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Prognosen 2016, Teil 2: Präzisionsmedizin und digitale Technologien

21. Januar 2016 von Jacqueline Prause 0

Wird 2016 „das Jahr des Nachzüglers“ sein, wenn Unternehmen, die neuen Technologien eher zögerlich gegenüber standen, ein Wettbewerbsgefälle feststellen? Wird die Revolution in der Finanztechnologie sich auch auf digitale Bankdienstleistungen für Flüchtlinge erstrecken? Wird Präzisionsmedizin uns näher an das Ziel bringen, jeden Krebspatienten zu heilen?

Das wird sich bald zeigen, meinen die Insider, die an der von SAP präsentierten Internet-Radioshow Coffee Break with Game-Changers im zweiten Teil der dreiteiligen Reihe SAP Game-Changers 2016 Predictions teilnahmen. Moderatorin Bonnie D. Graham fragte 16 renommierte Experten, Akademiker und einflussreiche Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, was sie für das kommende Jahr in ihrer Kristallkugel sehen. Jeder Interviewpartner hatte zwei Minuten Zeit für seine Vorhersage darüber, was das Jahr 2016 für seine Branche, sein Unternehmen oder seinen Technologiebereich bereithält.

Und hier die Aussagen der Experten:

1. Wir werden eine Wiederbelebung des Ladengeschäfts sehen. Dazu werden viele Dinge zählen: Apps, Verkaufsassistenten, der persönliche Butler in den Händen des Kunden und Geo-Location-Tracking. Aber dies wird auch Bedenken bezüglich Sicherheit und Datenschutz auslösen. Es wird viel darüber geredet, dass die Läden zunehmend zu Ausstellungsräumen werden, denn sie werden in die digitale Welt integriert.

– Brian Kilcourse, Managing Partner, Retail Systems Research LLC

2. Im Jahr 2016 wird Vertriebsunterstützung einer der Schwerpunkte für B2B-Unternehmen sein. Für einige B2B-Unternehmen ist der Verkauf heute schwieriger und komplexer als je zuvor. Immer mehr Käufer sind bestens informiert. Vertriebsmitarbeiter müssen Kunden in jedem Gespräch einen echten Mehrwert bieten. Ich gehe davon aus, dass immer mehr Unternehmen spezielle Ressourcen zur Vertriebsunterstützung bereitstellen werden, sowohl personeller als auch technischer Art.

– Mark Mueller, Chief Innovation Officer, itelligence

3. HR und IT sind eine Partnerschaft eingegangen und arbeiten sehr gut zusammen. Die nächste große Kooperation wird zwischen HR und Finanzwesen sein. Die engere Zusammenarbeit dieser Gruppen wirkt sich positiv auf das Personalmanagement aus. Bessere Daten helfen Ihnen, Ihre Mitarbeiter in direkten Zusammenhang mit den Finanzergebnissen zu bringen.

– Dr. Steven Hunt, Senior Vice President of Value Realization, SAP SuccessFactors

4. Frauen werden im Jahr 2016 mehr Unternehmen gründen als je zuvor. Hier deutet sich eine Trendwende an. Ihre Unternehmen werden mehr Umsätze denn je erzielen. Heute gibt es mehr Frauen, die Mentoren und Vorbilder sind. Deshalb werden wir feststellen, dass Unternehmerinnen ein anderes Verhältnis zu Geld entwickeln und bei Preisverhandlungen den Wert ihrer Produkte und Dienstleistungen in den Mittelpunkt stellen.

– Jane Wesman, President, Jane Wesman Public Relations

5. Es wird viel über den digitalen Wandel gesprochen werden. Wir haben Cloud-Lösungen, Big Data, mobile Anwendungen, Analyselösungen und künstliche Intelligenz. Die meisten IT-Experten können nun gut mit diesen Technologien umgehen und nun möchten sie sich damit beschäftigen, wie diese Anwendungen auf effektive Weise kombiniert werden können.

– Benjamin Robbins, Principal und Mitbegründer von Palador

6. Eine der Neuerungen wird ein ergebnisorientiertes Gesundheitswesen sein. Die Kosten für die Gesundheitsversorgung schellen unkontrolliert in die Höhe. Unternehmen und Regierungsbehörden befassen sich mit der Umgestaltung des derzeitigen Konzepts. Kostenübernahme und -erstattung sollen am gesundheitlichen Nutzen ausgerichtet werden.

– Joseph Miles, Global Vice President, Life Sciences Industry, SAP

7. 2016 wird das Jahr der sozialen Inklusion sein. Die Revolution in der Finanztechnologie wird nicht nur von Firmen und Organisationen begrüßt. Sie wird auch den Benachteiligten helfen. Zum Beispiel werden wir erleben, dass Menschen ohne eigenes Bankkonto vermehrt Zugang zu Bankdienstleistungen erhalten werden. Digitale Banken für Flüchtlinge werden in den Fokus rücken. Flüchtlinge werden Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen können, sodass Betrug und Kriminalität eingedämmt werden.

