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Prozesse überdenken und vereinfachen

30. Oktober 2015 von Andreas Schmitz 0

„Wenn es trocken ist und die Sonne scheint, läuft unser Geschäft“, freut sich Ottakringer Brauerei-Vorstand Matthias Ortner über einen „fantastischen“ Sommer. Dann fallen auch die Vorbereitungen für den Softwarewechsel Ende des Jahres entschieden leichter.


Warum es Matthias Ortner wieder zur Ottakringer Brauerei zurückgezogen hat
Was sich der Vorstand von dem Prozess-Check im Unternehmen verspricht
Warum der Softwarewechsel zum Jahreswechsel stattfindet

Zurück zu den Wurzeln: So könnte man den Wechsel von Matthias Ortner vom Getränkegroßhändler Kolarik & Leeb zur Ottakringer Brauerei AG Anfang des Jahres beschreiben. Denn 17 Jahre hatte der gelernte Ingenieur mit MBA bereits in der Brauerei gearbeitet, bevor er zum Schwesterunternehmen Kolarik & Leeb wechselte. Nun also gestaltet er als einer von zwei Vorständen die Entwicklung in der Wiener Traditionsbrauerei.

Die Chance, Prozesse zu überdenken

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Matthias Ordner, Vorstand der Ottakringer Brauerei, verspricht sich von der SAP-Einführung eine Vereinfachung der Prozesse.

Dem strategischen Softwarewechsel wäre Ortner auch bei seinem vorherigen Arbeitgeber nicht “entkommen”: Die Großhandelskollegen von Kolarik & Leeb sind neben den Brauern von der Ottakringer Brauerei und der Trinkservice GmbH nämlich das dritte Unternehmen, das an der bevorstehenden ERP-Einführung beteiligt ist. Zum 1. Januar 2016 werden die Ottakringer Brauerei und die Trinkservice GmbH mit dem neuen ERP-System starten, Kolarik & Leeb folgt drei Monate später. Ortner sieht in dem Softwarewechsel die Chance, „von Grund auf alles zu überprüfen.“ Prozesse, die seit Jahren im Unternehmen etabliert sind, machen vielleicht aus heutiger Sicht oder mit den neuen Möglichkeiten moderner Software so keinen Sinn mehr. Alle Prozesse überdenken und vereinfachen, lautet deshalb die Forderung und Hoffnung des Unternehmenschefs, die er mit der Einführung der neuen Software verbindet.

Und das kommt dann allen Abteilungen zugute, etwa der Produktion, der Lagerlogistik und dem Marketing. Zumal sich in den sieben Jahren, in denen Ortner nicht da war, einiges geändert hat. „Das Unternehmen öffnet sich immer mehr“, beschreibt Ortner diese Entwicklung. Die Brauerei sucht mehr denn je den engen Kontakt zu seinen Kunden, richtet jährlich Braukultur-Wochen aus, organisiert Konzerte und bietet täglich Führungen durch die Brauerei an. 300.000 Besucher kamen im letzten Jahr. „Das ist inzwischen ein Bereich, der schon ein paar Prozent vom Umsatz ausmacht“, erläutert Ortner, der den Veranstaltungszweig des Unternehmens als wichtiges Marketinginstrument ansieht. Und im Marketing geht es auch immer um Kundendaten, die etwa für Promotion-Aktionen und Gewinnspiele essentiell sind. Je besser hier Prozesse ineinandergreifen, umso besser ist das auch für das Gesamtgeschäft.

530.000 Hektoliter Bier pro Jahr aus dem Hause Ottakringer

Das Marketing kurbelt wiederum das Kerngeschäft weiter an. Und hier führt aktuell das Ottakringer Helle das Ranking der meistgetrunkenen Biere aus dem eigenen Hause an, vor dem Wiener Original und dem Ottakringer Citrus Radler. 530.000 Hektoliter Bier aus dem Hause Ottakringer wurden im vergangenen Jahr getrunken. 77 Millionen Euro Umsatz machte die zweitgrößte Tochter in der Ottakringer Getränke AG damit. Mit Wiener G’mischtes, dem Festivalbier Ottarocker oder dem Szenebier XVI lassen sich die Brauereimitarbeiter immer wieder neue Produkte einfallen. Seit einem Jahr hat Ottakringer zudem mit dem „Brauwerk“ seine eigene „Handwerksbrauerei“ auf dem Gelände. „Hier brauen wir ausgefallen Biere wie etwa ein Belgisch Blond, das mit Trappistenhefe gebraut ist oder ein IPA, ein Indian Pale Ale, das verschiedene Aromahopfen enthält“, erläutert Ortner.

Auch die neue Software will gut gemacht sein. Und die „Zusatzstoffe“ müssen stimmen. Zu präsent ist Vorstand Ortner noch der Fall eines Limonadenherstellers, der nach einer Software-Umstellung vier Monate lang keine Rechnung versenden konnte. Da beim Piloten bei der Vöslauer Mineralwasser AG mit SAP alles gut ging, ist er wenig beunruhigt. Der Zeitpunkt, der nun gewählt ist, ist auf jeden Fall ein guter: „Der Jänner ist der schwächste Monat im Jahr und der Jahresabschluss läuft noch auf dem alten System“, erläutert Ortner. Etwas Sicherheit kann nicht schaden: Denn schließlich stehen noch andere wichtige Projekte zur Markenpositionierung und ein Umbau der Brauerei an.

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