Prozesse bereinigt

Feature | 20. September 2006 von admin 0

Die in Fairfield, Ohio, ansässige Tedia Company ist besser als „The Solvent Company” bekannt: Das Unternehmen stellt Laborchemikalien und Reagenzien höchster Reinheit her und hat sich damit weltweit einen Namen gemacht. Mit nur 60 Mitarbeitern produziert Tedia eine breite Produktpalette für die anspruchsvollen Anforderungen in Fertigung, Forschung und Analyse. Die hochreinen Lösungsmittel von Tedia finden sich als Bestandteil vieler bekannter Markenprodukte in den USA und weltweit. Vor rund 15 Jahren begann Tedia zudem, rund 350 seiner Chemikalien unter einer eigenen Marke zu vertreiben – und hat sich damit bis dato etwa in China als Marktführer bei hochreinen Lösungsmitteln etabliert. IT-Manager Hari Nalliah: „Unser guter Ruf gründet sich auf der Qualität unserer Produkte. Deshalb stellen wir die Tedia-Lösungsmittel zu 100 Prozent `zu Hause´ in Fairfield her. Wir sind stolz auf unsere hoch entwickelten Reinigungsprozesse und Verpackungstechniken.“

Herausforderung komplexe Fertigungsprozesse

Höchste Qualität ist also bei Tedia der Schlüssel zum Erfolg. Mindestens genauso wichtig ist die Fähigkeit des Unternehmens, für die OEM-Kunden die Produkte speziell nach deren Wunsch weiter zu reinigen. “Wir bedienen uns modernster Destillationseinheiten mit mehr als 14.000 Litern Fassungsvermögen – bei Chargenvolumina, die zwischen einigen wenigen bis zu 6.000 Litern variieren”, erzählt Nalliah. „Mit einer Lagerkapazität von über 80.000 Litern verfügen wir über genügend Spielraum, unser Geschäft mit minimalen zusätzlichen Kapitalinvestitionen in die Fertigungs- und Verpackungskapazität weltweit zu expandieren.” Natürlich macht diese Flexibilität die Fertigungsprozesse des Unternehmens komplexer. Tedia muss kleine Jobs für Versuchsserien ebenso wie große und komplexe Aufreinigungs-, Misch- und Verpackungsvorgänge abwickeln. Dennoch ist das Unternehmen bekannt dafür, Anforderungen der Kunden prompt zu erfüllen und mit seinem Know-how die gewünschten Produkte schnell auf den Markt zu bringen.
Umso erstaunlicher, dass Tedia seine komplexe Fertigung bis August diesen Jahres mit einer auf Microsoft Access basierenden IT-Lösung abgewickelt hat, die von Hari Nalliahs Vater entwickelt wurde. Ginge es alleine um die Fertigung, der die Lösung auf den Leib geschnitten ist, hätte Tedia nicht gewechselt. Doch die alte IT lässt alle betriebswirtschaftlichen Prozesse – sei es Finanzwesen, Marketing, Vertrieb oder HR – außen vor. „Bei Tedia hängt – wie in den meisten Unternehmen unserer Größe – vieles vom direkten Kontakt der Mitarbeiter untereinander ab. Mit Spezialistentum und Abschottung zwischen den Bereichen, wie man es von großen Unternehmen her kennt, könnten unsere Kollegen ihren Job nicht machen. Gezwungenermaßen versteht jeder unsrer Mitarbeiter im Groben das Gesamtbild.“

Vision mit Weitblick

Obwohl Tedia wirtschaftlich hervorragend dasteht war sich die Führungsebene zum einen des Potenzials bewusst, das eine Integration von Fertigung und Betriebswirtschaft mit sich bringt. Zum anderen, räumt Nalliah ein, war Tedia beim „Kundenbeziehungsmanagement und mit Reaktionen auf Marktveränderungen etwas schwerfällig“ und wollte hier Abhilfe schaffen. Hari Nalliah hatte bereits während seiner High-School-Zeit für Tedia gearbeitet. Vor rund einem Jahr beauftragte ihn das Unternehmen, die Buchhaltung sowie Fertigung, Vertrieb und Marketing von Microsoft Excel auf eine integrierte Lösung umzustellen.
Bei Präsentationen verschiedener Anbieter fand Tedia keine Lösung mit dem gewünschten Funktionsumfang. „Plan B wäre gewesen, die vorhandene Umgebung aus eigener Kraft umzubauen. Doch Tedia ist keine IT-Entwicklungsfirma und will es auch nicht werden“, erzählt Nalliah. Als ein SAP-Partner in Cincinnati empfahl, die Fourth Shift Edition for SAP Business One von SoftBrands genauer unter die Lupe zu nehmen, lehnten Nalliah und sein Team zunächst ab. Ihr erster Eindruck: Die SAP-Anwendung sei für Tedia eine Nummer zu groß.

