Open Source ist Mainstream

Feature | 19. Februar 2009 von Michael Hitzek, SAP.info 0

Aktuelle Umfragen bestätigen die positive Einschätzung von Richard Seibt. Open-Source-Software hat in 40 Prozent aller Unternehmen, die mit ihr arbeiten, unternehmenskritische Bedeutung. Bei weiteren 43 Prozent spielt Open Source (OS) eine wichtige Rolle in der Unternehmens-IT. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Heise-Verlag in Nürnberg vorgestellt hat. Von den rund 1.300 Befragten gehörte der überwiegende Teil Unternehmen an, die OSS im Einsatz haben.

Open Source erfüllt der Studie zufolge „in hohem Maße die Ansprüche der Anwender“. Dabei steige die Zufriedenheit mit Open-Source-Software, je wichtiger deren Rolle in der Unternehmens-IT sei. Größtes Problem bei Einführung und Nutzung von Open Source in Unternehmen sei die Integration mit der vorhandenen Software. Auch der Mangel an qualifiziertem Personal bereite häufig Sorgen.

Open Source will weg vom Billig-Image

Die Heise-Studie liegt in ihren Kernaussagen auf einer Linie mit Umfragen von Gartner und Forrester aus dem Jahr 2008. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Open Source besonders häufig im Infrastrukturbereich (Betriebssysteme, Netzwerk, Datenbanken) eingesetzt wird.

In den Diskussionen, Vorträgen und Workshops auf dem Kongress Open Source Meets Business waren zwei Aussagen immer wieder zu hören:

  • Die Branche will weg vom Image, nur eine billigere Alternative zur proprietären Software anzubieten. Vielmehr müsse die Leistungsfähigkeit von Open-Source-Software deutlich gemacht werden.
  • OS muss als Bestandteil der IT-Strategie in Unternehmen etabliert werden.

Der Tenor: Oft werden auf niedriger Ebene Lösungen mit Open-Source-Software entwickelt – kostengünstig, schnell und effizient. Das IT-Management oder die Geschäftsleitung eines Unternehmens bekämen jedoch davon häufig nichts mit. „Es bedarf möglicherweise eines OS-Evangelisten im Unternehmen, um den Prozess einer Aufnahme des Einsatzes von OS in die IT-Strategie anzustoßen“, sagt Sandro Groganz, Open Source Marketing Consultant und Gründer von InitMarketing.

Open Source und proprietäre Software kombinieren

Trotz des grundsätzlichen Optimismus: Auf dem Kongress Open Source Meets Business wurden auch kritische Stimmen laut. Um eine tragfähige Business-Applikation zu erhalten, sei es in einigen Fällen nötig, viele kleine OS-Lösungen zusammenzustöpseln. Und in der Preis-Debatte dürfe nicht verschwiegen werden, dass verschiedene Anbieter von Open-Source-Software eigene Lizenzgebühren für Enterprise Software verlangen, dass Dienstleistungen durch den Hersteller oder Schulungen für Mitarbeiter zusätzliche Kosten verursachen.

Dennoch prophezeit Dr. Uwe Schmid, Senior Expert im Business Technology Office von McKinsey in Frankfurt: „Open Source wird noch wachsen, weg von der reinen IT-Infrastruktur in die Business-Applikationen hinein.“ Und dabei kommt es laut Mark Yolton, Leiter des SAP Community Network, auf die richtige Kombination von OS und proprietärer Software an.

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