Miet-Software-Feuerwerk: Das kommt 2011

Feature | 22. September 2010 von Christiane Stagge 0

Baustein neuer Browser-Software: SAP Sales OnDemand (Foto: Christiane Stagge)

Baustein neuer Browser-Software: SAP Sales OnDemand (Foto: Christiane Stagge)

Der verzögerte Start von EHP 5, flexible Lizenzmodelle und die Zukunft von SAP NetWeaver Mobile waren die Kernthemen des ersten Tages auf dem DSAG-Jahreskongress. Nachdem Karl Liebstückel sehr deutliche Worte in seiner Keynote gefunden hatte, betrat SAP-Vorsitzender Jim Hagemann Snabe die Bühne und redete im nahezu fehlerfreiem Deutsch zum Publikum. Im nächsten Jahr, versprach Snabe, wolle er die gesamte Rede in deutscher Sprache halten. Momentan fühle er sich im Englischen noch wohler.

Mit Witz und Selbstironie stellte er sich den Kritikpunkten. Snabe sei klar, dass ihm bei einer Cocktailparty, außer im angetrunkenem Zustand,  momentan kaum jemand um den Hals fallen würde. Doch er gebe die Hoffnung nicht auf, dass ihn vielleicht in einem Jahr die Partygäste auch im nüchternden Zustand wieder umarmen.

Früher habe man 52 Stunden gebraucht, um ein Enhancement Package zu installieren. Heute sei ein EHP in 17 Stunden betriebsbereit. In Sachen Qualitätsanspruch hat SAP die Messlatte noch höher gelegt. Ob CRM, ERP oder PLM – etwa 600 Best-Practices habe man in die Software integriert. Programme bilden Arbeits- und Betriebsabläufe aus dem Geschäftsumfeld ab.  Diese Szenarien müssten jetzt einzeln getestet werden, was Zeit brauche.

Browser oder App: Sales OnDemand, Sourcing OnDemand

Bis 2015 möchte SAP eine Milliarde Menschen erreichen, indem der Konzern auf mobile Software für Smartphones und Kollaborationstools wie Facebook setzt. Was sich im Alltag bewährt hat, bringt auch etwas für Unternehmen: Der Arbeitsplatz verlagert sich zunehmend nach draußen, Firmenstrukturen dezentralisieren sich und Mitarbeiter sind häufiger unterwegs. Neben mobiler Software sollen Kollaborationsprogramme wie SAP StreamWork – siehe auch Artikel “StreamWork: Facebook fürs Büro” – neue Kunden anziehen: Ähnlich wie bei Facebook können sich hier die Mitglieder miteinander vernetzen, gemeinsam an Projekten arbeiten und sich Dokumente und Dateien zuschicken.

Wie schon zur Sapphire Now 2010 sprach Snabe über die Produktstrategie: On Premise, On Device und On Demand. Dabei stellte der SAP-Chef neue Mietsoftware vor: Sales OnDemand wird Ende 2010 vorgestellt und soll nächstes Jahr auf den Markt kommen. Die Software lässt sich auf dem Smartphone als App bedienen und unterstützt Vertriebs- und Außendienstmitarbeiter ohne das klassische CRM-Programm ersetzen zu wollen. Mitarbeiter können sich so mit Kunden oder Kollegen vernetzen und zusammen arbeiten.

In seiner Keynote nannte Snabe weitere OnDemand-Software wie Sourcing on Demand und Expense Management, die ebenfalls nächstes Jahr erhältlich sein sollen. Zu den Funktionen äußerte sich der SAP-Vorstand allerdings nicht.

Snabe ergänzte, dass, ähnlich wie die in SAP.info vorgestellte Umwelt-Software Carbon Impact 5.0,  die Mietsoftware Business ByDesign 2.5 nahtlos in die Business Suite 7 integriert werden soll, damit Tochterfirmen von Großkonzernen die Software nutzen können.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: EHP und Sybase Unwired Platform

Kundenkritik: Jim Hagemann Snabe im Dialog mit der DSAG (Foto: Christiane Stagge)

Kundenkritik: Jim Hagemann Snabe im Dialog mit der DSAG (Foto: Christiane Stagge)

SAP-Forum auf dem DSAG-Jahreskongress (Foto: Christiane Stagge)

SAP-Forum auf dem DSAG-Jahreskongress (Foto: Christiane Stagge)

Häppchenweise EHPs

Für On Premise-Programme versprach Snabe ständig neue Erweiterungsangebote und eine Implementierungszeit von sechs bis acht Wochen. So soll der Kunde künftig kleine Verbesserungen und Neuheiten sofort erhalten: Beim Neustart des Programm sieht er ähnlich wie nach dem Betätigen des Refresh-Buttons die Neuerungen sofort.

Sybase Unwired Platform muss SAP verstehen

SAP NetWeaver Mobile ist eine Plattform, auf der mobile Anwendungen laufen, siehe dazu auch den SAP.info-Artikel “Mobil ans ERP” . Die Wartung der Plattform läuft jedoch 2014 aus. Viele Kunden sind besorgt und fragen sich, wie sie den Betrieb ihrer mobilen Software aufrechterhalten können. Wie es aussieht, setzt SAP auf die Sybase Unwired Platform.

Die Antwort auf diese Frage falle bei jedem Kunden unterschiedlich aus, so Snabe. Es käme darauf an, wie viele Applikation bereits auf Basis von NetWeaver Mobile erstellt worden seien. Snabe empfiehlt daher eine individuelle Roadmap für jeden einzelnen Kunden zu erstellen, damit er rechtzeitig den Umstieg planen kann.

Tags: , ,

Leave a Reply