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Plattform-Revolution: was die Plattform-IT für das Business bedeutet

16. März 2017 von Uwe Schick 5

IT-Plattformen sind dabei, die Geschäftswelt komplett zu verändern. Die klassische Wertschöpfung verschiebt mit Hilfe von Technologie Marktanteile extrem. SAP liefert diese Technologie.

„Lauf so schnell Du kannst“, rät Rolf Schumann, Global General Manager Platform and Innovation, SAP Cloud Platform, allen Unternehmen. Der digitale Wandel läuft – wirtschaftlich und gesellschaftlich – rasant vorwärts und doch glauben viele Unternehmen, dass sie noch Zeit haben, diesen Wandel zunächst zu beobachten, ja abzuwarten. Das wird sich als großer Fehler entpuppen, denn die Technologie ist bereits da, mit mehr Leistung als je zuvor, und neue Geschäftsmodelle lassen sich mit ihr so einfach wie nie zuvor umsetzen. Nur muss man jetzt handeln. „Neben den großen Projekten haben wir über die SAP Cloud Platform so viele neue kleinere Projekte wie nie zuvor“, gibt Rolf Schumann preis.

Ganzheitliche Integration erfolgsentscheidend

Ein Unternehmen, das eine App mit Shopanbindung haben möchte, muss heute nicht mehr Monate oder gar Jahre darauf warten, bis Daten vernetzt und Oberflächen gestaltet sind. Das Analystenhaus Gartner spricht von zwei Modi, welche die IT heute habe: Der erste Modus steht für den geplanten und vorhersehbaren Wandel, so dass Geschäftsprozesse, optimiert für das digitale Zeitalter, jederzeit stabil und zuverlässig laufen können. Der zweite Modus steht für den experimentellen und disruptiven Wandel. Er hilft Unternehmen, neue Geschäftsideen aufzusetzen und damit letztlich Wettbewerbsvorteile auszubauen. Wegen des schnellen Wandels beschäftigen sich Unternehmen derzeit hauptsächlich mit Modus 2, doch beide Modi sind wichtig und das hat seinen Grund.

Die disruptive Wucht entwickelt sich erst, wenn Silo-Denken überwunden, bereichsübergreifende Datennutzung möglich, unternehmensübergreifende flexible Vernetzung in Echtzeit Realität wird. Wenn die Unternehmen das Datensystem optimieren und sinnvoll in die Geschäftsprozesse integrieren, führt das über die Anwendungen oft zu überraschenden, äußerst erfolgreichen Ergebnissen. „Es kommt sehr oft vor, dass ein Unternehmen erst mit der Integration der Daten die Ansätze für neue Geschäftsmodelle entdeckt“, sagt Rolf Schumann.

Effizienz und Erkenntnis durch Plattformen

Die Vorteile einer integrierenden IT zeigen sich in großem Ausmaß am Hamburger Hafen, der ohne infrastrukturelle Maßnahmen enorme Zuwachsraten beim Containerumschlag erzielte – weil er Schiffe, Kräne, Züge usw. vernetzte und nun jeder Mitarbeiter genau weiß, wo sich welche Ladung befindet. Sogar der Hafen in Shanghai könnte nun Daten senden wie „Frachter mit Ladung X ist eben ausgelaufen“. Nicht nur Hamburg kann mit den über die Plattform vernetzten Daten besser planen, wann der Frachter entladen werden soll, sondern auch ein Produzent weiß genauer, wann er mit neuen Rohstoffen rechnen kann.

Die Logistik steuert sich in diesem Prozess zunehmend selbst. Wo es früher nur wenige Messpunkte gab, erhalten die Unternehmen heute kontinuierlich aktuelle Daten, die nicht nur kausal ausgewertet, sondern durch intelligente Algorithmen korreliert werden. Mit Blick auf das Management des Unternehmens bedeutet das, die Führungskräfte erhalten quasi nebenbei intelligente Auswertungen, die für die Ausrichtung des Unternehmens erfolgsentscheidend sein können.

