SAP fördert Autisten

19. Juni 2013 von Derek Klobucher 0

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Nach Ansicht der SAP können autistische Mitarbeiter Unternehmen durch ihre besonderen Fähigkeiten Wettbewerbsvorteile bieten. Für Autisten bedeutet dies die Chance, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen und am Arbeitsleben teilzuhaben. Robin Meyerhoff, Director von SAP Sustainability PR, betont, dass das Ziel des Programms darin besteht, eine Win-Win-Situation für beide Seiten zu schaffen.

Die Financial Times schrieb im Mai : „Schätzungen zufolge ist etwa ein Prozent der Bevölkerung von Autismus betroffen. Einige Autisten schneiden sehr gut bei Intelligenztests ab, besitzen eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und hohe Konzentrationsfähigkeit. Aber für sie kann es schwierig sein, Gesichtsausdruck, Körpersprache, Sarkasmus oder Ironie zu erkennen. Deshalb können sie in Vorstellungsgesprächen meist nicht überzeugen.“

SAP: Kooperation mit Specialisterne

Bis zum Jahr 2020 wird ein Prozent der weltweiten Stellen bei SAP mit Autisten besetzt sein. Zu verdanken ist dies der Partnerschaft mit Specialisterne, einem dänischen Unternehmen, das Autisten rund um die Welt hilft, einen technologieorientierten Arbeitsplatz zu finden. Ein Großteil der weltweit bei Specialisterne Beschäftigten sind Menschen aus dem Autismus-Spektrum. Sie arbeiten als IT-Consultants in der freien Wirtschaft und sind mit Aufgaben wie Softwaretests, Programmierung und Datenerfassung betraut.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie Autisten in Indien die Entwicklung der SAP Business Suite unterstützten

In einem Interview mit SAP News erklärte Anka Wittenberg, SAP Chief Diversity and Inclusion Officer: „Menschen mit Autismus bringen besondere Fähigkeiten mit. Sie haben einen ausgeprägten visuellen Wahrnehmungssinn, was uns unter anderem beim Testen von Software sehr nützlich ist.“ Im Rahmen eines Pilotprojekts in Indien wurden sechs Mitarbeiter mit Autismus als Softwaretester für Anwendungen der SAP Business Suite eingestellt. Seitdem ist die Produktivität des Teams gestiegen und der Zusammenhalt in der Gruppe wurde gestärkt.

Specialisterne-Gründer, Thorkil Sonne, berichtete im SAP-Webcast auf der SAPPHIRE NOW: „Ich begann damit, Schritte in diese Richtung zu unternehmen, als bei meinem jüngsten Sohn Autismus diagnostiziert wurde. Das war vor 13 Jahren und dadurch wurden mir die Augen geöffnet für etwas, das jetzt bei SAP Realität wird.“

Deutscher Bundesverband Autismus Deutschland sieht SAP als Vorreiter

Ein weiteres Pilotprojekt wurde in Irland gestartet. Die Auswahlphase für fünf Positionen wird dort gerade abgeschlossen. Nun führt die SAP das Programm weltweit ein. Begonnen wird dieses Jahr in den USA, Kanada und Deutschland. „Es ist das erste Mal, dass ein renommiertes deutsches Unternehmen bekannt gibt, den allgemeinen Stellenmarkt für eine Gruppe potenzieller Mitarbeiter zu öffnen, die bisher weitgehend übersehen wurde“, war kürzlich im Spiegel zu lesen. „Der deutsche Bundesverband Autismus Deutschland e.V. begrüßt diesen Schritt und möchte andere Unternehmen ermutigen, dem Beispiel der SAP zu folgen.“

In den SAP Labs in Indien startete das erste Pilotprogramm. Für die Anwendungen der SAP Business Suite wurden sechs Autisten als Softwaretester eingestellt. Foto: SAP

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