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SAP investiert und wächst

5. November 2015 von Cornelia Weiss-Justen, Michael Zipf 0

Ob bei Google, Amazon oder Alibaba – überall führt der Wechsel in die Wolke dazu, dass Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden schießen. Auch bei SAP steigt auf dem Weg zum Cloud-Unternehmen der Bedarf an Rechenkapazität. Die Unternehmensleitung hat deshalb beschlossen, neben zwei neuen Rechenzentren in den USA auch ein weiteres in Deutschland zu bauen – und zwar in Walldorf in der Nähe des Parkhauses der SAP Deutschland.

Die Kapazität wird durch das neue Rechenzentrum in Walldorf in der ersten Phase um rund 4 Megawatt (elektrische Leistung/IT Load) erhöht. Zudem sorgt die Nähe zum Rechenzentrum in St.Leon/Rot (Redundanz-Konzept) dafür, dass operative Risiken verringert werden. Die Bauarbeiten für die ersten zwei von vier Bauabschnitten sollen im ersten Quartal 2016 beginnen und bis Mitte 2017 beendet sein.

Neue attraktive Bürogebäude

Ein transparentes, lichtdurchflutetes Gebäude soll es werden, das einen eigenen Charakter hat, viel Raum für Kommunikation bietet und für ein innovatives und kreatives Unternehmen steht. So lauteten die Vorgaben, die Matthias Grimm, Leiter des globalen Facility Managements bei SAP, und Karsten Koch, Leiter Facility Management in Deutschland, den Architekten machten. Spätestens Ende 2018 können die SAP-Mitarbeiter für sich entscheiden, ob das Gebäude WDF49, wie es dann heißen wird, diesen Ansprüchen gerecht wird.

So soll das Gebäude WDF49 aussehen.

So soll das Gebäude WDF49 aussehen.

An der Ecke Dietmar-Hopp-Allee/Rudolf-Diesel-Straße, auf dem Gelände des ehemaligen Citroenhändlers, des Gebäudes WDF27 sowie des Winnes-Parkplatzes, werden ab Anfang 2016 zwei Gebäude gebaut, die miteinander verbunden sein werden. Auch eine Brücke zum Gebäude WDF03 ist geplant. Je nach Raumkonzept sollen hier in Zukunft bis zu 700 Mitarbeiter vor allem entwickeln. Denn insbesondere Kolleginnen und Kollegen des Vorstandsbereichs Products & Innovation (P&I) werden dorthin umziehen. Die derzeit mit rund 16.700 m² Brutto-Grundfläche geplante Fläche soll neben Arbeitsplätzen in gemischter Raumstruktur ebenfalls Projekträume, Kommunikationszonen sowie Besprechungsmöglichkeiten auch für Externe erhalten und damit auch Ausweichflächen für die weitere Modernisierung am Standort Walldorf schaffen.

Für den Neubau WDF49 schrieb SAP einen anonymen Ideenwettbewerb mit fünf Architekturbüros aus. Im April entschieden sich die Verantwortlichen für den Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Scope – office forarchitecture, von dem auch der Entwurf des Neubaus der SAP-Geschäftsstelle in Ratingen stammt.

„Uns hat unter anderem überzeugt, wie der Entwurf unsere Anforderungen an Kommunikation in der Architektur abbildet“, sagt Matthias Grimm. Die Bewertungskommission urteilte, es handele sich um eine herausragende Lösung sowohl hinsichtlich der bis ins Detail durchdachten Grundrissgestaltung als auch hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbilds. Karsten Koch ergänzt: „Das Konzept sieht ganz unterschiedliche Räume vor und bietet uns sehr viel Flexibilität.“

In den kommenden Monaten werden nun nicht nur die externen Fachplaner zusammengestellt, sondern auch die späteren Nutzer sowie die Sozialpartner eingebunden, um die Anforderungen an die späteren Räume und Flächen festzulegen.

Energiezentrale verbessert die Wärmeversorgung

Bislang erzeugt die SAP dezentral in ihren Gebäuden in Walldorf die jeweils benötigte Heizenergie.

Das Facility Management hat ein Konzept für eine umweltschonendere, effizientere und damit auch günstigere Wärme- und Stromversorgung erarbeitet, welches im kommenden Jahr umgesetzt werden wird. So hat man entschieden, ein zentrales Heizkraftwerk zu errichten. Dies wird in Walldorf, ganz in der Nähe des Internationalen Schulungszentrums, entstehen. Das hier installierte Motoren-Blockheizkraftwerk (BHKW) wird über ein Nahwärmesystem die einzelnen SAP-Gebäude mit Heizwärme versorgen. Parallel hierzu wird der über Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Strom in das Stromnetz der SAP eingespeist werden. Karsten Koch: „Das ist eine sehr wirtschaftliche und ökologische Lösung.“

Insgesamt wird SAP für diese Baumaßnahmen rund 100 Millionen Euro investieren.

Energiezentrale

In Walldorf wird ein zentrales Heizkraftwerk mit folgenden Erzeugern errichtet:

    • ein erdgasgefeuerter BHKW-Motor 2MWel. / 1,97 MWth.,
    • zwei erdgasbefeuerte Kesselanlagen mit je 6 MW Wärmeerzeugungsleitung
    • ein mit Holzpellets befeuerter Biomassekessel mit 1,2 MW Wärmeerzeugungsleistung
    • Gesamtheizleistung ca. 15 MW
    • Gesamtinvestition ca. 11,5 Millionen Euro

 

Bildquelle: Shutterstock

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