Die erforderliche Vernetzung und Analyse von Daten und Prozessen setzen Experten aus IT und Fachbereichen über eine Plattform sehr schnell um. Auch Banken, die traditionell mit Cobol arbeiten, gleichen heute die Kreditkartennutzung ihrer Kunden mit den eigenen internen Abrechnungen automatisiert ab. Die verschiedenen Technologien arbeiten unternehmensübergreifend zusammen, ganz gleich ob ein Unternehmen Hadoop, Ruby on Rails oder andere Frameworks bzw. Technologien nutzt: Die Daten lassen sich über eine Plattform integrieren und neue Prozesse aufsetzen. „Mittlerweile sind wir schon so weit, dass sogar die Middleware obsolet wird“, sagt Rolf Schumann und ergänzt, dass SAP der einzige Anbieter eines wirklich kompletten Ecosystems mit Infrastruktur, Plattform, Applikationen und Services ist.

Produkte zum Selbstkostenpreis – Erlöse durch Service

Die möglichen Geschäftsmodelle sind äußerst vielfältig und gehen über Effizienzvorteile weit hinaus: Mit Unterstützung einer Plattform bieten Car-Sharing-Unternehmen eine passgenaue Versicherung für den Fahrer, das geliehene Auto und den jeweiligen speziellen Einsatz an. Die Daten mehrerer Unternehmen werden dafür in Echtzeit zusammengeführt und der Nutzer mietet seinen gewünschten Wagen mit individuellem Versicherungspaket sehr komfortabel, umgehend und direkt über eine App. Das wäre ohne eine Plattform nicht möglich.

Heute verschwinden gerade in den eher traditionellen Branchen etablierte Alleinstellungsmerkmale von Produkten und Unternehmen: Sie werden von neuen Eigenschaften überlagert. So ist es beispielsweise denkbar, dass Hersteller von Multifunktions-Küchenmaschinen ihre Geräte künftig zum Selbstkostenpreis verkaufen, aber nur in Verbindung mit einem Rezept-Abo oder einem verpflichtenden Lebensmittel-Lieferservice. Der Maschinenbau kann seine Anlagen vermieten statt verkaufen und weitere Umsätze mit vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) generieren, denn die relevanten Maschinen- und Umweltdaten liegen alleine dem Hersteller vor. Designer verdienen ihr Geld, ohne Gegenstände zu produzieren: Sie verkaufen lediglich Konstruktionspläne für 3D-Drucker. „Mit der Plattform-IT hat eine massive Disruption begonnen, die alle Branchen betrifft“, ist sich Rolf Schumann sicher.

Der Startschuss ist gefallen

Ob Logistik, Handel, Beschaffung, Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Smart City, Connected Car, öffentlicher und privater Verkehr, Energie oder Medien: Keine Branche kann sich der Plattform-Revolution entziehen. Die Produktion steht den Herausforderungen Industrie 4.0, Internet der Dinge oder Losgröße 1 gegenüber. Die Unternehmenssteuerung hat mit vorausschauender Analyse viel exaktere und intelligentere Entscheidungsgrundlagen.

„Wer mit der Plattform-IT erfolgreich sein will, sollte drei Dimensionen im Blick haben: Menschen, Dinge und das Geschäft. Es geht darum, die Vernetzung optimal zu gestalten,“ sagt Rolf Schumann. Die Line of Business-Lösungen, Business Networks sowie individuelle Erweiterungen und Entwicklungen auf Basis der SAP Cloud Platform ermöglichen hier schnelle und innovative Lösungen. Mit der Integration neuer Technologien wie Machine Learning oder Internet of Things als Kernfunktionen der Plattform machen Unternehmen Innovationen für alle Bereiche zentral verfügbar. „Wichtig ist bei der Transformation der Faktor Mensch – ihn gilt es, bei der Plattform-Revolution mitzunehmen“, rät Rolf Schumann. „Die Technologie ist reif.“

Top-Foto via Shutterstock

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