Umsatz mit Twitter

Feature | 19. April 2011 von Christiane Stagge 0

Produkte lassen sich auch über Social Media-Plattformen und Apps verkaufen. (Foto: Fotolia)

Produkte lassen sich auch über Social Media-Plattformen und Apps verkaufen. (Foto: Fotolia)

Virales Marketing über Twitter, Gutscheine über Facebook – um Produkte zu verkaufen reicht es heute nicht mehr aus, nur einen Online-Shop zu betreiben. Kampagnen müssen auf neue Kanäle ausgeweitet werden: Laut einer Studie von IDC wurden 2009 weltweit 174 Millionen Smartphones ausgeliefert. Bis 2014 soll die Anzahl an verkauften Smartphones weltweit die 1 Milliarden-Grenze überschreiten. Die Social-Media-Plattform Facebook hat bereits jetzt über eine halbe Milliarde Mitglieder.

Für Shop-Betreiber birgt dies enorme Chancen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch das Smartphone erreicht das Unternehmen den Kunden praktisch immer und überall. Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. geben Auskunft darüber, was den Kunden interessiert, wo er sich gerade aufhält und wie er ein Produkt bewertet.

Crossmedia statt Einseitigkeit

Mit mobilen Anwendungen und Social Media wird der klassische Online-Shop jedoch nicht obsolet. Wichtig ist eine sinnvolle Verknüpfung aller Elemente. So sollten sich Online-Shops, Social-Media-Aktivitäten und mobile Anwendungen  miteinander ergänzen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über

  • Online-Shops – das müssen Sie beachten
  • Mobile Commerce: Produkte verkaufen mit Apps und Social Media

Was muss ins Impressum? Welche rechtlichen Fragen sind bei Gründung eines Online-Shops zu klären? Ausführliche Informationen finden Sie zusätzlich in dem 300-Seiten langen eCommerce-Leitfaden der IBI Research.

Ganz individuell: Im Nike Store können Sie Ihre Schuhe selbst gestalten (Screenshot: Nike Store)

Ganz individuell: Im Nike Store können Sie Ihre Schuhe selbst gestalten (Screenshot: Nike Store)

Im Nike Store kann der Kunde das Produkt mit einer virtuellen Lupe ganz genau betrachten. (Screenshot: Nike Store)

Im Nike Store kann der Kunde das Produkt mit einer virtuellen Lupe ganz genau betrachten. (Screenshot: Nike Store)

Online-Shops – das müssen Sie beachten

Der Online-Shop sollte einen Überblick über die vorhandenen Angebote verschaffen und gleichzeitig Vertrauen beim Kunden erwecken. Neben der Markenbotschaft sind einfache Bedienung und Übersichtlichkeit das Wichtigste.

Dazu gehört beispielsweise, dass der User das Sucheingabefeld mit der Auto-Complete-Funktion schneller vervollständigen kann. Auch die Eingabe von mehreren Suchergebnissen, eine klare Aussage, was die Anzahl der Suchtreffer betrifft, Filterfunktionen und weiterführende Inhalte, wenn keine Treffer gefunden werden konnten, erleichtern dem Kunden den Kaufprozess.

Zur besseren Orientierung  sollte bei der Anmeldung zwischen Neukunden und bereits registrierten Kunden unterschieden werden.

Klare Produktinformationen wie beispielsweise Farben und Größen bei Keidungsstücken, 360-Grad-Ansichten und aussagekräftige Inhalte gehören für einen guten Online-Shop zur Selbstverständlichkeit. Ein besonderer Service: Beim Online-Schuhladen mirapodo werden Schuhgrößen und Fußmaße im Kundenprofil hinterlegt. Bei der nächsten Anmeldung bekommt der Kunde nur die Schuhe angezeigt, die ihm wirklich passen.

Ein virtueller Einkaufszettel, wie ihn Amazon.de als Wunschliste hat, erleichtert es dem Kunden beim erneuten Besuch der Webseite, seine Favoriten-Produkte schneller zu finden. Der Warenkorb sollte übersichtlich und editierbar sein. Das bedeutet, dass der Anwender jederzeit Produkte entfernen und hinzufügen kann.

Geht es an das Bezahlen, sollte der Betreiber nicht nur vielfältige Zahlungsarten wie Rechnung, Nachnahme, Vorkasse, Kreditkarte oder PayPal anbieten, sondern auch klare Informationen zu Lieferzeiten, Versandstatus und Datenschutz liefern. Spezielle Zertifikate oder Gütesiegel auf der Webseite schaffen zusätzliches Vertrauen beim Kunden.

