Briten kaufen am liebsten im Netz

28. Oktober 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

Foto: Alija - iStockphoto

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Briten, Dänen, Schweden und Deutsche sind in der EU die größten Anhänger von Online-Einkäufen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die europäische Statistikbehörde Eurostat jetzt veröffentlicht hat. Demnach haben 82 Prozent der britischen Internetnutzer vergangenes Jahr im Internet eingekauft. In Dänemark und Schweden lag der Anteil jeweils bei 79 Prozent, in Deutschland bei 77 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil der Online-Shopper in Rumänien und Bulgarien. Dort kauften nur elf beziehungsweise 17 Prozent der Internetnutzer digital ein.

Bekleidung und Sportartikel sind in der EU die Waren, die Menschen am häufigsten übers Internet bestellen. Fast jeder dritte Internetnutzer orderte im Jahr vor der Umfrage Artikel wie Hosen, Jacken oder Turnschuhe. Ein deutlicher Anstieg gegenüber 2008, als erst jeder Fünfte Kleidung im Netz einkaufte.

Jeder zweite Deutsche kleidet sich bei Zalando & Co. ein

Besonders populär ist der Einkauf von Bekleidung über Plattformen wie Zalando im Vereinigten Königreich und in Deutschland. 51 Prozent der Menschen in England, Schottland, Wales und Nordirland und 49 Prozent der Deutschen kauften 2012 Bekleidung online ein. Beachtlich sind in beiden Staaten die Zuwächse gegenüber 2008. Damals kleidete sich in Deutschland erst jeder Dritte Internetnutzer online ein, im Vereinigten Königreich gerade einmal 30 Prozent.

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Genauso weit verbreitet wie Online-Shopping von Kleidung und Sportartikeln ist unter den internetaffinen Bürger in der Europäischen Union das Buchen von Reisen oder Urlaubsunterkünften übers Internet. Spitzenreiter sind hier die Schweden, von denen 60 Prozent Erholungsaufenthalte im Netz buchen. Die Deutschen nehmen hier mit 39 Prozent einen mittleren Platz ein.

Nicht einmal jeder Zehnte dagegen kauft Lebensmittel im Online-Shop. EU-weit liegt der Anteil bei neun Prozent. Ausreißer nach oben sind die Briten, von denen jeder Fünfte (21 Prozent) im letzten Jahr Nahrungsmittel per Internetbestellung hat liefern lassen. In Deutschland liegt der Anteil mit elf Prozent leicht über dem Durchschnitt. In mehreren europäischen Ländern dagegen scheint ein Markt für den Online-Handel von Nahrungsmitteln nahezu gar nicht zu existieren. Für Tschechien, Lettland, Rumänien und Zypern gibt Eurostat den Anteil der Käufer jeweils mit einem Prozent an.

Kombinationsmodelle könnten Online-Shopping von Lebensmitteln stärken

Dass laut der Statistikbehörde Verbraucher Lebensmittel im Vergleich zu anderen Waren deutlich seltener online einkaufen, deckt sich mit den Befunden anderer Studien. So zeigt etwa für den deutschen Markt eine Studie von KPMG und dem EHI Retail Institute, dass nur jeder Zehnte überhaupt schon einmal Lebensmittel online eingekauft hat – und darin sind Bestellungen für Spezialitäten wie Wein schon enthalten. Dieser Untersuchung zufolge ist auch nicht zu erwarten, dass sich an dem niedrigen Anteil in den nächsten Jahren viel ändert. Allenfalls Kombinationsmodelle aus Onlinebestellung, Kommissionierung in der Filiale und Selbstabholung könnten den Online-Handel mit Lebensmitteln anschieben. Mehrere Händler experimentieren damit bereits. Und die Hälfte der für die Studie befragten Verbraucher kann sich vorstellen, auf diesem Weg Nahrung einzukaufen.

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