SAP.info vor Ort: Social Media Week

17. Februar 2012 von Jennifer Lankheim 0

Welche Entwicklungen kennzeichnen die Beziehung zwischen sozialen Medien und großen Wirtschaftsbranchen? Dies ist Thema der Social Media Week, die alle zwei Jahre Teilnehmer aus aller Welt zusammenführt. Die Veranstaltung bietet Vertretern weltbekannter Unternehmen und Experten Gelegenheit zum Meinungsaustausch über die Auswirkungen sozialer Medien auf das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben.

SAP-Marketingleiter Jonathan Becher griff in seinem Eröffnungsvortrag eine Frage auf, die vielen Unternehmen zu denken gibt: Trotz zielgerichteter Strategien, Richtlinien, Schulungen und Software-Investitionen herrscht der Eindruck vor, dass das Potenzial der sozialen Medien nicht ausgeschöpft wird. Dabei ist nicht klar, wo das Problem liegt.

„Wir haben es versäumt, unsere Kultur auf die sozialen Medien einzustellen“, so Bechers Erklärungsansatz. „Es ging bei uns immer nur um die Strategie, um Regeln, um Software. Aber wir haben uns nicht überlegt, wie die sozialen Medien in unsere Befindlichkeit eingreifen.“

Social Media als natürliches Umfeld

Aus seiner eigenen Marketingorganisation berichtete Becher, wie er sich um den Anstoß zu einer solchen Veränderung bemühte: Er forderte die Gruppe auf, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn die Unternehmenswebseite zur Hälfte von Dritten bestückt würde, wenn jede Kampagne und jedes neu geschaffene Marketingprodukt in erster Linie als Gegenstand des sozialen Netzes betrachtet würde, und wenn das Publikum (Kunden, Partner, Analysten, das gesamte Umfeld) jeden Schritt der Marketingorganisation sofort, in Echtzeit, im Hinblick auf seine Relevanz und Qualität bewerten könnte.

Die Marketingorganisation würde buchstäblich aus den Angeln gehoben. Und so fragt man sich: Wird die SAP in Kürze solche Veränderungen einführen?

„Wahrscheinlich nicht“, meint Jonathan. „Es kommt eher darauf an, dass wir uns eine solche Mentalität zu eigen machen. Wenn wir ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass die Hälfte unserer Unternehmenswebseite unserer Kontrolle entzogen ist, dass die sozialen Medien unser Ausgangspunkt und kein nachgelagerter Aspekt sind, dass jeder unserer Schritte sofort von unserem Publikum kommentiert wird – dann sind wir in der Welt der sozialen Medien angekommen. Sie sind dann kein Zusatz mehr, um den wir uns nachträglich kümmern, weil es gut ankommt, ein öffentliches Thema ist und wir uns verpflichtet fühlen mitzumischen. Sie werden einfach zu unserem natürlichen Umfeld.“

Zur Videoaufzeichnung von Jonathan Bechers Eröffnungsvortrag und seiner Podiumsdiskussion mit Maggie Fox, CEO Social Media Group, und Ray Wang, CEO, Constellation Research.

Fehler passieren – und müssen erlaubt sein

Der nächste Punkt: die Kultur der sozialen Medien. Warum haben manche Mitarbeiter offenbar ein „Händchen“ dafür, während andere sich schwertun? Darüber diskutierten auf dem Podium Becky Brown, Marketingleiterin bei Intel; Maria Poveromo, Social-Media-Expertin bei Adobe; und Len Devanna, Director Social Business Strategy bei Ant’s Eye View.

Wie die Podiumsteilnehmer feststellten, treten Unternehmen bisweilen in sozialen Medien in Erscheinung, bevor sie den Umgang damit wirklich beherrschen. Man muss also berücksichtigen, dass Menschen ihre Eigenarten haben und Fehler machen.

Maria Poveromo berichtete von einem Vorfall bei Adobe. „Unser CEO musste sich telefonisch für einen Mitarbeiter entschuldigen, der einen Partner (in den sozialen Medien) als ,Achse des Bösen‘ bezeichnet hatte.“ Doch dieser Mitarbeiter, so Poveromo weiter, wurde nicht vor die Tür gesetzt, sondern durfte bleiben. „In 99 Prozent der Fälle meinen es die Mitarbeiter nicht böse, sondern kennen sich einfach nicht aus.“

Adobe zog die Schlussfolgerung, seine Mitarbeiter frühzeitig in die Social-Media-Strategie einzubeziehen. Auch dies werten die Podiumsteilnehmer als wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration der sozialen Medien in das Unternehmen.

Poveromo legte Wert auf die Feststellung, dass solche Pannen durch rechtzeitige Unterweisungen zwar verringert, aber selbst mit der besten Vorbereitung nicht völlig ausgeschlossen werden können. Es empfiehlt sich also, für den Krisenfall gewappnet zu sein.

Diskussionsleiter Brian Ellefritz von der SAP brachte es auf den Punkt:  „Wer für soziale Medien zuständig ist, übernimmt eine Art Elternrolle.“

Zur Videoaufzeichnung der Podiumsdiskussion über die Kultur in sozialen Medien.

Lesen Sie nächste Woche den zweiten Teil dieser Artikelserie auf SAP.info, der sich mit dem Aufbau sozialer Communitys befassen wird.

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