Ein Feedbackformular gibt dem Käufer anschließend eine schnelle Möglichkeit für Rückmeldungen und Reklamationen.

Die Grenzen zwischen Online-Shop und Social-Media sind fließend: So hat Beispielsweise Fahrrad.de den Shop auf seinem Facebook-Profil integriert.

Fließende Grenzen zwsichen Online-Shop und Social Media: Fahrad.de hat seinen Shop auf der facebook-Seite integriert. (Screenshot: Facebook)

Fließende Grenzen zwsichen Online-Shop und Social Media: Fahrad.de hat seinen Shop auf der Facebook-Seite integriert. (Screenshot: Facebook)

Mit der App des französischen Optikers Atol können Brillenträger die neusten Modelle mit dem iPhone anprobieren. (Screenshot: itunes)

Mit der App des französischen Optikers Atol können Brillenträger die neusten Modelle mit dem iPhone anprobieren. (Screenshot: itunes)

Marketingkampagnen über Social Media

Location based Services (standortbezogene Informationsdienste) nutzen den GPS-Sensor beziehungsweise die Mobilfunkortung des Smartphones. Social Media und mobile Apps ergänzen sich hierbei einander. Checkt der Smartphonenutzer über eine bestimmte App – beispielsweise  Foursquare, Gowalla oder Facebook Places – an einem bestimmten Ort ein, kann er das ebenfalls auf seiner Facebook-Seite oder auf Twitter veröffentlichen.

Marketingmitarbeiter können diese Funktion nutzen und sinnvolle Kampagnen mit dem jeweiligen Ort verknüpfen. Befindet sich ein Nutzer beispielsweise im Eingangsbereich eines Kinos und postet dies auf seine Facebook-Pinnwand, kann der Kino-Betreiber dies mit Gutscheinen zum Download prämieren.

Ähnlich hat es auch das Hotel Domspitzen in Köln gemacht: Wer über Twitter bekanntgab, dass er als Gast im Hotel nächtigte, bekam ein Begrüßungsgetränk gereicht.

Die Billigfliegerkette Germanwings reicherte kürzlich ihre Webseite mit „intelligenten Bannern“ an. So wurden mittels Ländererkennung durch die IP-Adresse automatisch alle wichtigen Informationen vom Flughafen, der in der Nähe liegt, angezeigt.

Mobile Commerce

Es genügt nicht allein, seinen Online-Shop auch in der mobilen Darstellung anzubieten. Vielmehr sollte die volle Bandbreite der Smartphonefunktionen wie Kamera, GPS und Gesichtserkennung ausgeschöpft werden.

Mobile Apps für iPhone, Android-Smartphones und Co. erleichtern den Alltag heute erheblich: Bei Lufthansa braucht man sich das Flugticket nicht mehr auszudrucken, sondern kann bequem per iPhone einchecken und erhält seine mobile Bordkarte direkt auf dem Gerät. Auch die Deutsche Bahn hat nachgezogen: Mit der App Touch & Travel sind Tickets passé: Der Fahrgast loggt sich vor Fahrtantritt ein und erhält das Ticket auf seinem Smartphone. Nachdem er sein Fahrziel erreicht hat, loggt der Nutzer sich wieder aus. Die Gebühren werden anschließend vom Bankkonto abgezogen.

Für das mobile Bezahlen per Smartphone gibt es inzwischen einige Dienste – von Google Checkout Mobile oder PayPal Express. O2 und Vodafone-Kunden steht mpass zur Verfügung: Bei Kauf eines Produkts im Webshop braucht der Kunde nur seine Mobilfunknummer und ein Passwort einzugeben. Anschließend erhält er eine SMS, die er bestätigen muss. Der Betrag wird entsprechend vom Konto abgebucht.

Der französische Optiker Atol les Opticiens bietet Brillenträgern und iPhone 4-Besitzern einen ganz besonderen Service: Mit der App lassen sich Brillen bequem und diskret von Zuhause anprobieren. So geht’s: iPhone vor das Gesicht halten, die Kamera erkennt automatisch das Gesicht und nimmt das Foto auf. Anschließend lassen sich die verschiedensten Brillengestelle auf das Porträtfoto ziehen.

Einfach einloggen und losfahren: Mit der App Touch & Travel brauchen Sie keinen Fahrkarte auf Papier mehr. (Screenshot: iTunes)

Einfach einloggen und losfahren: Mit der App Touch & Travel brauchen Sie keinen Fahrkarte auf Papier mehr. (Screenshot: iTunes)

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