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SAP HANA: So kommt die digitale Transformation in Deutschland voran

15. Februar 2016 von Marcus Winkler 0

Unternehmen nutzen zunehmend SAP HANA zur Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Sie sichern sich damit nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gerade für eine Exportnation wie Deutschland ist das überlebenswichtig.

Ähnlich wie Großrechner in den 1970/80-er Jahren und Client-Server-Systeme in den 90ern bzw. im letzten Jahrzehnt, definieren nun In-Memory-Technologien wie SAP HANA den neuen IT-Standard. Unternehmen führen diese neue Architektur mittlerweile als Systemplattform ein, um für die digitale Transformation gerüstet zu sein.

„Die Kunden entscheiden sich nicht nur bei Kerngeschäfts-Anwendungen für SAP HANA. Sie entwickeln damit auch Live-Applikationen mit Echtzeit-Einblicken und erschließen somit Wettbewerbsvorteile“, sagte Bernd Leukert, Vorstandsmitglied der SAP SE und verantwortlich für den Bereich Produkte & Innovation. „Nur die SAP-HANA-Plattform vereinfacht auf der einen Seite die gesamte IT und stellt auf der anderen Seite die optimale Basis für Innovationen bereit.“

AMG-Mercedes: schnelle Software macht schnelle Autos

Ein gutes Beispiel, wie SAP HANA selbst in einer klassischen deutschen Branche wie der Automobilindustrie ankommt, zeigt AMG-Mercedes. Die Mercedes-Tochter entwickelt und fertigt seit vielen Jahren erfolgreich Hochleistungsfahrzeuge. Mit der SAP-HANA-Plattform und der SAP Business Suite powered by SAP HANA hat das Unternehmen die komplette Design-, Entwicklungs- und Testumgebung im Stammwerk im schwäbischen Affalterbach „getunt“.

Das macht sich besonders bei der Entwicklung von Prototypen bemerkbar. So kommt ein Motor in der Regel 50 Minuten auf den Prüfstand, hier erzeugen 300 Sensoren zwischen 3.000 und 30.000 Datenelementen pro Sekunde. In der neuen Prüfstandumgebung können die Techniker nun diese Sensordaten in Echtzeit mit vorangegangenen Daten abgleichen, somit potenzielle Probleme schneller entdecken und die Ursachen analysieren.

BSH Hausgeräte: Lieferkette mit Turbo

In ganz anderen produzierten Stückzahlen denkt dagegen BSH Hausgeräte. In einer einzigen Fabrik in Traunreut baut der Hersteller BSH täglich über 6.000 Einbauherde – aus 1,6 Millionen Einzelteilen. Damit jedes Teil rechtzeitig an der Produktionsstraße verfügbar ist, unterstützt SAP HANA die Planungslogik und sorgt für zusätzlichen Schub.

Vorteile im Tagesbetrieb: Die Planung beschleunigt sich um 30 bis 50 Prozent, sinkende Durchlaufzeiten sind die Folge. Parallel reduzieren sich die Bestände, das spart Geld in der Lagerhaltung. Treten Qualitätsmängel von Einzelteilen auf, weist das System auf potenzielle Risiken in der Lieferkette hin. Bereits vor dem Start neuer Produkte stellt eine Vorprüfung nun fest, ob Prozesse voraussichtlich haken und die Produktion gefährden könnten.

Letzten Endes hat der Konzern die Vision einer End-to-End-Supply-Chain. Sprich: Nichts weniger als die komplette Rückverfolgbarkeit bis zum kleinsten Bauteil, das in den Waschmaschinen, Geschirrspülern und Herden verbaut ist.

FC Bayern München: das digitale Fußball-Stadion

Auch beim FC Bayern München kommt dank SAP HANA nicht nur das Runde ins Eckige. Während jedes Spiels in der Allianz Arena sammelt der FC Bayern München Daten, unter anderem aus dem Parkhaussystem, den Stadionzugängen und den Kassensystemen.

Mit Hilfe von SAP HANA werden diese Daten dann analysiert und verarbeitet. Über Allianz Arena Alerting, eine mobile App, erhalten das Management-Team der Allianz Arena und des FC Bayern alle relevanten Daten und Auswertungen in Echtzeit. So ergeht zum Beispiel rechtzeitig eine Meldung, falls das Stadion an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Tipp: Schritt für Schritt den Wandel starten

„Viele deutsche Unternehmen haben die Vorzüge der SAP-HANA-Plattform erkannt. Nach erfolgreicher Produktivsetzung erster Systeme bitten uns viele Kunden nun um Unterstützung, alle SAP-Systeme auf die SAP-HANA-Plattform zu transformieren. Dies ist ein bedeutender Meilenstein und sehr gutes Zeichen für die Produktqualität von SAP HANA“, sagt Prof. Dr. Alexander Zeier, Global Managing Director In-Memory Solutions. Bisher hat Accenture nach seiner Aussage über 200 SAP-HANA-Projekte erfolgreich bei Kunden produktiv gesetzt, mehr als 450 SAP-HANA-Projekte laufen aktuell.

„Ein Chemieunternehmen etwa kann durch Real-Time Pricing und schnellere Eingliederung von übernommenen Unternehmen (M&A) mithilfe von SAP S/4HANA einen jährlichen Nutzen von bis zu 25 Millionen Euro erreichen, bei Kosten für die Einführung von insgesamt 35 Millionen Euro und einem entsprechend schnellen Return on Investment“, erklärt Zeier.

In der Tat sind die Einsatzszenarien für SAP HANA enorm vielfältig. Sie zu erschließen, ist eine Herausforderung, keine Frage. Alexander Zeier von Accenture empfiehlt schrittweises Herangehen: „Viele Accenture-Kunden haben die SAP-HANA-Plattform in ganz unterschiedlichen Bereichen, oftmals zuerst in kundenspezifischen Problembereichen, eingeführt – und nach Erkennen des Nutzens weitere SAP-HANA-Projekte gestartet.“

Laut Rüdiger Spies vom Analystenhaus PAC sind es wie so oft die Menschen, die über Wandel oder Stillstand entscheiden.

Die Software verändert radikal viel und die Menschen müssen bei der Veränderungen mitgenommen werden.

Ein Weg, der sich lohnt.

Foto: Shutterstock

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