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SAP HANA Cloud Platform: Wann sich der Einsatz lohnt

Feature | 20. Dezember 2016 von SAP News 15

Im Interview mit IT-Onlinemagazin erläutert Timo Deiner, Solution Advisor für die SAP HANA Cloud Platform bei SAP, welche Anwender von der Nutzung der SAP HCP profitieren und welches neue Wissen IT-Abteilungen künftig benötigen könnten.

Müssen SAP-S/4HANA-Anwenderunternehmen die SAP HCP zwangsläufig nutzen?

Für SAP-S/4HANA-Anwender ist der Einsatz der SAP HANA Cloud Platform (SAP HCP) nicht zwingend notwendig. Er ist aber immer dann besonders sinnvoll, wenn die Integration von Nicht-SAP-Systemen, von Cloud-Anwendungen und Systemen und Daten, die außerhalb des eigenen Unternehmens liegen (z.B. IoT), in die On-Premise-SAP-Welt angestrebt wird oder externe Nutzergruppen (z.B. Lieferanten, Kunden, Studenten) über einfache Oberflächen oder mobile Applikationen erreicht werden sollen.

Können Sie ein Beispiel für den Einsatz der SAP HANA Cloud Platform nennen?

Bei einem weiteren Anwendungsfall bietet sich der Einsatz der HCP an, nämlich wenn man die SAP Fiori UX mit SAP ERP ECC 6.0 nutzen möchte.

Unternehmen, die ihre Prozesse bestehen lassen, aber trotzdem mit SAP Fiori die Benutzeroberflächen modernisieren möchten, können die SAP HCP für diesen Zweck nutzen. Die Entwicklungsumgebung Web IDE hat zahlreiche Fiori-Templates an Bord, die man anpassen kann.

Der Vorteil ist: On-Premise ist dann keine Voraussetzung für die SAP-HANA-Datenbank (wie normalerweise bei einigen Standard On-Premise Fiori-Applikationen) – lediglich eine ODATA-Schnittstelle (Open Data Protocol) muss im Netweaver Gateway des SAP ERP ECC eingerichtet werden. Auch die Lizenzkosten für den Betrieb solcher Fiori-Cloud-Oberflächen und die Entwicklungsumgebung könnten attraktiv sein.

Und welche Gründe sprechen gegen den Einsatz der SAP HCP?

Es gibt auch technische Gründe, die für On-Premise-Lösungen (und gegen die HCP sprechen): Will man produktionsnahe Szenarien realisieren, in denen zeitliche Verzögerung der Cloud-Netzwerklatenz stören würde, nutzt man besser eine On-Premise-Architektur, die Antwortzeiten im niedrigen Millisekunden sicherstellen kann.

Schnelle IoT-Szenarien kann man mit der SAP HCP realisieren. Die SAP hat genau für diesen Zweck kürzlich eine neue Funktion, das Smart Data Streaming, zur Umwandlung und Echtzeit-Analyse datenintensiver Ereignisströme vorgestellt.

Wann nutze ich die SAP HCP um SAP S/4HANA an eigene Bedürfnisse anzupassen?

Die SAP HCP nutzt man für sogenannte Side-by-Side-Erweiterungen (side-by-side extensibility), wenn man das eigene SAP S/4HANA um Services, Anwendungen oder Funktionen aus der SAP HCP ergänzen (z.B. Partner-Applikationen), andere Cloud Anwendungen oder Nutzer außerhalb des Unternehmens integrieren möchte. Java und serverseitiges Java-Script kommen dabei zum Einsatz.

Die SAP HCP stellt hier bereits über 1.000 Services und Applikationen bereit, kürzlich wurden Neuerungen vorgestellt, beispielsweise vorkonfigurierte Cloud-Integrationen von Ariba, Beta-Versionen von Services für Workflows und Geschäftsregeln, Prognoseservice auf Datenbasis, Smart Business Cockpits zur KPI-Echtzeitüberwachung und die Unterstützung für virtuelle Maschinen. Damit lassen sich Bestandslösungen schnell in die Cloud bringen.

Eine Liste der verfügbaren SAP HANA Cloud Platform Services und Applikationen finden Sie hier:

Wann nutze ich ABAP um SAP S/4HANA an eigene Bedürfnisse anzupassen?

ABAP bleibt das Standardmittel für kundeneigene Anpassungen innerhalb der Backend-Anwendungen, die SAP bezeichnet das als In-App Erweiterungen (in-app extensibility). Für Frontend-Anpassungen (SAP Fiori) nutzt man zusätzlich JavaScript.

Die sogenannte „key-user extensibility“ soll Key-Usern einfach zu bedienende, toolgestützte Anpassungsmöglichkeiten bieten, um beispielsweise Felder oder Tabellen zu erweitern. Im Hintergrund der vollständig webbasierten Tools wird unter anderem ABAP Code erzeugt. ABAP bleibt also auch für SAP S/4HANA eines der wichtigen Werkzeuge.

Welches Knowhow brauchen IT-Abteilungen für die SAP HCP Nutzung?

Häufig haben Unternehmen schon das passende Entwicklungsknowhow in Form von JAVA im Haus, sehen aber noch Bedarf an JavaScript oder HTML5-Experten im Bereich der UI-Anpassungen. In diesem Zusammenhang können auch UX-Designer wichtig sein, die nicht notwendigerweise IT-Knowhow benötigen. SAP Build eignet sich hier beispielsweise für die schnelle Prototypenerstellung von Benutzeroberflächen, ohne dass programmiert werden müsste.

Eine Herausforderung dürfte für viele Unternehmen der mit der Cloud-Nutzung und Cloud-Architektur verbundene Paradigmenwechsel sein, der weg von Drei-System-Landschaften und langen Releasezyklen hin zu agilen Entwicklungsmethoden mit schneller, regelmäßiger Softwareauslieferung (continuous delivery) geht.

Anhaltspunkte kann Interessierten hier das 12 Factor App Manifest zur Entwicklung von Cloud-Anwendungen liefern.

Die SAP HANA Cloud Platform ausprobieren

SAP bietet Interessierten den Test der SAP HCP unverbindlich und kostenfrei an. Sie müssen sich ausschließlich registrieren und können dann die Platform-as-a-service – auch mit Zugriff auf eigene SAP-Informationen – ausprobieren.

Der Artikel erschien ursprünglich bei IT-Onlinemagazin

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