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SAP HANA Cloud Platform – das Ganze im Blick

Blog | 5. Oktober 2016 von SAP News 43

Wie sieht die Strategie für die SAP HANA Cloud Platform aus und wie ist der Markt insgesamt zu beurteilen? In einem Blogbeitrag macht sich SAP-Produktmanager Matthias Steiner hierzu Gedanken.

Die SAP HANA Cloud Platform ist das Herzstück der Technologiestrategie der SAP – das ist auf der diesjährigen SAPPHIRE NOW wieder ganz deutlich geworden. Für die Techies war das keine Überraschung, denn schließlich war die Plattform auf der letztjährigen SAP TechEd das alles beherrschende Thema aller Keynotes und DER Demo. Bemerkenswert ist trotzdem, dass dieses Jahr auch der SAP-Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Hasso Plattner in seiner Keynote in Orlando der SAP HANA Cloud Platform viel Zeit gewidmet und ausschließlich dazu Demos gezeigt hat.

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Seit die allgemeine Verfügbarkeit der SAP HANA Cloud Platform offiziell bekannt gegeben wurde, sind jetzt fast vier Jahre vergangen. Fünf Jahre ist es schon her, dass wir die Plattform öffentlich ins Gespräch brachten (Codename: Project River). Wenn wir auf die Anfangszeit zurückblicken, wird klar, wie weit wir gekommen sind. Und die ganze Zeit sind wir unserer ursprünglichen Vision einer offenen Cloud-Plattform treu geblieben. Damals schrieb ich einen Blogbeitrag mit dem Titel „The Road Forward“. Darin skizzierte ich die Ziele der Plattform (des Teams), die heute noch genauso Gültigkeit besitzen wie damals … Heute, nachdem die SAP HANA Cloud Platform über die Jahre gereift ist, scheint es sinnvoll, die Beiträge noch einmal zu lesen und sich noch einmal Gedanken über das große Ganze zu machen.

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Diese Folie bildet einen guten Ausgangspunkt für Überlegungen zur Vision und Strategie insgesamt. Betrachten wir das Bild von unten nach oben. Damit kommt als Erstes die Infrastruktur (IaaS).

Infrastruktur

Infrastructure as a Service (IaaS) hat sich inzwischen zum Standardgeschäft entwickelt, das ein paar marktbeherrschende Global Player wie Amazon, Microsoft und Google unter sich aufgeteilt haben und bei dem einige andere Anbieter versuchen, durch dauernde Preissenkungen Marktanteile zu gewinnen. Die SAP hat ehrlich gesagt keine Ambitionen, da mitzumischen. Die SAP ist noch nie ein reiner Technologieanbieter gewesen und investiert nur in Technologie, wenn sie damit neue Wege beschreiten und sich einen Wettbewerbsvorteil sichern kann – wie das etwa bei SAP HANA der Fall war.

Anstatt sich auf dem IaaS-Markt an aussichtslosen Preiskämpfen zu beteiligen, ist es sehr viel sinnvoller, strategische Partnerschaften in diesem Bereich zu schließen. Das war einer der Gründe, warum die SAP in OpenStack investiert hat, wie oben in der Marchitecture zu erkennen. Um die Bindung an konkrete Infrastrukturtechnologien zu lösen, wurde eine Abstraktionsebene eingeführt, die den Betrieb der SAP HANA Cloud Platform auf unterschiedlichen Infrastrukturlösungen erleichtert. Dadurch kann die SAP HANA Cloud Platform in Zukunft auch in SAP-fremden Rechenzentren eingesetzt werden, was in erheblichem Maße zum Wachstum und zur weltweiten Verbreitung beitragen wird. Kurzum: Wir sind dabei, die Plattform für verschiedene Betriebsmodelle (Public Cloud und Private Cloud) sowie für Multi-Cloud-Anwendungsszenarien nutzbar zu machen. Das wird letztlich auch dazu führen, dass die SAP HANA Cloud Platform am selben Ort eingesetzt werden wird wie Cloud-Angebote von Kunden und Partnern.

Platform as a Service

Weiter oben im Cloud-Stack, auf der PaaS-Ebene (Platform as a Service), ist ebenfalls branchenweit eine Konsolidierung zu beobachten. Die meisten Big Players (wie Pivotal, IBM, HP, SAP und Atos, um nur einige zu nennen) haben sich für eine gemeinsame Basis entschieden: Cloud Foundry. Andere, wie Microsoft, unterstützen die Ausführung von Cloud Foundry, aufbauend auf ihren eigenen Cloud-Angeboten. Ein Beispiel dafür ist Azure Support for Cloud Foundry. Diese gemeinsame Basis sichert die Interoperabilität und reduziert das Risiko einer Abhängigkeit von einem Anbieter – beides Aspekte, die für die Kunden eine wichtige Rolle spielen.