Die Fertigung muss mit ins Boot

Neben der „passenden“ IT-Lösung hatte Nalliah jedoch noch andere Sorgen. „Die größte Herausforderung bestand darin, den Fertigungsbereich mit Herz und Verstand für die neue Lösung zu gewinnen. Schließlich hatten die Leute dort perfekt und erfolgreich mit der Access-Lösung gearbeitet – und wollten auch in Zukunft ungestört so weitermachen.“ Hari Nalliah bat daher seinen Vater – den Leiter der Fertigung – bei seinen Mitarbeitern in Erfahrung zu bringen, was am dringendsten gebraucht wurde um die Arbeit zu erleichtern. Ganz oben auf deren Wunschliste standen effizientere und genauere Stücklisten für eine exaktere Terminierung und Bestandsüberwachung, erweiterte Möglichkeiten für Verwaltung, Pflege und Zugriff auf Produktdaten und eine bessere Koordination der Einkaufs-, Fertigungs- und Versandaktivitäten.
Auf direkte Anfrage erstellte SoftBrands dann eigens für die Fertigung eine Demo und konnte diese Mitarbeiter letztendlich doch für die SAP-Business-One-Anwendung gewinnen. Da Vertrieb, Marketing und Finanzwesen ohnehin mit der Anwendung einverstanden waren, gab Nalliah in der ersten Januarwoche 2006 den Startschuss für die Implementierung. „Bei Tedia hatte niemals zuvor jemand mit einer integrierten Software gearbeitet, selbst MRP war für uns ein Fremdwort“, so Nalliah. „Uns war also klar, dass wir einiges lernen mussten.“

Deutlich sichtbare Vorteile

Mit Erfolg. Nur 48 Stunden nach dem Produktivstart verschickte Tedia termingerecht eine Riesenlieferung an seinen größten Kunden in China. Die verschiedenen Abteilungen bei Tedia erkannten rasch die Vorteile der „Fourth Shift Edition for SAP Business One”. Die Mitarbeiter beim Wareneingang sind beispielsweise froh, dass sie nun in Echtzeit prüfen können, ob die Lieferung tatsächlich der Bestellung entspricht. Früher hatte sie das bis zu zwei Tage gekostet. Auch der Bestellprozess läuft jetzt runder. Bislang hatten sich etwa Fehler in der Buchhaltung durch alle Prozesse bei Tedia fortgepflanzt. „Wir können Bilanzen und Prognosen jederzeit auf Knopfdruck erstellen“, schildert Nalliah einen weiteren Vorteil. „Heute trifft die Führung Entscheidungen aufgrund aktueller Daten, nicht aufgrund persönlicher Meinungen und Theorien.“
In einem zweiten Schritt wird Tedia Barcodefunktionen einführen, um die Datenerfassung in der Fertigung sowie die Bestandsführung, den Versand und den Wareneingang zu verbessern. „Im Bereich der Fertigungsplanung erwarten wir eine kontinuierliche Verbesserung”, sagt Nalliah. „Der bessere Einblick in die gesamten Betriebsabläufe wird unsere Effizienz erhöhen. Beispielsweise versetzen uns die neuen Prognosemöglichkeiten in die Lage, die Vorlaufzeit für Tedia-Markenprodukte zu reduzieren. Wir können Container zum Transport leichter planen, die Auslastung sicherstellen und genauere Terminzusagen geben. Mein Vater und ich haben bis zum Ende der Implementierung sehr hart gearbeitet”, schließt Nalliah. „Doch es hat sich für uns und Tedia gelohnt.“

Weitere Informationen zu Tedia Company finden Sie unter
http://www.tedia.com” www.tedia.com.
Informationen zu SoftBrands Fourth Shift Edition for SAP Business One finden Sie unter
www.fourthshiftedition.com
Weitere Informationen zu SAP Business One finden Sie unter
http://www.sap.com/solutions/sme/businessone.

Christine Macfarlane

Christine Macfarlane

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