DSAG-Technologietage 2009

Feature | 9. März 2009 von Susann Leder, SAP.info 0

DSAG-Technologietage 2009, 18. bis 19. Februar 2009 in Darmstadt (Foto: DSAG)

Mehr als 1.200 Teilnehmer zählte diesmal die jährlich stattfindende Veranstaltung – im Mittelpunkt der zahlreichen Expertenvorträge: Die aktuellen Entwicklungen rund um SAP NetWeaver u. a. mit Blick auf Business Intelligence & Corporate Performance, Monitoring für SAP-Systeme, Testen & Qualitätssicherung, Virtualisierung und Datenmanagement.

Möglichkeiten von SAP NetWeaver verstehen

Dr. Marco Lenck, Vorstandsmitglied der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V., (Foto: DSAG)


Von „schlaflosen Nächten für CIOs“ sprach Wolfgang Eschenfelder, Vice President and Head of Active Global Support EMEA, SAP AG. Sie seien gefordert, die IT zu straffen, zu standardisieren und zu harmonisieren. Mit weniger Budget müssten sie immer mehr erreichen und seien mit teils widersprüchlichen Anforderungen konfrontiert. Die Betriebskosten eines Unternehmens seien abhängig von der Transparenz der Geschäftsprozesse. Mit einer einzigen und zentralen Datenquelle wie dem SAP Solution Manager, einem Werkzeug von SAP NetWeaver, könne eine einheitliche und transparente Sicht auf alle Prozesse und Lösungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg geschaffen werden.

Dr. Lenck sagte, es sei entscheidend, „schnell auf strukturelle Veränderungen reagieren zu können. Es sind Methoden gefragt, mit denen sich Kosten für Upgrades sparen und Plattformen effizient nutzen lassen“.

Dazu müsse man hinsichtlich der IT neben den Prozessen auch die notwendigen Technologien kennen und im Griff haben. Was in der Theorie einfach klinge, gestalte sich aber in der Praxis deutlich schwieriger: „Die Möglichkeiten der neuen Technologien rund um SAP NetWeaver sind aufgrund ihrer Vielschichtigkeit für viele Unternehmen nur schwer zu greifen. Wer heute wettbewerbsfähig bleiben will, muss aber neben managementbezogenen Aspekten auch die technische Weiterentwicklung der IT-Systeme im Auge behalten“, so Dr. Lenck.

Beste Sicht mit leistungsfähiger IT-Architektur

Unternehmen arbeiten heute mit vielen verschiedenen IT-Produkten und Werkzeugen, seien es Lösungen von SAP oder anderen Anbietern. Dabei geht der Trend deutlich weg von monolithischen und hin zu Multi-Vendor-Lösungen. Die Folge: Manche Ansätze sind inkompatibel, andere führen zu höheren Betriebskosten, weil die nötige Transparenz der Geschäftsprozesse fehlt.

Gefragt ist eine leistungsfähige IT-Architektur, die in einer einzigen und zentralen Datenquelle alle prozessübergreifenden Anwendungen über ihren gesamten Lebenszyklus abbildet und so eine konsistente Sicht auf die Situation schafft.

Ein Fundament für solche Anwendungen ist die Technologieplattform SAP NetWeaver.

SAP NetWeaver Update 2009

Unternehmen benötigten Varianz in der Technologie und Stabilität im System, so Dr. Franz-Josef Fritz aus der SAP NetWeaver-Organisation der SAP AG. Sein Credo: Die Plattformstrategie von SAP sei langfristig angelegt und schütze Unternehmen so vor neuen Investitionen – wie der Rückblick auf die DSAG-Technologietage der Jahre 2003 bis heute eindrucksvoll vor Augen führe.

Viele SAP-Technologien wie der SAP Solution Manager, SAP NetWeaver Process Integration (vormals SAP ExChange Infrastructure), Lifecycle Management oder SOA sind danach nicht neu. An vielen dieser Themen arbeite die SAP schon länger, wie die Historie zeigt. Somit seien diese Technologien ein langfristiges Angebot, das die SAP im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt habe, fasste Dr. Fritz in seinem Rückblick zusammen.

Eine optimale Ergänzung bietet das neu hinzugekommene Angebot von SAP Business Objects, das eine breite Vielfalt an Werkzeugen und Anwendungen für die bessere Vernetzung von Mitarbeitern, Informationen und Geschäftsprozessen zur Verfügung stellt.

