CRM 7.0 lernt Facebook

Feature | 28. September 2010 von Christiane Stagge 0

Bankenkongress 2010 in Frankfurt: CRM mit Facebook/Twitter verknüpft (Foto: Christiane Stagge)

Bankenkongress 2010 in Frankfurt: CRM mit Facebook/Twitter verknüpft (Foto: Christiane Stagge)

Die Finanzkrise war gestern – heute gibt es Facebook und Twitter. Das Thema Social Media beschäftigt nun auch das Bankenwesen. Doch was twittern Kunden? Welche Kommentare geben sie auf Facebook ab? Wie lässt sich eine neue Kampagne über die Facebook-Website einsteuern?

Social Media ist eines der Hauptthemen auf dem SAP-Bankenkongress 2010 in Frankfurt. Da immer mehr Menschen Plattformen wie Facebook und Twitter nutzen, haben auch Banken diese Kanäle als Akquise-Werkzeug für sich erkannt.

SAP hat darauf entsprechend reagiert und bietet im Erweiterungspaket für CRM 7.0 einige Neuerungen an. Doch noch ist das EHP1 nicht auf dem Markt. Alexander Schroeter, Director CRM Solution Management von SAP, kündigte die Ramp-Up-Phase noch für Ende 2010 an und stellte vorab im Eiltempo die wichtigsten Neuerungen vor.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Marketing via Twitter/Facebook

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Viele Banken bieten mittlerweile Apps für Tablet-PC und Smartphone an (Foto: Deutsche Bank AG)

Pakete für Social Media

Live-Demos auf dem Bankenkongress (Foto: Christiane Stagge)

Live-Demos auf dem Bankenkongress (Foto: Christiane Stagge)

Neben einer überarbeiteten web-basierten Bedienoberfläche und verbesserten Suchfunktionen soll das überarbeitete Release neue Kommunikationskanäle bedienen können. CRM 7.0 wird künftig mit folgenden Social-Media-Paketen ausgestattet sein:

  • Twitter Customer Service by SAP
  • Twitter Marketing Campaign by SAP
  • Target Marketing via Facebook by SAP

Worüber twittert der Kunde? Twitter Marketing Campaign by SAP soll darüber Auskunft geben. Mit Hilfe von BusinessObjects Text Analysis analysiert und sammelt die Software wie in einem Scanverfahren bestimmte Begriffe. Mit einem Klick erscheinen somit sämtliche Tweets mit den gewünschten Schlagworten.

Target Marketing via Facebook by SAP soll dabei helfen, über Facebook eine Marketingkampagne zu starten. So können Unternehmen über Facebook Kontakt mit ihren Kunden aufnehmen und der Community eigens programmierte Widgets zur Verfügung stellen.

Angebote in Echtzeit: Bausparvertrag und Girokonto

Mit dem EHP1 wird CRM 7.0 außerdem um BI-Funktionen aus dem BusinessObjects Portfolio erweitert. So gibt es vorkonfigurierte Dashboards, Analysetools und Reportingfunktionen. Eine weitere Besonderheit ist das Angebotsmanagement in Echtzeit: Ruft ein Kunde an, um beispielsweise ein neues Girokonto für das neugeborene Kind zu eröffnen, kann der Call Center-Mitarbeiter gleichzeitig sämtliche Daten aufrufen, um den frischgebackenen Vater auch gleich noch einen neuen Bausparvertrag anzubieten.

Kollaborationsmöglichkeiten wie in SAP StreamWork wird es ebenfalls geben. So können in einem Sharing Tool mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an einem Projekt arbeiten, Aufgaben verteilen und Daten austauschen. Auch ein Instant-Messenger ist ins CRM integriert.

Mit dem EHP1 soll außerdem die Wirksamkeit von Marketingkampagnen gemessen werden können. Auch erweiterte Marketingprogramme wie das Einbinden von Partner- und Treueprogrammen, die Segmentierung von Aufgabenbereichen und die Listenverwaltung zählen zu den neuen Funktionen. Der Marketingkalender wird mit Adobe-Flex-Technologie mit einer neuen Bedienoberfläche ausgestattet sein.

Auf die Frage, inwiefern das EHP1 neue Compliance-Vorschriften und Regeln berücksichtige, die gerade für das Bankenwesen von Bedeutung seien, konnte Schroeter noch keine eindeutige Antwort geben. Dafür warb er für SAP CRM Rapid Deployment Edition, ein CRM mit Schnellstartoption: Die Software enthält vordefinierte, branchenspezifische Funktionen und bietet alle wichtigen Features für Marketing, Vertrieb und Service. Die Kosten belaufen sich auf 30 Euro pro Benutzer im Monat und 1000 Euro pro Lizenz. Das Angebot gilt ab 100 Nutzern mit einer Mindestlaufzeit von zwei bis drei Jahren. Die Software soll in sechs bis acht Wochen produktiv sein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Service to Cash, Price Optimization for Banking

Infos über neue Software an der SAP-Infotheke

Infos über neue Software

Business ByDesign auch fürs Bankenwesen

Bernd Brandl erläutert die Produktstrategie für den Bankensektor (Foto: Christiane Stagge)

Bernd Brandl erläutert die Produktstrategie für den Bankensektor (Foto: Christiane Stagge)

Neben Social Media sind Basel III, Compliance und IT-Kosten weitere Themen beim SAP-Bankenkongress. Bernd Brandl, Mitglied der Geschäftsführung von SAP D/A/CH, erläutert vor 560 Teilnehmern die SAP-Produktstrategie und präsentierte Service to Cash und Price Optimization for Banking als neue SAP-Produkte fürs Finanzwesen. Brandl warb für OnDemand und stellte Business ByDesign als eine auch für Banken geeignete Software vor. Nach dem Kauf von Sybase wird es demnächst auch einige neue mobile Lösungen geben.

Oracle oder SAP: Plattform-Unabhängigkeit gewünscht

Die Postbank AG ist seit zehn Jahren Kunde von SAP und hat nun die Lösung SAP Banking Services 6.0 im Einsatz. Wie Mario Daberkow, Vorstand IT/Operations von der Postbank in seiner Keynote betonte, wünsche er sich vor allem Plattformunabhängigkeit: Ob Oracle oder SAP – welche Plattform und Datenbank die geeignete ist, solle künftig der Kunde entscheiden dürfen und nicht SAP. Klare Worte auch im Bezug Produkte: Daberkow plädierte für eine Integration der verschiedenen SAP-Lösungen zu einer Gesamt-Banking-Suite, inklusive ERP- und BI-Funktionen.

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Weitere Themen in Frankfurt: Basel III, Compliance und IT-Kosten

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