Banken bleiben hinter IT-Zielen zurück

Feature | 9. Mai 2007 von admin 0

Viele Finanzinstitute bleiben zudem hinter ihren eigenen Zielen einer optimierten IT zurück, die das Wachstum durch bessere Kundeninformationen unterstützen soll. Banken planen daher, verstärkt auf Standardplattformen und serviceorientierte Architekturen (SOA) zu setzen. Das sind die zentralen Ergebnisse der internationalen Studie “Global Retail Banking Benchmark” unter 180 Privatkundenbanken, die von der European Financial Management & Marketing Association (EFMA) sowie SAP durchgeführt und auf der jährlichen EFMA-Konferenz in Lissabon vorgestellt wurde.

“Global Retail Banking Benchmark” ist die vierte gemeinsame Umfrage von EFMA und SAP seit 2003. Sie beleuchtet den aktuellen IT-Status von Privatkundenbanken und vergleicht diesen mit ihren eigenen, prognostizierten Erwartungen. Die Umfrage wurde mit 366 Bankangestellten von Finanzinstituten aus 44 Ländern durchgeführt. Ein Großteil der Banken betrachtet demnach leistungsstarke, skalierbare IT-Systeme sowie analytische Anwendungen (Business Intelligence) als wesentliche Wettbewerbsvorteile und notwendig für ihre Wachstumsstrategien.

Privatkundenbanken wollen der Umfrage zufolge durch Konsolidierung, Aufbereitung und Analyse individueller und segmentierter Kundendaten den Nutzen ihrer Kundeninformationen deutlich steigern. Doch die Finanzinstitute hatten erwartet, zum heutigen Zeitpunkt schon deutlich weiter zu sein:

  • In der ersten Studie aus dem Jahr 2003 rechneten noch 57 Prozent der teilnehmenden Banken damit, in 2007 kontinuierliche, umfassende Analysen ihrer Kundendaten durchführen zu können. Aktuell sind jedoch nur 20 Prozent der Institute dazu in der Lage.
  • Nur 14 Prozent der Institute geben an, eine wachstumsfördernde Kundensegmentierung vollständig umzusetzen. Im Vergleich zu 2004 ist das lediglich ein Zuwachs von sieben Prozent.

“Die Finanzinstitute sollten hinterfragen, warum sie ihre Zielsetzungen der letzen Jahre nicht erreicht haben”, kommentiert Patrick Desmarès, Generalsekretär der EFMA. “Wenn acht von zehn Banken dieselbe Strategie zur Kundenanalyse verfolgen, kann nur derjenige einen Wettbewerbsvorteil erzielen, der eine Verbesserung seiner Kundeninformationssysteme tatsächlich umsetzt. Die Ergebnisse werden für interessante Diskussionen in der Branche sorgen.”
Die aktuellen Studienergebnisse belegen, dass die Mehrheit der Finanzinstitute den Ausbau ihrer analytischen Funktionen durch eine Kombination aus selbst entwickelten IT-Systemen und Standardsoftware plant. Laut Studie wollen in den kommenden drei Jahren 27 Prozent der Banken Standardsoftware einsetzen, ein Anstieg um 16 Prozent.

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie:

  • 46 Prozent der Befragten erkennen ihre gegenwärtige IT-Infrastruktur als strategischen Nachteil. 2004 lag diese Zahl noch bei 36 Prozent.
  • Im ersten Jahr der Studie rechneten fast alle Finanzinstitute mit einer zunehmenden Prozessautomatisierung im direkten Kundengeschäft. Aktuell können nur 60 Prozent der Banken teilautomatisierte Prozesse bestätigen, der Rest berichtet von unregelmäßiger oder gar nicht vorhandener Automatisierung.
  • Fast 80 Prozent der teilnehmenden Banken sehen einen Trend hin zu Standardplattformen, die durch die Weiterentwicklung von SOA-Konzepten und zunehmenden Regulierungen vorangetrieben werden.

“Die Umfrage von EFMA und SAP weist auf die großen Herausforderungen der Branche hin und zeigt, welche Anforderungen an die Bank-IT gestellt werden”, erklärt Thomas Balgheim, Head of Global Banking Line of Business bei SAP. “Die Studienergebnisse, aber auch der ständige Dialog mit unseren Kunden belegen, dass eine serviceorientierte Architektur für betriebswirtschaftliche Anwendungen (Enterprise SOA) für Finanzinstitute künftig von zentraler Bedeutung sein wird. Als Geschäftsprozessplattform kann sie den entscheidenden Wettbewerbsvorteil für mehr Wachstum liefern und Geschäftsmodellinnovationen unterstützen.”

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