SUG-UKI: Preise und Roadmaps

Feature | 22. November 2010 von Christoph Zeidler 0

Veranstaltung englischer SAP-User: Jim Hagemann-Snabe über Lizenzen und Preise (Foto: Christoph Zeidler)

Jim Hagemann Snabe über Lizenzen und Preise (Foto: Christoph Zeidler)

Ging es im vergangenen Jahr noch vorrangig um die Wartungsfrage und die Investitionsfähigkeit der SAP, so zeigt sich dieses Jahr, dass die SAP durch ihr Entgegenkommen bei der Wiedereinführung der Standardwartung und durch ihre Produktoffensive den Zorn der Anwender gemildert und in kritisches Wohlwollen gewandelt hat. Dennoch stehen weiter schwierige Themen auf der Agenda, allen voran Preis- und Lizenzierungsfragen.

Lizenzen und Preise

Nicht erst seit der Übernahme von Business Objects sei das Lizenzmodell der SAP zu kompliziert, die Preise und ihr Zustandekommen zu intransparent, so Alan Bowling, Vorsitzender der SAP User Group United Kingdom & Ireland (SUG-UKI). „Unsere Botschaft ist eindeutig: Die Nutzer wollen mehr Klarheit und Transparenz über die Preisgestaltung“, sagt Bowling. Damit einher gehe die Lizenzierungsproblematik. Mit dem zu erwartenden Mix aus klassischen Suite-Lösungen „on premise“ und cloudbasierten Anwendungen „on demand“ bräuchten Kunden mehr denn je verständliche und übersichtliche Modelle, um ihre eigenen IT-Budgets planen zu können.

„Wir brauchen Klarheit und Einfachheit statt Komplexität,“ betont der SUG-UKI Vorsitzende. Keine leichte Aufgabe, wenn Anschaffung und Wartung von Anwendungen der SAP Business Suite ebenso berücksichtigt werden müssen wie monatliche Abopreise von Cloudlösungen wie SAP CRM OnDemand, SAP BusinessObjects BI OnDemand oder SAP Business ByDesign.

Doch Tim Noble, Geschäftsführer der SAP für Großbritannien und Irland, kann an dieser Stelle eine gute Nachricht übermitteln: Mit dem SAP Licensing Guide (nur engl.) liegt umfassende Information über das Lizenz- und Preismodell für die SAP Business Suite und das SAP-BusinessObjects-Portfolio vor. „Im Endeffekt spiegelt unser Lizenzmodell nur die Art und Weise wider, wie Sie unsere Software konsumieren“, erklärt Noble.

Eine komplexe IT-Landschaft bringe leider auch Komplexität an anderer Stelle mit sich, doch man bemühe sich stets, abgestimmt auf den Einzelfall das bestmögliche Lizenzmodell zu finden. „Letztlich hat der Kunde die Wahl, welche Lizenzvereinbarung er mit uns treffen möchte“, betont Noble. Er und die 1200 SAP-Mitarbeiter in Großbritannien und Irland arbeiteten jeden Tag daran, den Kunden in der Region Mehrwert zu liefern.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Produkte und Roadmaps

Produkte und Roadmaps

Mehrwert stand denn auch ganz im Vordergrund des Vortrags von SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe, der Strategie und Vision seines Unternehmens vorstellte. Das SAP-Geschäft ruhe auf vier Säulen: den On-Premise-Anwendungen rund um die Business Suite und BusinessObjects, den On-Demand-Lösungen wie Business ByDesign und den neuen Angeboten für mobile Endgeräte rund um Sybase („on device“) sowie der Orchestrierungsschicht („orchestration“), die alles miteinander verbinde.

Dies helfe Kunden, ihre knappen Ressourcen besser zu verwalten, schnellen Zugriff auf Informationen zu erlangen und ihre Mitarbeiter umfassend zu vernetzen. Was für den Einzelnen gelte, berge im Ganzen beachtliches Potential. „65% aller Transaktionen auf der Welt laufen über ein SAP-System. Und wir wollen dabei helfen, mit unserer Technologie diese Welt ein Stückchen besser zu machen“, so Snabe. Doch das bedeute auch, Verantwortung zu übernehmen.

