SUG UKI: Wie innovativ ist SAP?

Feature | 24. November 2009 von Christoph Zeidler 0

Leichtathletikweltmeister Kriss Akabusi eröffnete die Anwenderkonferenz (Foto: Christoph Zeidler)

Leichtathletikweltmeister Kriss Akabusi eröffnete die Anwenderkonferenz (Foto: Christoph Zeidler)

Leitmotiv der zwei Tage ist – passend zum Motto „Zusammenarbeit bringt Erfolg“ – das Thema Sport, eröffnet durch den britischen Ex-Leichtathleten Kriss Akabusi, Staffellaufweltmeister von 1991, der „Leistungsbereitschaft, Teamwork und das gemeinsame Streben nach Verbesserung“ auch als Grundlagen sieht, um in der IT Erfolg zu haben. Er ermutigt die über 500 Teilnehmer, sich stetig weiterzuentwickeln, ihr Unternehmen voranzubringen und die Branche als Ganzes fit für die Zukunft zu machen.

Zum ersten Mal in Manchester

Alan Bowling, Vorsitzender der SAP User Group United Kingdom & Ireland (SUG UKI), ist sichtlich stolz darauf, das sein Verband die größte SAP-Konferenz des Landes auf die Beine gestellt hat und freut sich über mehr Sponsoren, mehr Aussteller und mehr Teilnehmer als je zuvor. „Wir vertreten die Belange von SAP-Anwendern in der Region sehr erfolgreich, und sprechen Probleme direkt bei SAP an, wie zum Beispiel den Enterprise Support.“ Hier arbeiten Bowling und seine Kollegen im SAP User Group Executive Network (SUGEN) weiter an den vereinbarten KPIs und dem Benchmarking.

„Wir stellen die meisten Benchmarking-Teilnehmer im europäischen Vergleich“, so Bowling.
Tim Noble, neuer Geschäftsführer von SAP UKI, der diesen Posten erst vor einigen Monaten übernommen hat, nutzt die Gelegenheit, sich bei den versammelten Anwendern vorzustellen und verspricht, weiter in die Betreuung der Kunden zu investieren: „Wir haben seit der Übernahme von Business Objects hier in UKI hart daran gearbeitet, zu einer Organisation zu werden, von der Sie alle profitieren. Durch stringentes Account Management, effektiven Support und offene Kommunikation wollen wir Ihnen helfen, noch besser zu werden. Dafür stehe ich ein.“

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Partner und Anwender trafen sich in Manchester (Foto: Christoph Zeidler)

Partner und Anwender trafen sich in Manchester (Foto: Christoph Zeidler)

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IT muss Mehrwert schaffen

Zum ersten Mal zu Gast bei der britisch-irischen Anwendergruppe ist auch Chakib Bouhdary, Chief Value Officer von SAP, der, seinem Titel treu, Überlegungen zum Thema Wertschöpfung und Mehrwert anstellt. Was ist Mehrwert? Wer schafft ihn? Wer im Unternehmen ist dafür zuständig? Klare Antwort: Die IT ist ein wichtiger Player, ohne die seiner Ansicht nach gar nichts geht. Shared Services, Optimierung der Wertschöpfungskette, Einbindung neuer Techniken – „Ohne IT gibt es keine Innovation.

Und wer in einem Unternehmen versteht die Prozesse aller Bereiche besser als der CIO?“ Die Welt entwickle sich extrem schnell weiter, verändere sich, und die IT müsse den Wandel begreifen, ernst nehmen und technologisch begleiten. Wer neue Trends als Erster in sein Geschäftsmodell integriere, werde als Gewinner aus der Krise hervorgehen. „Nur auf die Kostenbremse zu treten, reicht nicht. Erfolg kann man nicht herbeisparen.“

SaaS und Cloud auf dem Vormarsch

Beispiele für diese neuen Trends nennt Ray Wang, Analyst und Partner der Altimeter Group, seit langem kritischer Begleiter der Branche. „Wer nicht offen ist für Neues, verliert“, und das fange schon bei kleinen Dingen wie Twitter an. „Twitter hat eine enorme Breitenwirkung erreicht. Sie alle sollten twittern, denn wenn Sie es nicht tun, macht es Ihr Wettbewerber.“ Doch natürlich gehe es um viel mehr: das Einbinden von Social-Media-Elementen in die Unternehmensstrategie und damit die IT, die Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu vernetzen, von „der Weisheit der Vielen“ zu profitieren, Stichwort Cloudsourcing bzw. Crowdsourcing. „Die Zukunft liegt in der Wolke, in Software als Service. Niemand wird dauerhaft mehr große Lösungen selbst vor Ort betreiben müssen.“ Die kritischen Kernprozesse würden selbst betrieben, alles andere rausgegeben.

Die Technik ändere sich so schnell, dass der CIO heute nicht mehr bestimmen könne, was gemacht werden, sondern der Markt mache Vorgaben. „Steter Wandel ist das einzige, was feststeht“, so Wang. Die Technik veraltere immer schneller, und CIOs müssten Wegbereiter des Wandels sein, anstatt an überholten Techniken festzuhalten.

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Der Vortrag des Analysten Wang war gut besucht. (Foto Christoph Zeidler)

Der Vortrag des Altimeter-Analysten war gut besucht. (Foto Christoph Zeidler)

Wie innovativ ist SAP?

Gleiches gelte auch für SAP. „Kunden nehmen SAP nicht mehr als innovatives Unternehmen wahr“, so Wang. Trotz der hohen Summen, die SAP in Forschung und Entwicklung investiere, komme beim Kunden wenig Neues an: „Wann haben Sie zuletzt von Duet gehört, wer von Ihnen hat es im Einsatz? Was ist mit Business ByDesign? Wer nutzt SAP NetWeaver wirklich als Middleware?“

Unangenehme Fragen für SAP, unangenehme Fragen für einen Teil der Anwender. SAP sei ein innovatives Unternehmen, habe Potential, doch vielfach kämen diese Innovationen nie beim Kunden an. „Es gibt großartige Beispiele für Innovation, an denen SAP arbeitet, doch viele Kunden wissen davon nichts.“  Vielfach käme Neues nicht auf den Markt, weil interne Querelen die Dinge verlangsamten. Sein Rat an die Kunden: „Arbeiten Sie mit Ihrer Anwendergruppe zusammen, finden Sie heraus, was bereits verfügbar ist, schauen Sie sich die Produkt-Roadmap an und machen Sie Druck!“ Es ist wie im Sport: Manchmal muss man die Schlagzahl erhöhen, um erfolgreich ins Ziel zu kommen.

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