SAP ERP erhöht Wettbewerbsfähigkeit bei Ciba

Feature | 21. August 2008 von Michael Zipf 0

Ciba ist Hersteller von Spezialchemikalien für zahlreiche Branchen Foto: Ciba

Einführung rund um den Globus

Am 1. November 2006 gab der Leiter des „Project Enterprise“, Terry Gorman, das Signal, in den Ciba-Niederlassungsländern Großbritannien und Italien die Altsysteme abzustellen. Im Mai 2007 folgten Österreich, Deutschland und die Schweiz, im November 2007 die Region Americas, der Rest Europas im April 2008. Seit Anfang August arbeiten nun auch die asiatischen Ciba-Standorte mit der SAP Business Suite. Dank der Unterstützung durch den Active Global Support der Walldorfer und seiner Servicepakete, darunter SAP MaxAttention, konnte das Projektteam alle Hürden der Implementierung nehmen. Ebenfalls unerlässlich waren die Schulungen der Ciba-Mitarbeiter durch die Experten von SAP Education.

Wachsender Marktdruck

Ciba

Die in Basel ansässige Ciba stellt Spezialchemikalien für zahlreiche Branchen her. An weltweit gut 80 Standorten werden unter anderem Zusätze zu Farben, Autolacken, Beschichtungen und Kosmetika produziert. Sie sorgen dafür, dass Autos ihre Farbe behalten, Kunststoffe elastisch bleiben, Papier nicht reißt, Wasser geklärt und unsere Haut vor UV-Strahlen geschützt wird. Ein Verfahren zur Beschriftung per Laser sowie leitfähige Farben, mit denen sich Elektronik auf beliebige Oberflächen drucken lässt, zählen zu den jüngsten Innovationen aus den Ciba-Labors. Mit rund 13.000 Mitarbeitern verkauft der Konzern seine Produkte in 120 Ländern und setzte 2007 rund 6,5 Milliarden Schweizer Franken (4 Mrd. Euro) um.

Die Konkurrenz insbesondere aus den asiatischen Schwellenländern setzt Traditionsfirmen wie Ciba zu und schmälert deren Gewinne. Steigende Energie- und Rohstoffpreise, Kunden, die sich zu Einkaufsgemeinschaften zusammenschließen, und die steigende Regelungsdichte zehren ebenfalls an der Marge. „Wir können hier nur bestehen, wenn wir unsere Produktivität erhöhen, schlanker und transparenter werden, unsere Prozesse anpassen und die Kosten senken“, sagt Michael Löchle, zu Beginn des Projekts CIO und heute Leiter Group Services & Administration.

„Und wenn wir die Zusammenarbeit zwischen unseren Standorten verbessern.“ Die war bei Ciba bislang eher die Ausnahme als die Regel. Da bestellte jedes Werk sein Rohmaterial auf eigene Faust, die Auslieferung der Ware funktionierte hier anders als dort, die Finanzabteilung in der Basler Zentrale bekam erst spät zu sehen, was in den Ländern erwirtschaftet wurde, und die Kunden mussten sich mit unterschiedlichen Bestellprozessen herumschlagen. „Heute arbeiten alle Hand in Hand“, lobt Helmut Prestel, Geschäftsführer und Leiter des Werks im hessischen Lampertheim.

Mehr Transparenz, bessere Entscheidungen

Ciba Werk aus der Vogelperspektive


Schon bald zeigten sich weitere Vorteile des global aufgesetzten Projekts: Die Chefs in Basel bekamen schnell einen Überblick über die Geschäfte an den einzelnen Standorten, wussten, wo welche Bestände lagerten, konnten erstmals konsolidierte Prognosen zu Vertrieb, Einkauf und Produktion abgeben und erfüllten internationale Regularien wie die EU-Chemikalienverordnung REACH. „Vor allem verfügten wir jetzt über eine gemeinsame technische Plattform und einen transparenten, einheitlichen Datensatz“, sagt Brendan Cummins, heute Ciba-Vorstandschef.

Damit habe sich beispielsweise die Zuverlässigkeit der Planung erhöht, das Unternehmen erkenne die Wirkung einer Transaktion auf das Finanzergebnis in Echtzeit und könne schneller auf Veränderungen am Markt reagieren. „Gestützt auf die gründliche Analyse der Geschäftsdaten, trifft der Vorstand bessere strategische Entscheidungen“, so Cummins.

Die Logistik im Griff

Gerade in der Chemieindustrie sei es „kriegsentscheidend, vor allem die Logistik von der Produktionsplanung über den Materialeinkauf bis zu Vertrieb und Marketing im Griff zu haben und so die Kosten zu senken“, sagt Michael Löchle. Die SAP-Einführung habe die Voraussetzung geschaffen, die Ciba-Prozesse diesen Erfordernissen anzupassen – auch wenn das Potenzial zur Effizienzsteigerung und Kostendämpfung längst nicht ausgeschöpft sei.

Weitere Optimierung geplant

Jetzt, nachdem alle Standorte ans SAP-System angeschlossen sind, könne Ciba in vollem Umfang vom „Project Enterprise“ profitieren, ist Projektleiter Terry Gorman überzeugt. Das Unternehmen hat zudem eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die die Geschäftsprozesse mit Hilfe der Software weitere optimieren soll.

SAP bei Ciba

Seit August 2008 laufen die SAP-ERP-Systeme aller Standorte auf einem in Basel auf IBM-Rechnern betriebenen Zentralsystem.

Ciba implementierte die IBM-Server System p5 590 mit Virtualisierungsfunktion, die die so genannte High Availability Disaster Recovery (DR)–Funktion der IBM DB2 nutzen, um größtmögliche Verfügbarkeit der Produktionssysteme zu gewährleisten. Bei der Datensicherung setzt Ciba auf den IBM Tivoli Storage Manager für Backups der leistungsstarken IBM-Speicherlösung DS8100. Und die Speziallösung Libelle BusinessShadow für SAP bietet weitreichende Replikationsfunktionen für die neue rund 100 Kilometer entfernte DR-Stelle.

Neben IBM sind weitere Partner an Bord: zum Beispiel der indische Systemintegrator Satyam oder der IT-Dienstleister Unisys.

Die Einführung des SAP-Systems bei Ciba ist Teil eines groß angelegten Programms für Wachstum und neue Kostenstrukturen namens „Operative Agenda“. Allein 2007 sparte die Agenda mehr als 95 Millionen Schweizer Franken (58 Mio. Euro) ein. Bei Ciba sind unter anderem im Einsatz: SAP ERP, SAP SCM (APO), SAP SRM, SAP PLM inklusive EH&S, SAP GRC Global Trade Services samt Access Control, SAP NetWeaver XI, SAP NetWeaver Portal, SAP Treasury & Risk Management, SAP In-House Cash.

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