NPDI – mit Bildern begreifen

Feature | 13. Juni 2005 von admin 0

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. In allen Phasen des NPDI-Prozesses (New Product Development and Introduction) vermitteln Darstellungen mehr als umständliche Beschreibungen. Eine Produktentwicklung lebt von einer möglichst frühzeitigen und umfassenden Information aller Beteiligten. Das vermeidet Fehler und führt zu besseren Ergebnissen. Nach einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Daratech zum Product Lifecycle Management sind die höchsten Kostentreiber im NPDI-Prozess die Produktrealisierungskosten in der frühesten Produktentstehungsphase. Mitarbeiter, die in räumlicher Nachbarschaft miteinander arbeiten, haben es da noch leicht, sich Einblick zu verschaffen. Schwieriger wird es bereits, wenn aus anderen Abteilungen Kollegen hinzuzuziehen sind. Was geschieht aber, wenn sie verstreut an anderen Standorten oder sogar in anderen Unternehmen arbeiten? Soll man ihnen Zeichnungen aufs Fax legen oder die Originaldateien zur Ansicht schicken?
Die Übertragung via Fax erweist sich als ungenau und damit fehlerbehaftet. Auch die Daten im Originalformat über Internet oder Datenträger zu versenden, birgt zu viele Risiken. Bei einem solchen Austausch von Entwicklungsdaten sind in der Regel große Datenmengen zu transportieren. Sie enthalten noch dazu hochsensible Informationen, die aus Gründen des Know-how-Schutzes nur höchst ungern aus der Hand gegeben werden. Zudem müsste der Partner am anderen Ende der Leitung über die Lizenz eines entsprechenden Autorensystems in der gleichen Version verfügen und auch noch in der Lage sein, damit kompetent umzugehen. Beides ist in der Praxis, vor allem in einer Entwicklungszusammenarbeit verschiedener Firmen, nur höchst selten anzutreffen. AutoVue schafft hier Abhilfe, indem Daten nur an Partner gestreamt werden. Eine lokale Speicherung dieser hochsensiblen Daten wird nicht gestattet. Die Kontrolle der Zugriffe auf die Produktdaten obliegt einzig dem Ersteller.

Werkzeug für PLM und PDM

AutoVue von Cimmetry Systems erleichtert es, Produkte, Anlagen oder Lagepläne mit grafischen Daten darzustellen, zu inspizieren und zu vermessen. Dieses Werkzeug ermöglicht eine vielfältige Visualisierung von Produktdaten, ohne dass die Anwender über Lizenzen von Autorensystemen verfügen müssen. Da in einem Entwicklungsprozess viele Produkte aus Komponenten mehrerer Zulieferer bestehen, die sehr wahrscheinlich mit CAD-Systemen unterschiedlicher Hersteller entwickelt wurden, wird ein systemunabhängiges Betrachtungs-Tool notwendig. Schon die Möglichkeit, über eine einzige derartige Software Pläne oder Objekte darzustellen, zu messen und maßstabgerecht ausdrucken zu können, führt zu erheblichen Kostensenkungen. Hinzu kommt, dass eine rasch wachsende Anzahl von Produkten auch mit Elektronik-Komponenten versehen wird, die zusätzlich anzuzeigen sind.

Baugruppen

Baugruppen

AutoVue bietet einen weitgehend uneingeschränkten Informationsfluss zwischen Projektmitgliedern unabhängig von Zeit und Ort. Das Werkzeug ist zertifiziert für Lösungen zum Product Lifecycle Management und Product Data Management wie mySAP Product Lifecycle Management, cFolders oder SAP Enterprise Portal, für das es vorkonfiguriert ist. Das ermöglicht, Versionierungen zu verwalten und individuelle Zugriffsrechte zu vergeben. Baugruppen können zusammen mit ihrer Modellhistorie und Stückliste angezeigt werden. Die Integration in SAP-Lösungen erlaubt zudem ein Monitoring sämtlicher Änderungsvorschläge sowie die Zuweisung von rollenbasierten Informationsflüssen sowohl innerhalb des Unternehmens als auch darüber hinaus.

Passgenau mit Digital Mock Up

Die aus verschiedenen Autorensystemen erhaltenen Darstellungen lassen sich mit AutoVue auch als so genannte Digital Mock Ups (DMU) dreidimensional modellieren. Digital Mock Ups ermöglichen auf virtuelle Weise, die Passgenauigkeit einander zugeordneter Teile etwa von Befestigungselementen zu überprüfen. Sie erlauben ferner, Einbaumaße oder Bauhöhen zu untersuchen und zu perfektionieren. Wenn Änderungen erforderlich sind, so lassen sich die Anmerkungen von den beteiligten Entwicklern direkt an der Baugruppe einfügen. “Direkt” ist hierbei so zu verstehen, dass die Kommentare dem betreffenden Bereich unmittelbar zugeordnet werden. Auch sind grafische Hilfsmittel wie Pfeile und andere Symbole verfügbar. Die Anmerkungen werden auf einer separaten Ebene gespeichert, so dass das digitale Modell selbst unangetastet bleibt.
Damit ein Visualisierungs-Werkzeug die Möglichkeiten des Darstellens, Messens und der Einbau-Untersuchung in einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit optimal unterstützt, muss es in der Lage sein, nicht nur eine möglichst große Anzahl von Datenformaten einzulesen. Es sollte zudem auch die Gewähr bieten, dass die Messergebnisse die Originalmaße bestmöglich wiedergeben. Nicht jedes Visualisierungs-Tool erfüllt diese beiden Anforderungen, da zumeist das Auslesen der Produktdaten nur über eine Konvertierung in ein proprietäres Format erfolgt. Dabei geht die so genannte Design-Intelligenz verloren. Sie enthält wichtige Zusatzinformationen etwa für die Fertigung, zum Beispiel mechanische Funktionen eines Produkts, Toleranzen, Präzisionsvorgaben oder die Entwicklungshistorie.

