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MAPAL realisiert Werkzeugdatenmanagement und IoT mit SAP HANA Cloud Platform

Video | 29. September 2016 von Andreas Schaffry 79

Das Management von Werkzeugdaten durch die digitale Vernetzung von Kunden und Lieferanten, intelligente IoT-Szenarien und moderne, intuitiv zu bedienende Apps effizienter, transparenter und einfacher zu machen: Das ist das Ziel, das MAPAL, ein Hersteller von Präzisionswerkzeugen, mit c-Com auf Basis von SAP HANA Cloud Platform verfolgt.

„Das Management der Daten von hochpräzisen Sonderwerkzeugen zur spanenden Bearbeitung von Metallwerkstücken sowie der effiziente Einsatz dieser Werkzeuge stellt für Fertigungsunternehmen eine große Herausforderung dar“, erläutert Dr. Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsführung bei der MAPAL Dr. Kress KG. Das Unternehmen – es erzielte 2015 mit 4.800 Beschäftigten einen Umsatz von 540Millionen Euro – ist ein international führender Hersteller hochpräziser Werkzeuge und bietet innovative Bearbeitungslösungen.

Aufwand und Kosten für die Beschaffung von Werkzeugen sind unverhältnismäßig hoch, wenn man bedenkt, dass Werkzeuge als C-Teile nur einen geringen Anteil des gesamten Einkaufsvolumens ausmachen. Auch ihre Lagerung, Einstellung, Wartung und Instandhaltung schlagen gehörig zu Buche. Das liegt daran, dass es für werkzeugbezogene Stamm-, Bewegungs-, Prozess- und Bestandsdaten keinen zentralen Speicherort gibt, auf den sowohl der Lieferant als auch Einkauf, Disposition oder die Produktion beim Kunden Zugriff haben.

Digital vernetzte Werkzeugverwaltung

Mit der offenen Cloud-basierten Plattform c-COM will MAPAL hier Abhilfe schaffen. c-Com basiert auf der leistungsstarken, skalierbaren und sicheren Platform-as-a-Service-(PaaS)-Lösung SAP HANA Cloud Platform und ist in enger Zusammenarbeit mit SAP entstanden. Ursprünglich angedacht war eine „Datenautobahn“, auf der sich Kunde und Lieferant im Sinne von Industrie 4.0 vernetzen und werkzeugbezogene Daten auf der Grundlage klar definierter Regeln und Zugriffsrechte gemeinsam pflegen und nutzen. Kress bezeichnet dies als „voraussetzungslose Digitalisierung“; von ihren Vorzügen konnten sich die Teilnehmer des diesjährigen DSAG-Kongresses in Nürnberg bereits überzeugen.

c-Com führt alle Daten zu einem Werkzeug zentral auf einer SAP-HANA-Datenbank in der Cloud zusammen und verwaltet sie über den Lebenszyklus des Werkzeugs hinweg einheitlich und in hoher Qualität. Die Informationen sind stets aktuell und stehen über die Cloudlösung schnell und einfach zur Verfügung. Anwender erhalten eine bisher nie da gewesene, transparente Sicht auf jedes einzelne Werkzeug, die sich auf vielfältige Weise geschäftlich nutzen lässt. So kann der Einkauf von Werkzeugen nun standortübergreifend harmonisiert und dadurch kosteneffizienter gestaltet sowie der Werkzeugbestand optimiert werden. Über- und Fehlbestände werden sichtbar, eine unnötige Kapitalbindung im Lager beziehungsweise ein Stillstand in der Produktion können abgebaut bzw. vermieden werden. Darüber hinaus eröffnet sich die Möglichkeit, Benchmark-Vergleiche zwischen einzelnen Standorten anzustellen und Optionen zur Standardisierung und Optimierung der Bearbeitungsprozesse zu erschließen.

