Sanfter Energieschub

Feature | 15. November 2006 von admin 0

E.ON Ruhrgas

E.ON Ruhrgas

Bei E.ON Ruhrgas wird der Gasfluss zentral überwacht und gesteuert. Damit die richtige Menge Gas zum richtigen Zeitpunkt beim Kunden ankommt, betreibt der Energieversorger ein technisches Verbundsystem aus Leitungen, unterirdischen Speichern und Verdichterstationen. Im Jahr 2001 hat sich das Essener Unternehmen für eine SAP-NetWeaver-basierte IT-Landschaft entschieden – und diese mit den Bestandteilen SAP NetWeaver Business Intelligence (SAP NetWeaver BI), SAP NetWeaver Portal, SAP NetWeaver Application Server (SAP NetWeaver AS) und SAP NetWeaver Exchange Infrastructure (SAP NetWeaver XI) aufgebaut. “SAP NetWeaver versetzt uns in die Lage, das Geschäft flexibel und mit wenig Aufwand an den offenen Gasmarkt anzupassen”, so Rüdiger Erbe, Teamleiter SAP-Finanzsysteme bei der E.ON Ruhrgas AG.

Informationen im Griff

Durch die Marktöffnung entstand bei E.ON Ruhrgas der Bedarf, die bisher getrennten technischen und kaufmännischen Welten zusammenzuführen und durchgängige Abläufe und transparente Informationsflüsse zu etablieren. SAP NetWeaver XI spielt dabei eine wichtige Rolle, weil sich damit Prozesse über mehrere Anwendungen hinweg verknüpfen lassen. “Mit SAP NetWeaver XI verbinden wir unsere verschiedenartigen Systeme. Neue Prozesse lassen sich so künftig einfacher gestalten. Das Ergebnis ist eine weniger komplexe Systemlandschaft und niedrigere Betriebskosten”, sagt Erbe.
Im Rahmen eines Ramp-up-Projektes führte E.ON Ruhrgas im Jahr 2004 einen Proof-of-Concept mit SAP NetWeaver XI 3.0 auf Basis des SAP NetWeaver Application Servers durch. Der Anwendungsserver bildet die Grundlage für alle SAP-NetWeaver-Komponenten. Er stellt eine skalierbare Java- und ABAP-Laufzeit-Umgebung bereit. “Mit SAP NetWeaver AS setzen wir unsere speziellen Anforderungen um. Zudem ermöglicht uns die gemeinsame Infrastruktur für die SAP- und Java-Welt, vorhandenes Know-how zu verwenden”, erläutert Erbe. Im Sommer 2005 baute E.ON Ruhrgas dann ein auf einer aus drei Ebenen bestehenden Systemlandschaft basierendes XI-System auf. Bereits damals begannen die Essener, erste Schnittstellen abzulösen, um künftig nur noch mit SAP NetWeaver XI als Datendrehschreibe zu arbeiten.

Menschen einbinden

Menschen einbinden

Wie bei SAP NetWeaver XI hat sich das Unternehmen auch in anderen Bereichen für den stufenweisen Übergang zur SAP-NetWeaver-Plattform entschieden. Um seine Informationsflüsse transparent zu gestalten, implementierte E.ON Ruhrgas im Jahr 2002 SAP NetWeaver BI. Dank dieser Anwendung erhalten Kostenverantwortliche zügigen Zugriff auf unternehmensrelevante Kennzahlen. “Auf diese Weise agieren wir heute marktnah”, sagt Frank Schülke, Abteilungsleiter SAP Portal Systeme, E.ON Ruhrgas AG. Als besonders hilfreich erweisen sich dabei die durch Data Warehousing – eine Funktion von SAP NetWeaver BI – erstellten standardisierten oder branchenspezifischen Berichte. Sie basieren auf Daten aus SAP R/3 und anderen Quellsystemen.

Sprung in eine “einzigartige” Systemlandschaft

Programmierer schulen

Programmierer schulen

“Nun mussten die richtigen Daten nur noch in Echtzeit beim zuständigen Mitarbeiter landen”, erklärt Ulrich Velling, Bereichsleiter Anwendungsentwicklung SAP und Querschnittsaufgaben bei der E.ON Ruhrgas AG. Man entschloss sich daher, SAP NetWeaver BI in eine Portallösung zu integrieren, und setzte dafür vorläufig auf das SAP NetWeaver Portal in der Version 5.0. Damit hatte jeder Anwender Zugriff auf die für seine Arbeit relevanten Daten. Neben den Mitarbeitern, die in SAP NetWeaver BI Analysen und Auswertungen vornehmen, haben rund 750 Kostenverantwortliche und Projektleiter dank dieses Portals seither ihre Ausgaben tagesaktuell im Blick. Statt wie früher monatlich Stapel von Papier abzuarbeiten, können sie die jeweiligen Kosten heute elektronisch bis auf die Belegebene kontrollieren – und im Falle von Kostenüberschreitungen sofort gegensteuern.
Zudem bietet der mit SAP NetWeaver Portal verfügbare Unifier einen eindeutigen Vorteil: Mit der Unification-Technologie lassen sich Daten aus unterschiedlichen Anwendungen via Drag & Relate miteinander verknüpfen, um sie dann in SAP NetWeaver BI auszuwerten. “Wir gewinnen dadurch Spielraum für Szenarien, die wir vorher nicht oder nur mit großem Programmieraufwand realisieren konnten”, erläutert Erbe.
Ende 2004 entschied sich E.ON Ruhrgas im Rahmen der Portal-Strategie, auf SAP NetWeaver Portal in der Version 6.0 umzusteigen. Im Frühjahr 2005 fiel dann der Startschuss für den Wechsel. “Wegen der Ausrichtung der Portallandschaft als Unternehmensportal erwies sich die Entwicklung der technischen Infrastruktur mit den Firewalls, den geschützten Rechnerverbünden zwischen den Netzwerken oder beispielsweise der Clustertechnologie als besonders anspruchsvoll”, so Ulrich Velling, der Leiter der Anwendungsentwicklung. Im weiteren Verlauf wurden bereits vorhandene Web-Anwendungen in das Portal integriert, etwa aus dem Transportgeschäft, der Lieferantenbeurteilung, dem E-Procurement oder dem Sport- und Gesundheitsportal für Mitarbeiter und deren Familien. Außerdem wurden bestehende SAP-Lösungen wie SAP R/3 und mySAP Supplier Relationship Management (mySAP SRM) eingebunden. Auch einer Öffnung nach außen steht nun nichts mehr im Wege: Demnächst versorgt E.ON Ruhrgas seine Geschäftspartner und Lieferanten über das Portal rasch und effizient mit Informationen und Anwendungen.

Mehrwert durch Enterprise SOA

Dieser Strategie des sanften Übergangs bleibt E.ON Ruhrgas auch 2006 treu und ebnet sich damit den Weg zur Enterprise SOA. Mit dieser Architektur lässt sich prozessorientiert und modellgetrieben arbeiten, Anwendungen zu programmieren wird deutlich einfacher. Und E.ON Ruhrgas will seinen Weg mit SAP-Software fortsetzen. “Mit SAP NetWeaver sind wir in der Lage, die gesetzlichen Richtlinien und Wettbewerbsanforderungen in einem deregulierten Gasmarkt effizient und rasch zu bewältigen. Die Plattform bietet uns ein gutes Fundament für die Enterprise SOA. Unsere IT-Landschaft wird damit nachhaltig flexibler, und E.ON Ruhrgas kann künftig viel einfacher seine Geschäftsprozesse integrieren”, resümiert Erbe.

Kathrin Müller

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