SAP NetWeaver und SAP BusinessObjects-Lösungen effizient nutzen

Mit der Frage, wie SAP-Kunden SAP NetWeaver Business Warehouse (SAP NetWeaver BW, vormals SAP NetWeaver Business Intelligence) und die Anwendungen von SAP Business Objects für ihr Geschäft nutzen können, beschäftigt sich die DSAG-Themengruppe SAP NetWeaver BI und Business Objects.

Hier diskutieren IT-Experten und vor allem Endanwender, die die Produkte bereits im Einsatz haben, bei regelmäßigen Treffen, in einer eigens entwickelten Online-Community sowie in Workshops, wie es mit SAP NetWeaver BW und SAP BusinessObjects „vernünftig“ weiter gehen kann.

Oft wisse die SAP nicht, wie die Kunden ihre Lösungen und Werkzeuge einsetzen und was sie genau mit den Tools machen, so Jörg Steinhorst, Sprecher der Gruppe.

Hier möchte die Themengruppe aufklären und sich aktiv an der Optimierung technologischer Entwicklungen beteiligen. Das gesammelte Feedback und die Kundenbedürfnisse werden direkt an SAP weitergegeben. Ziel ist es, dass Kundenansprüche schon in SAP-Produkte einfließen, bevor sie auf den Markt kommen.

DSAG-Ressort Technologie

Um das Technologiethema innerhalb der DSAG auf noch breitere Füße zu stellen, wird der Arbeitskreis Basis & Technologie zukünftig im Ressort Technologie aufgehen. In der neuen Ressortausrichtung sieht der bisherige Arbeitskreissprecher Dr. Stefan Klose einen noch besseren Kanal, um die Anliegen der Mitglieder gegenüber SAP zu kommunizieren:
„Die Zusammenarbeit mit SAP ist sehr konstruktiv und erfolgt auf Augenhöhe. SAP hat ein offenes Ohr für uns.“

Ein Beispiel dafür, was stetiger Austausch erreichen kann, ist der SAP Enterprise Support. Auf Drängen der DSAG hat SAP die zunächst geplante stufenweise Erhöhung der Wartungsgebühren über vier Jahre auf 22 Prozent in Deutschland und Österreich abgeschafft.

Stattdessen beträgt der SAP Enterprise Support für dieses Jahr 18,36 Prozent. Danach orientiert er sich an der Steigerung des Lohnkostenindex. Der Preis für den Standard Support bleibt in 2009 für Kunden in Deutschland und Österreich stabil. Allerdings: SAP hat eine Erhöhung gemäß dem Lohnkostenindex ab dem kommenden Jahr sowie eine Rückrechnung der Preissteigerung bis maximal zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses angedeutet.

Da die Situation für Kunden in der Schweiz nach wie vor unbefriedigend ist, bleibt die DSAG diesbezüglich weiter am Ball. Sie fordert auf internationaler Ebene über das SUGEN (SAP Usergroup Executive Network) eine Gleichbehandlung der Schweizer Kunden mit ihren Kollegen in Deutschland und Österreich.

Ein Thema bei den DSAG-Technologietagen 2009:
Internet der Energie – Modellprojekt MEREGIO

Regulierte Preise, liberalisierte Märkte, Klimawandel, knappe Ressourcen – die Energiebranche befindet sich in einem massiven Umbruch, der eine Chance für innovative Technologien und Projekte wie MEREGIO (Minimum Emission Region) darstellt.

Ziel von MEREGIO ist eine Modellregion, in der Energieversorger wie auch Endverbraucher mit intelligenter Informations- und Kommunikationstechnologie ausgestattet werden, so dass sie ihre Energieerzeugung und ihren Energieverbrauch möglichst effizient gestalten können.

Dazu werden dezentrale Stromerzeuger, -verbraucher und intelligente Speicher über Datenleitungen miteinander vernetzt. Eine variable Energiepreisgestaltung soll die Teilnehmer in der Region veranlassen, möglichst sorgsam mit der wertvollen Ressource Energie umzugehen.

Die virtuelle und serviceorientierte Geschäftsplattform wird gemeinsam mit Marktteilnehmern entwickelt und nutzt die Möglichkeiten von SAP NetWeaver sowie der serviceorientierten Architektur (SOA). MEREGIO ist ein Forschungsprojekt von EnBW, SAP, ABB, IBM Deutschland, der Universität Karlsruhe (TH) und der Systemplan GmbH.

Tags: , ,

Leave a Reply