Daten im Originalformat

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, CAD-Daten zu visualisieren. Viele CAD-Hersteller konvertieren ihre Daten in geometrische Formate wie STEP, IGES, DXF oder PDF. Wenn die Daten auf diese Weise umgewandelt werden, so tauchen zwei Probleme auf. Einerseits wird die Modellgenauigkeit eingeschränkt. Nicht umsonst existiert darum eine große Anzahl von Healing Tools, also von Programmen, die nach der Konvertierung aufgetretene Fehler wieder reparieren. Ein anderes Problem ist der vollständige Verlust der Design-Intelligenz.
Eine anderes Verfahren, Produktdaten zu visualisieren, besteht darin, so genannte tessellierte Daten einzulesen, die von CAD-Systemen für Renderings generiert werden. Tesselierte Daten erzeugen also Linien und Konturen, die es dem Betrachter erleichtern, sich gekrümmte Oberflächen räumlich vorzustellen. Diese Daten sind aber recht ungenau. Sie müssen in der Regel für eine Visualisierung über Filter und verschiedene Algorithmen “hochgerechnet” werden. Vielfach erlauben CAD-Systeme auch, die Generierung von tessellierten Daten per Menüoption abzuschalten. Wenn das geschieht, besteht keine Möglichkeit der Visualisierung mehr. Deshalb werden bei den AutoVue-Anwendungen stets die Originalformate der CAD-Daten eingelesen.

cFolder

cFolder

Das Visualisierungs-Werkzeug unterstützt so gut wie alles, was in Mechanik- und Elektronik-CAD Verwendung findet, von Autocad und Inventor über Catia, Pro/Engineer und Unigraphics bis hin zu Solidworks, Solid Edge und den Standardformaten IGES, STEP, STL, VRML, TIFF, PostScript, HPGL, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ähnlich ist das Bild auf der Elektronik-Seite. Auch hier ist von Cadence über Mentor Graphics bis hin zu Zuken alles vertreten.
Die Daten werden tatsächlich im Originalformat automatisch interpretiert und eingelesen. Darauf weist schon die Tatsache hin, dass AutoVue keine Dateisuffixe benötigt. Sollte die Schnelligkeit der Darstellung aber Vorrang vor der Genauigkeit haben, so erlaubt das System, auch auf tessellierte Daten zuzugreifen. Sind die Daten einmal geladen, genügt ein Knopfdruck, um zum hochauflösenden Anzeigemodus zu wechseln: Die Modelle können gedreht werden, es lassen sich Schnitte legen oder Einzelteile heraustrennen. Ein Hinein- und Hinauszoomen ist nach Belieben möglich. Die Messfunktionen umfassen Winkel, Kreisbögen, Flächen, Volumina und Abstände. Über Snapping-Funktionen sind Kanten, Mittelpunkte und dergleichen für präzise Messungen genau zu lokalisieren. Auch ist es möglich, Masse-Eigenschaften und Schwerpunkte zu berechnen. Weitere erwähnenswerte Funktionen sind der automatisierte Vergleich von verschiedenen Versionen einer Zeichnung.

Nicht nur für Entwicklungsingenieure

Es wäre falsch, ein Viewing-Tool wie AutoVue als eine Lösung anzusehen, die nur für Entwicklungsingenieure geeignet ist. Die Möglichkeit der Darstellung und Analyse von grafischen Konstruktionsdaten birgt vor allem in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen wie Fertigung, Einkauf, Marketing und Vertrieb wichtige Nutzenpotenziale. Zum einen erhalten diese Partner präzise Modelle zur Verfügung. Zum anderen haben sie die Möglichkeit, einfach ihre Kommentare und Änderungswünsche in Form von Annotierungen an der Datei zurückzugeben – wohlgemerkt ohne eigene CAD-Lizenz und tiefgreifende CAD-Kenntnisse.

Approval

Approval

Damit auch externe Partner Zugriff auf diese Informationen erhalten, bietet sich der Zugriff auf die Daten über einen Webserver auf eine Client-server-Version von AutoVue an. Ein Anwender, beispielsweise der Mitarbeiter einer Zulieferfirma, braucht so nur ein Java Applet auf seinen Rechner herunterladen und erhält dann uneingeschränkten Zugriff auf die Funktionalität der Visualisierungssoftware. Diese Version bietet eine Zusammenarbeit sowohl zeitversetzt (asynchron) als auch in Echtzeit (synchron).
Sicherheit wird groß geschrieben. Aus Gründen der Datensicherheit überträgt Cimmetry niemals die Original-Visualisierungsdatei. Das Dokument wird vielmehr auf ein Zehntel der Datenmenge komprimiert und zum Rechner des Client gesendet. Um auch gesteigerten Sicherheitsanforderungen zu genügen, arbeitet AutoVue mit Firewalls und Proxy Servern. Es ist zudem auch für Secure Socket Layer (SSL) zu konfigurieren.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.cimmetry.de
www.cimmetry.com/de/integrations-vuelink-integrations-sap-plm.html

Andreas Hönig

Andreas Hönig

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