Ein Lieferant wiederum, der etwa neue Services für seine Werkzeuge entwickelt, kann sie den Kunden via c-Com anbieten und hier seine Versuchsergebnisse dokumentieren und ihnen zugänglich machen. Die nötige Verknüpfung der offenen Plattform mit einem Back-End-System, egal ob es sich um SAP- oder Non-SAP-Software handelt, erfolgt dank der API-Management-Technologie schnell und mit geringem Aufwand.

IoT-Szenarien realisieren

Doch das ist erst der Anfang: „Mithilfe von SAP HANA Cloud Platform lassen sich Anwendungen für Internet-of-Things-Szenarien schnell und mit geringem Aufwand realisieren“, verdeutlicht Kress. Auf dem DSAG-Kongress stellte MAPAL darüber hinaus eine native App für das Apple-iOS-Betriebssystem auf Basis von SAP HANA Cloud Platform vor, die gemeinsam mit Experten im Rahmen der SAP – Apple Partnerschaft entwickelt wurde. Mit dieser App kann ein Werkzeug- bzw. Toolmanager seine Aufgaben einfach, schnell und effizient erledigen. Alle relevanten Informationen zu einem Werkzeug, zum Beispiel die Anzahl der Schleif- und Schärfungsvorgänge oder die Standzeiten, lassen sich jederzeit und überall abrufen und werden auf einer modernen iOS-Oberfläche visualisiert, die sich so intuitiv bedienen lässt wie eine Consumer-App.

Anhand der angezeigten Werte erkennt der Toolmanager, ob ein Werkzeug beispielsweise neu geschärft oder ausgetauscht werden muss. Per Augenschein festgestellte Probleme werden mithilfe der Kamera dokumentiert und zusammen mit dem Servicebericht, bei dessen Erstellung die App den Werkzeugmanager mit vordefinierten Textbausteinen unterstützt, umgehend an den Lieferanten übermittelt. Muss das Werkzeug ausgetauscht werden, lässt sich im SAP-ERP-System, das nahtlos mit der App verknüpft ist, per Knopfdruck eine Bestellanforderung erzeugen und in eine Bestellung umwandeln.

Um eine fehlerfreie Identifizierung und die Nachverfolgbarkeit zu garantieren, ist jedes Werkzeug mit einem DataMatrix-Code versehen. Dadurch entsteht quasi ein „digitaler Zwilling“ des physischen Produkts, der reale und virtuelle Welt zu einem Internet der Dinge, Dienste und Daten verbindet und selbststeuernde Arbeitsabläufe entlang der Wertschöpfungskette ermöglicht. Bestellprozesse zum Beispiel könnten dadurch in Zukunft vollautomatisch und ohne manuellen Eingriff ausgelöst werden.

Die Möglichkeiten, die SAP HANA Cloud Platform hier eröffnet, sind nahezu grenzenlos (Dr. Jochen Kress von MAPAL)

Viel gelernt und noch mehr vor

Beeindruckt ist Kress auch von der Agilität und Flexibilität bei der Anwendungsentwicklung mit SAP HANA Cloud Platform. Die Entwicklung der Betaversion von c-Com nahm vom Kick-off bis zur Inbetriebnahme gerade einmal sechs Monate in Anspruch, die mobile App für Toolmanager wurde ebenfalls schnell und mit wenig Aufwand erstellt. Beide Projekte konnten von einem kleinen Team aus MAPAL-Mitarbeitern und Experten von SAP zielgerichtet und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit realisiert werden. „Bei der Entwicklung von Applikationen agieren wir so wendig wie ein Start-up und können neue Ideen direkt umsetzen, ohne dass vorher aufwendig ein umfangreiches Lastenheft erstellt werden muss“, erklärt Kress. Das große Interesse sowie konkrete Anfragen übertreffen die Erwartungen. In einem nächsten Schritt wird die Plattform bei namhaften Pilotkunde installiert, zudem ist ein Ausbau der Plattform in Richtung eines kompletten C-Teile-Managements vorgesehen.

Foto: Shutterstock

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