Angesichts dieser gemeinsamen Basis versuchen die Anbieter von Cloud-Plattformen nun, sich mit Plattformservices und -funktionen voneinander abzuheben. Und doch sind die Angebote einander zumeist recht ähnlich. Die Palette reicht von Speicheroptionen (SQL und andere) über Big-Data- und Analysefunktionen bis hin zu Mobil- und UX-Serviceangeboten und mehr.

Die SAP bildet da keine Ausnahme. Seit der Erstentwicklung 2010 ist die Anzahl der Plattformservices für die SAP HANA Cloud Platform rapide gestiegen, wie oben dargestellt (weitere Einzelheiten sind auf der Seite zu den Funktionen der SAP HANA Cloud Platform zu finden). Das Angebot der SAP ist also so weit gefächert und tiefgreifend wie das der Konkurrenz. Hinzu kommt das einzigartige Wertversprechen der SAP HANA Cloud Platform als einzige auf der In-Memory-Technologie basierende Cloud-Plattform für Unternehmen auf dem Markt. Doch das wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist vielleicht noch weiter oben im Stack zu finden.

Business Services

Die SAP richtet ihr Augenmerk seit jeher auf die Unterstützung von Geschäftsprozessen. Seit über 40 Jahren hat der Betrieb erfolgsentscheidender Geschäftssysteme höchste Priorität für uns. Dieser Tradition bleibt die SAP auch auf dem Weg in die Cloud treu. Die Fülle von Funktionen in dem breit gefächerten Portfolio von Geschäftsanwendungen (ob selbst entwickelt oder übernommen) hebt die SAP von den übrigen Anbietern ab. In diesem Sinne will die SAP noch einen Schritt weiter gehen – über die rein technischen Funktionen hinaus. Sie will auf einer höheren Ebene angesiedelte Business Services anbieten, die als Microservices/Enterprise-APIs genutzt werden können.

Das Vorzeigebeispiel für diese neuen Services, die die SAP in Zukunft einführen will, ist SAP Hybris as a Service (YaaS). Dabei werden die kommerziellen Frontoffice-Services der klassischen hybris-Lösung (wie Einkaufswagenverarbeitung, Kreditkartenabwicklung und Fakturierungsservices) als Microservices in der Cloud angeboten, sodass andere Entwickler diese Funktionen auch in ihren eigenen Anwendungen verwenden und so die Entwicklung beschleunigen können. Und das ist erst der Anfang. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie es wird, wenn die SAP dasselbe mit ihrem gesamten Portfolio von SaaS-Anwendungen macht: Supply-Chain-Collaboration über Ariba, Reisemanagement über Concur, Einsatz externer Mitarbeiter über Fieldglass, Customer Relationship Management über SAP Cloud for Customer und so weiter.

In diesem Zusammenhang tut es der Strategie der SAP keinen Abbruch, dass eine Konsolidierung der Ebenen IaaS und PaaS zu beobachten ist. Diese Entwicklung ist sogar eher von Vorteil, da es damit einfacher wird, Services an jedem beliebigen Ort zu nutzen. In Zukunft werden App-Entwickler APIs unterschiedlicher Anbieter nutzen, um neue Apps zu entwickeln. Da sich alles an einem Ort befindet, müssen bei der Nutzung externer Services keine Wartezeiten berücksichtigt werden. Außerdem können diese Services dank einer gemeinsamen Plattformbasis auf den Plattformen verschiedener Anbieter ausgeführt und genutzt werden. Die Entwickler haben also die freie Wahl, welche Enterprise-APIs sie verwenden möchten.

API Hub

Als Bindeglied wird der SAP API Business Hub (der auf der SAPPHIRE NOW vorgestellt wurde) eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieser Strategie spielen. Er wird der zentrale Ort sein, an dem man Business Services finden und nutzen kann, wobei die Abrechnung für die APIs nutzungsabhängig ist. Die Entwickler unter Ihnen möchten vielleicht schon mal die kostenlose BETA-Version ausprobieren. Eine Beschreibung der ersten Schritte finden Sie in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Zusammenfassend würde ich behaupten, dass die Zukunftsaussichten für die SAP HANA Cloud Platform wirklich hervorragend sind. Diejenigen unter Ihnen, die das Thema der Cloud-Plattformen schon länger verfolgen, werden mir sicher zustimmen, dass der bislang zurückgelegte Weg sehr spannend war und die Weichen für die nächste Phase richtig gestellt sind.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch die aktuellen Blogbeiträge meines Kollegen Rui Nogueira ans Herz legen, der sehr viel ausführlicher auf die jüngsten Entwicklungen eingeht (in englischer Sprache):

Weitere Artikel zum Thema SAP HANA Cloud Plattform:

Schnellere Innovation mit der SAP HANA Cloud Platform

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Der Beitrag wurde ursprünglich in Englisch im SAP Community Network veröffentlicht.

 Foto: Shutterstock

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