„Wir machen kein Spielzeug, sondern Business-Software – daher stehen Qualität und Stabilität für uns absolut im Vordergrund.“ Snabe gibt zu, dass die Balance zwischen schneller Innovation und Produktisierung nicht immer ganz einfach ist. Deshalb habe man die Qualitätslatte weiter nach oben gelegt um sicherzustellen, dass die Erwartungen der Kunden voll erfüllt würden. „Wir bringen Innovationen auf den Markt, die unseren Kunden schnellen Mehrwert bringen und die sie einführen können, ohne ihre bestehenden Systeme zu gefährden“, so Snabe.

Kurz gefasst: „instant value“ und „innovation without disruption“. Doch was verbirgt sich hinter diesen Schlagworten genau? Laut Snabe vor allem eines: eine stabile Architektur, die den Kunden hilft, ihre geschäftlichen Probleme zu lösen – auf allen Plattformen, allen Endgeräten in einem immer ansprechenderen Look & Feel. „Wir wollen Ihnen ein verlässlicher Partner sein“, verspricht Snabe den Anwesenden, „und Mehrwert und Nutzen für Ihr Geschäft zu schaffen steht für uns an oberster Stelle“.

In der anschließenden Fragerunde stellt Snabe klar, dass er vor allem die In-Memory-Technik – siehe Artikel TechEd 2010 live: Produkt-Feuerwerk und SAP HANA als bahnbrechende Neuerung versteht, die den Kunden ganz neue Möglichkeiten bieten und die Branche auf Jahre hinaus verändern werde. Was das für die Produktentwicklung und das weitere Vorgehen bedeute, wolle SAP frühzeitig in Produkt- und Technologie-Roadmaps deutlich machen.

Diese Roadmaps stehen nun im SAP Service Marketplace allen Kunden zur Verfügung (mehr dazu in Kürze auf SAP.info). Ein Stück Planungs- und Investitionssicherheit, das vom Publikum in Manchester mit Applaus bedacht wird, und ein weiterer Grund zur Freude für die User Group. Sie hat am ersten Tag des Events schon viel erreicht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Erwartungen an die Doppelspitze

Erwartungen an Doppelspitze

Roadmaps, Roadmaps, Roadmaps...

Roadmaps, Roadmaps, Roadmaps...

Alan Bowling macht deutlich, dass er die strategische Ausrichtung von SAP unter den beiden Vorstandssprechern Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe begrüßt. „Doppelspitzen haben bei SAP immer gut funktioniert, und mit der Benennung von Jim Snabe als Produktverantwortlichen an die Spitze ist die SAP bestens für die Zukunft gerüstet“, so Bowling, „Wir freuen uns sehr, Jim heute begrüßen zu können, denn er steht für Innovation und für die soliden Produkte, die SAP auszeichnen“.

Man begrüße die Doppelspitze mit offenen Armen, werde sie aber kritisch begleiten. Zwar sei das angestrebte Wachstum der SAP wichtig, um sicherzustellen, dass sie auch zukünftig den Anforderungen der Nutzer gerecht werden könne. „Aber als Anwendergruppe werden wir sicherstellen, dass niemand in unsere Taschen greift, ohne einen echten Gegenwert zu liefern“, betont Bowling.

Der Erfolg in der Wartungsfrage, den die Anwender für sich reklamieren, will er zusammen mit dem Gruppennetzwerk SUGEN (SAP User Group Executive Network) in anderen Fällen wiederholen. Zusammen mit dem SUGEN-Vorsitzenden Tonnie van der Horst und dem zuständigen SAP-Gruppenbetreuer Greg Pike gibt er den Delegierten einen detaillierten Einblick, wie die Diskussionen mit SAP verliefen und es letztlich zur Wahlmöglichkeit bezüglich SAP Enterprise Support kam. „Wir danken SAP ausdrücklich fürs Zuhören, für den Informationsaustausch und die enge Zusammenarbeit“, lobt Bowling.

Unter dem Twitter-Hashtag #suguki10 finden Sie aktuelle Informationen und Diskussionen zu der Konferenz. Auch SAP.info ist dabei: @sapinfo und @sapinfo_de.

Point of View: Craig Pike, Alan Bowling und Tonnie van der Horst (photo: Christoph Zeidler)

Craig Pike, Alan Bowling und Tonnie van der Horst (photo: Christoph Zeidler)

Tags: , , , ,

Leave a Reply