SAP HANA für ein Einkaufsparadies

22. Januar 2013 von Iris Nagel-Martin, Andreas Horn 0

Foto: Fotolia

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Die Abläufe in einem Unternehmen werden immer komplexer und Vieles geschieht heutzutage digital. Neben den großen Global Playern sind auch kleine Unternehmen davon betroffen, über alle Branchen verteilt. Die meisten stehen vor der Aufgabe, die entstehenden Datenmengen sinnvoll zu verwalten. Unternehmer möchten ihre Soft- und Hardware möglichst schnell und kostensparend einsetzen, um entstehende Probleme frühzeitig zu erkennen und einzugreifen.

SAP erkannte das Problem

„Durch die zunehmende Konsolidierung und Internationalisierung sowie neue Akteure am Markt intensiviert sich der Wettbewerb im Handel. Verbraucher werden preissensibler und können Preise schneller und einfacher als je zuvor vergleichen“, erklärt Stephan Sieber, Managing Director bei der SAP Schweiz.

Um diese Herausforderungen und die dadurch entstehenden Unternehmensabläufe koordinieren zu können, müssen Prozesse nahezu in Echtzeit ablaufen. „Mit moderner Software können Handelsunternehmen nicht nur effiziente Strukturen einführen und Kostenpotenziale ausschöpfen, sondern Geschäftsdaten auch schneller analysieren und darauf basierend schnelle und präzise Führungsentscheidungen fällen“, so Sieber. Ein Beispiel aus der Modebranche anhand der Migros-Tochter Magazine zum Globus: Die neue Wintersaison steht vor der Tür. Welches Budget ist angemessen? Wie wird auf einzelne Filialen verteilt?

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ergebnisse in 45 Sekunden statt 20 Minuten.

Ein Unternehmen ermittelt anhand zahlreicher Kennzahlen der letzten Jahre. Wie viel hatten sie zur ähnlichen Saison eingekauft und welche Menge wurde tatsächlich verkauft? Solche Planungen greifen auf enorme Datenmengen zurück und sind dementsprechend langwierig.

Die Antwort: In-Memory

Mit der In-Memory-Technologie lassen sich große Datenmengen analysieren und gleichzeitig die IT-Kosten senken. SAP HANA ist die Weiterentwicklung dieser Technologie und lässt sich für verschiedene Zwecke einsetzen. Hierbei kann zum Beispiel ein Einzelhandelsunternehmen, das für seine Planungszwecke auf die Lösung SAP NetWeaver Business Warehouse (BW) setzt, seine Datenmengen aus vorhandenen SAP-Anwendungen und externen Datenquellen in einem einheitlichen Format zusammenführen. SAP NetWeaver BW hilft bei der Datenbeschaffung, Modellierung sowie der Analyse von Geschäftsprozessen und er unterstützt das Lebenszyklusmanagement.

Die Lösung läuft auf einer traditionellen Festplatten-basierten Datenbank und benötigt eine gewisse Zeit, um Daten abzurufen. Software, die auf einer In-Memory-Datenbank basiert, bezieht ihre Daten über den Arbeitsspeicher. Auf Grund der höheren Zugriffsgeschwindigkeiten können diese schneller ausgewertet werden. In 45 Sekunden statt über 20 Minuten erhalten Anwender nun ihre gewünschten Resultate. Die In-Memory-Datenbank wird dabei als Basis für das Business Warehouse genutzt und gibt dem SAP NetWeaver BW den Namenszusatz „powered by SAP HANA“.

Der Endanwender kann durch SAP NetWeaver BW powered by SAP HANA seine betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, wie Absatzmenge oder Umsatz in Kombination mit Produkten, Filialen oder Zeitspannen analysieren. Durch die Abfragen in Echtzeit und die dadurch entstehenden aktuellen Geschäftsdaten werden die Anforderungen von Fachabteilungen abgedeckt, um so zum Entscheidungsprozess beizutragen. Die Benutzeroberfläche bleibt für die Anwender gleich und man benötigt keine Schulungen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Weniger Speicher bedeutet weniger Kosten

Migros ist mit 627 Geschäften der größte Einzelhändler der Schweiz. Als eines der ersten Unternehmen weltweit hat die Handelsgruppe ihr Data Warehouse auf Echtzeit-Computing mit SAP HANA umgestellt. Bei der Migros-Tochter Magazine zum Globus AG steuern Mitarbeiter seit 2010 mit der Software SAP NetWeaver BW sämtliche Sortimente, die Bestückung aller schweizerischen Filialen und vieles mehr. Doch 37 Warenhäuser, 800.000 Artikel im Gesamtsortiment und ein Netz von 3.500 Lieferanten verursachen eine enorme Datenmenge, die immer weiter wächst.

Schweizer Warenhaus setzt auf SAP HANA

Bislang lagerten 550 GB an Daten im Data Warehouse von Globus. Dank der Komprimierungsverfahren von SAP HANA sind es heute nur noch rund 60 GB, also gerade einmal ein Neuntel. „Das ist wichtig, denn je weniger Speicher wir benötigen desto geringer sind die Lizenzgebühren und die Wartungskosten“, erklärt Alexander Weiss, Leiter Prozesse & BW im Bereich Frische & Handel, Migros IT-Services. Statt nur die häufig benötigten Informationen mit SAP HANA zu beschleunigen, speichert Globus einfach alle Daten von SAP NetWeaver BW in der In-Memory-Appliance. Jede beliebige Anfrage ist somit schneller als früher – auch Prognosen, die auf Archivdaten zurückgreifen.

Die Herausforderung war, die Implementierung zwischen Februar und Mai 2012 abzuschließen, da bereits im Juni die nächste Planungsperiode vorgesehen war. „Wir haben Nägel mit Köpfen gemacht und das System gleich komplett neu aufgesetzt. Unsere alte Installation ließen wir zur Sicherheit weiterlaufen“, so Weiss. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern wie SAP, IBM und Retailsolutions konnte das System elf Wochen nach der Hardwarelieferung an den Start gehen.

Über Magazine zum Globus

Die Magazine zum Globus AG ist mit 14 Warenhäusern und 23 Herren-Mode-Filialen in der Schweiz vertreten. Seit 1997 gehört die Kette zur Migros-Gruppe und erzielte 2011 ein Umsatzvolumen von 803 Mio. Schweizer Franken. Somit zählt Globus zu den führenden Warenhäusern in der Schweiz.

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