Intersolar 2010: Trends, Produkte, Software

Feature | 9. Juni 2010 von Frank Völkel 0

Die meisten Solarmodul-Hersteller verwenden SAP-Software (Foto: Frank Völkel)

Die meisten Solarmodul-Hersteller setzen auf SAP-Software (Foto: Frank Völkel)

Die weltgrößte Solarmesse in München erstreckt sich über 12 Ausstellungshallen inklusive eines Freigeländes. Insgesamt stellen 1.500 Firmen ihre Produkte aus – der Veranstalter rechnet mit  60.000 vorwiegend internationalen Fachbesuchern an drei Tagen. Denn nach wie vor ist dem Markt für erneuerbare Energien ein gehöriges Maß an Aufbruchstimmung anzumerken. Schon am ersten Messetag sind die Hallen und Parkhäuser sehr gut gefüllt. Dabei werden nicht nur die Stände der namhaften Hersteller regelrecht belagert, sondern auch die einfachen Boxen mit wenigen Quadratmetern Fläche von Fachpublikum gut besucht.  

Ausgehend von der Technologie der einzelnen Zellentypen bei Photovoltaik-Modulen (amorphe Dünnschichtmodule, Solarzellen aus polykristallinem Silizium und Zellen aus monokristallinem Silizium) haben sich in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe an Firmen etabliert, die bei der Herstellung von Solarmodulen bzw. Zellen international den Ton angeben.

Solarzellen-Prototyp mit 18,5% Wirkungsgrad von Kyocera (Foto: Frank Völkel)

Solarzellen-Prototyp mit 18,5% Wirkungsgrad von Kyocera (Foto: Frank Völkel)

Zu den erfolgreichsten Unternehmen gehören Q-Cells aus Deutschland, First Solar und Sunpower aus den USA, Suntech aus China, Kyocera, Sanyo und Sharp aus Japan. Alle genannten Unternehmen setzen in ihrer Prozess-Kette auf SAP-Software mit jeweils unterschiedlichen Modulen. Die auf Dünnschicht-Module spezialisierte Firma Sunpower geht einen Schritt weiter und verwendet SAP Carbon Impact – siehe Artikel Grüne Software: SAP Carbon Impact.

Der internationale Photovoltaik-Markt sieht weiterhin einer sonnigen Zukunft entgegen. Schenkt man der aktuellen Prognose des Marktforschungsunternehmens iSuppli Glauben, so wird 2010 weltweit ein Photovoltaik-Zubau von rund 13,5 Gigawatt erwartet. Mit einer Gesamtleistung von knapp 10 GW (10.000.000.000 Watt) und einem Zubau von 3,8 GW allein im Jahr 2009 liegt Deutschland weltweit an der Spitze. Laut iSuppli wird Deutschland, trotz eventueller Kürzung der Solarstrom-Einspeisevergütung, das Wachstum des europäischen Marktes in den nächsten Jahren auch weiterhin anführen. Italien, die USA und Japan befinden sich derzeit auf dem Weg zum Gigawatt-Markt.

Freigelände auf der Intersolar 2010 in München (Foto: Frank Völkel)

Freigelände auf der Intersolar 2010 in München (Foto: Frank Völkel)

Resol: Solarwärmeertrag per Smartphone

Abruf des Wärmeertrags per iPad mittels Resol-App

Abruf des Wärmeertrags per iPad mittels Resol-App

Im Trend liegt die Fernüberwachung von Solaranlagen per Smartphone. Wie auf der Intersolar zu sehen war, tauchen immer mehr Apps für iPhone und iPad auf. Wer eine gewerblich installierte Anlage überwacht, will sämtliche Daten auf Tastendruck mobil abfragen können. Mit „Suntrol“ von Solarworld beispielsweise ist es möglich, die Erträge einer Solarstromanlage auf dem iPhone abzurufen. Aber nicht nur die eigene Anlage kann eingesehen werden, auch zahlreiche Anlagen, sortiert nach Postleitzahlen sind tagesaktuell abrufbar. Das soll zusätzlich eine Einschätzung über die Qualität der eigenen Anlage ermöglichen.

Für thermische Solaranlagen gibt es vergleichbares wie beispielsweise „VBus Touch“ von Resol. Diese Software für Smartphones stellt sowohl Livedaten als auch Verlaufsdiagramme einer Solarthermieanlage mobil dar. Voraussetzung ist ein spezieller Regler mit Datenschnittstelle und einem Datenlogger, der über das Netzwerk mit dem Internet verbunden ist. Recht interessant wirkt die Auslegung der Software auf dem iPhone: Wird der Taschencomputer senkrecht gehalten, wird das Anlagenschema mit den Livedaten angezeigt, dreht man das Gerät in die Waagerechte, schaltet es auf die Darstellung des Verlaufsdiagramms um.

SAP-Kunde Q-Cells mit Rekordwirkungsgrad von 13% bei einem Dünnschichtmodul (Foto: Frank Völkel)

SAP-Kunde Q-Cells mit Rekordwirkungsgrad von 13% bei einem Dünnschichtmodul (Foto: Frank Völkel)

Ertragszahlen per Smartphone in Echtzeit

Fernüberwachung von Photovoltaikanlagen per Smartphone von Sonnensysteme

Fernüberwachung von Photovoltaikanlagen per Smartphone von Sonnensysteme Projektgesellschaft

Die Sonnensysteme Projektgesellschaft zeigte auf der Intersolar die track_app für das iPhone. Mit der integrierten Darstellung der Tracker-Performance sind Betreiber von Solaranlagen permanent über die eingespeiste Leistung und Energieproduktion in kWh informiert. Eine Performance-Auswertung gibt einen Überblick über die aktuelle Ertragssituation, während ein Leistungstacho in Echtzeit die momentan produzierte Leistung anzeigt. Der Clou: Angeschlossene (Web-) IP-Kameras lassen sich per Smartphone abfragen, so dass ein grober Überblick über die Anlage gewährleistet wird. Zudem gibt eine frei skalierbare Auswertung über der Laufzeit weitere Informationen über die Gesamtleistung des Systems.

Dünnschichtmodule mit 10% Wirksgrad von Inventux (Foto: Frank Völkel)

Dünnschichtmodule mit 10% Wirkungsgrad von Inventux (Foto: Frank Völkel)

Hat vor kurzem auf SAP-Software umgestellt: Marktführer Schletter fertigt Gestelle für Solaranlagen

Hat vor kurzem auf SAP-Software umgestellt: Marktführer Schletter fertigt Gestelle für Solaranlagen

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