aus der Tasche. Smartphones beschäftigen Juristen, Journalisten und Unternehmer: Apple streitet mit Samsung, eine Applist nach der anderen jagt durchs Internet, nicht zuletzt entwickeln Unternehmen – auch SAP – längst „mobile first“. Apple geht es bis vor diverse Gerichte um Macht und Markanteile, den Applieferanten auf Hoffen und Bangen um Aufmerksamkeit (die man spätestens gegen harte Euros auf iPad und Co auch bekommt) und Unternehmen sind der Zeit gerne ein paar Jahre voraus. Innovativ sein will jeder – auch wenn er es nicht ist.

Und zum Innovativsein gehört dann auch eine App, will man meinen. Da tut es gut, dass es auch Menschen gibt, die zugeben, dass sie mit ihrer App zwar innovativ sind, aber wohl zwei Jahre zu früh für den Markt, wie etwa Hans Jakob Reuter, Chef des SAP-Partners gicom. Er schmeißt längst nicht die Flinte ins Korn, Durchhalteparolen seiner Geschäftsfreunde will er gar nicht hören – er vertraut einfach darauf, dass die Zeit kommen wird. Die Zeit für seine Business-App.

Wie viele Entwickler hunderter, tausender, hunderttausender Apps denken gerade im Stillen: Was, wenn niemand meine Apps will? Nichts davon erfährt? Das virale Marketing nicht anspringt? Dann waren alle gedanklichen Winkelzüge, technischen Finessen und Schweißperlen bloß eine Lernkurve, die dann vielleicht später etwas flacher, dafür schneller verläuft. Ganz egal, ob die App nun – wie die Uni St. Gallen herausfand – die Effizienz des Arbeitsalltags gefühlt erhöht.

Also alles zwar hier und jetzt völlig unrentabel, aber moralisch nicht ganz umsonst.

Apps sind ein neues, ein schnelllebiges Geschäft ohne Erfolgsgarantie mit einer Menge Unsicherheiten. Besonders für die Geschäftswelt. Die IT schiebt Sicherheitsbedenken vor, auch wenn sie es offenbar oft einfach verschlafen hat, sich auf die neuen Gerätschaften einzustellen. Android, iOS oder Windows 8? Alles zulassen, einschränken, auf das vermeintliche sicherste Windows 8 setzen, oder einfach testen und nutzen: CIOs zermartern sich das Hirn.

Letztlich ist die Frage völlig egal. Was hilft, ist Apps nutzen – und schneller lernen als andere.

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