– Hugh McCullen, Vice President, Axxiome Europe

8. Wir müssen uns mit der neuen Generation von Kunden auseinandersetzen. Diese jungen Leute sind in der digitalen Welt aufgewachsen – stets umgeben von Technologie und sozialen Medien. Sie werden ganz anders einkaufen. Und Läden werden an Bedeutung verlieren.

– Andrea France, Fashion Principal, Consumer Products and Retail Practice, Capgemini

9. Gartner sagt: 2016 werden in Smart Cities 1,6 Milliarden vernetzte Dinge genutzt – eine große Steigerung im Vergleich zu 2015. Die Investitionen in Technologien für Smart Cities werden steigen. Doch damit sind auch Herausforderungen verbunden, denn viele der Geräte enthalten herstellerspezifische Lösungen. Es gibt Hunderte von Start-ups, die erstaunliche Open-Source-Lösungen entwickeln. Diese zu integrieren, wird weiterhin eine Herausforderung sein. Ich denke, dass wir uns 2016 darauf konzentrieren werden, Standards für mobile Anwendungen zu entwickeln, die reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Geräte sicherzustellen und Synergien zwischen IT, Serviceanbietern, sozialen Einrichtungen und Bürgern zu nutzen.

– Prashant Kulkani, Leiter von SAP Business Analytics Practice für Nordamerika, TechMahindra

10. Häufig diskutierte Themen werden die von Kurzzeit-Jobs geprägte Gig Economy sein, oder das Geschäftsmodell von Uber. In den USA wird die Zahl der externen Mitarbeiter erheblich steigen. Diese Art von Arbeitsverhältnis wird Anlass zu vielen Gesprächen, Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten geben, sowohl aus rechtlicher Sicht als auch aus HR- und Recruiting-Sicht.

– Kevin Wheeler, Berater, Autor und Futurist auf Talent Management

11. In diesem Jahr werden wir mehr Anstrengungen sehen, durch innovative Kombinationen neue Lernräume zu schaffen, die virtuell und echt sind, global und lokal, individuell und vernetzt.

– Dr. Julia Goga-Cooke, Chief Creative Director, Gconsultancy Innovation

12. Die Zentralbanken werden weiterhin im Fokus stehen. Die Weltmärkte achten sehr genau darauf, wie aggressiv die Wirtschaft in der Eurozone angekurbelt wird. Die US-Notenbank wird die Zinsen laaangsaaam anheben.

– John Evarts, COO/CFO, Mediafly

13. 2016 werden große Unternehmen endlich damit beginnen, ihre vorhandenen Big Data zu nutzen, um ihr Geschäft vorherzusagen oder zu planen. Im Jahr 2017 und danach werden Unternehmen anfangen, ihre internen Big Data mit externen Big Data zusammenzuführen, um die Zukunft ihrer Unternehmen vorherzusagen.

– Jeff Hattendorf, Mitbegründer von Macrospect

14. Qualitätsorientiertes Gesundheitswesen wird durch das Internet der Dinge möglich. Wir werden feststellen, dass die Unternehmen näher an die Patienten heranrücken und überwachen, ob die ärztlichen Empfehlungen konsequent befolgt werden. Davon wird das gesamte Gesundheitswesen profitieren. Es gibt bereits Firmen, die in Produkte wie intelligente Inhalatoren und intelligente Pillenboxen investieren. Sie gehen stärker auf die Patienten ein und konzentrieren sich stärker auf die Ergebnisse. Letztendlich tragen sie dazu bei, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken.

– Jack Schmidt, Life Science Industry Director, SAP

15. 2016 wird „das Jahr des Nachzüglers“ sein. Bei mobilen Lösungen, sozialen Netzwerken, Internet der Dinge und Big Data ist viel Neues auf den Markt gekommen. Ich glaube, dass Firmen, die bisher noch keine dieser Technologien genutzt haben, feststellen werden, dass hier offensichtlich eine Kluft entsteht – zwischen ihnen und den Unternehmen, die etwas tun. Sie werden Umsatzeinbußen erleiden und Mitarbeiter verlieren.

– Owen Pettiford, Gründer und Co-CEO, CompriseIT

16. Arbeitgeber werden sich weiterhin mit dem Thema „flexible“ und externe Mitarbeiter beschäftigen. All jene Nachzügler, die nicht flexibel sind, nicht auf die Cloud setzen und ihren Mitarbeitern nicht das Arbeitsumfeld bieten, das sie sich wünschen, werden merken, dass sie nach und nach vom Markt verdrängt werden. Eine sinnstiftende Arbeit, Flexibilität und technologische Neuerungen werden im Jahr 2016 zu den wichtigsten Kriterien zählen.

– Nina Kaufman, Esq., www.AskTheBusinessLawyer.com

 Die Aufzeichnung der Sendung kann unter SAP Game-Changers 2016 Predictions – Part 2 abgerufen werden. Und falls Sie Teil 1 verpasst haben, können Sie die vollständige Sendung unter SAP Game-Changers 2016 Predictions – Part I abrufen.

 

Foto: Shutterstock

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