SAP AppHaus schafft Mode-App

6. Juni 2013 von Susan Galer 0

Photo: SAP

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Auf der SAPPHIRE NOW in Orlando machte die SAP deutlich, dass sie verstärkt in das Endverbrauchergeschäft einsteigen und zeigen will, wie der einzelne Konsument von SAP-Lösungen profitiert, ohne das vielleicht überhaupt zu wissen. Neue Lösungen von SAP leisten nicht mehr nur im Hintergrund zuverlässig ihre Dienste, sondern sind zunehmend auch auf Verbraucher ausgerichtet. Bestes Beispiel hierfür ist die App My Runway, die im SAP AppHaus entwickelt wurde und über iTunes und Google Play verfügbar ist. Die mobile Anwendung kam vor einem Jahr in China auf den Markt und ist seit kurzem auch in den USA verfügbar. Sie wird inzwischen von 100.000 Anwendern genutzt.

„Diese App stellt den Unternehmen Echtzeitdaten zur Verfügung und ermöglicht ihnen damit unmittelbaren Einblick in das Kundenverhalten. Dadurch können sie ihren Kunden maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen anbieten und personalisierte Inhalte bereitstellen“, erläutert Layla Sabourian vom SAP-Produktmarketing.

Follower sind über Sonderangebote informiert

Um die Entwicklung der auf SAP HANA basierenden App weiter voranzutreiben, wurde das Fashion-Ambassadors-Programm ins Leben gerufen. In dessen Rahmen können Fashion-Blogger, Designer und Modefans, die in sozialen Netzwerken wie Pinterest und Instagram aktiv sind, My Runway vorab testen und Feedback geben. Anlass für die Entwicklung der App war eine Studie, die ergeben hatte, dass Kunden beim Einkaufen im Internet häufig die Zeit fehlt, sich durch Tausende von Bildern zu klicken. „Mit der App kann man sich einfach über die gewünschten Labels auf dem Laufenden halten und auf einen Blick sehen, was gerade angesagt und auch in den Geschäften oder Online-Shops erhältlich ist“, so Sabourian. „Man kann außerdem nach Sonderangeboten suchen oder Freunde und Follower informieren, wenn man ein besonders trendiges Teil entdeckt hat.“

Photo: Screenshot

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Modefans, die My Runway nutzen möchten, wählen zunächst die Labels, über die sie sich auf dem Laufenden halten möchten. Über die Schaltfläche „Hot“ werden sofort die beliebtesten Kollektionsteile, Schuhe und Accessoires einzelner oder aller Labels angezeigt. Im Bereich „Trend“ können die Produkte nach Preis, Kategorie und Stil gefiltert werden. Sobald ein Artikel zur persönlichen Wunschliste hinzugefügt wird, wird das nächstgelegene Geschäft angezeigt, das den Artikel im Sortiment hat. Die Kundin kann das Geschäft anrufen und fragen, ob das Teil in der gewünschten Größe vorrätig ist, oder den Artikel direkt über die Webseite des Labels kaufen.

Bei der Nutzung der App spielen auch soziale Medien eine große Rolle: Wunschlisten können mit Freunden auf Facebook und Twitter ausgetauscht werden. Die Nutzer können sehen, was in ihren sozialen Netzwerken oder auch der Fashion-Community im Allgemeinen angesagt ist, indem sie auf Artikel klicken, die von anderen gekauft oder mit „Gefällt mir“ markiert wurden, und die dazugehörigen Kommentare lesen. Und wer schnell den Überblick über den Inhalt seines Kleiderschrankes verliert, kann sich jederzeit eine Übersicht seiner bereits getätigten Käufe anzeigen lassen. „Diese Funktion kommt vor allem bei den Ehemännern gut an, da sie auf diese Weise sehen können, was ihrer Frau gefällt und was sie bereits hat“, berichtet Sabourian.

Über Facebook und Twitter Wunschlisten austauschen

Die Kundinnen und Kunden können nach reduzierter Ware oder anderen Sonderangeboten suchen und sich über entsprechende Angebote benachrichtigen lassen. Die aktive Nutzung der App zahlt sich für die Nutzer aus: auf einem Punktekonto werden ihnen Punkte gutgeschrieben, wenn sie die Filialen eines Designers besuchen, Produkte kommentieren oder ihren Freunden empfehlen, Artikel zu ihren Wunschlisten hinzufügen, Freunde für die App werben und natürlich Einkäufe tätigen. Für diese Punkte erhalten sie dann Gutscheine und Sonderangebote oder den Status „Social Brand Influencer“, für den sie mit persönlichen Geschenkkarten ihrer Lieblings-Labels belohnt werden. Durch Tippen auf die Magic Box können sie sich auch ein Überraschungsgeschenk zusenden lassen, beispielsweise Geschenkkarten beliebter Designer.

 

Photo: Screenshot

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In der App sind die Labels von mehr als 200 Top-Designern vertreten. Unter den internationalen Labels finden sich zudem bekannte Namen wie Dior, Armani, Mango, Prada, Versace und viele mehr. Den Designern bietet die App nicht nur die Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad ihres Labels zu steigern, sondern sie können auch Echtzeitinformationen zum Kaufverhalten und Kundenvorlieben auswerten. So sind sie in der Lage, besonders beliebte Artikel vorrätig zu halten und gezielte Werbeaktionen durchzuführen. „Die App ermöglicht ein optimales Einkaufserlebnis über alle Kanäle. Die Nutzer haben direkten Zugriff auf die Webseite und Ladengeschäfte eines Anbieters und können die gewünschten Produkte so schnell und einfach finden“, erläutert Li Gong, Senior Product Director in den SAP Labs. „Viele Unternehmen im Einzelhandel nutzen bereits SAP ERP für die Verwaltung ihrer Produkte über die gesamte Lieferkette hinweg. Mit dieser App bieten wir den Käufern die Möglichkeit, Farbe, Größe und Stil eines bestimmten Produkts zu wählen und sofort zu sehen, wo sie den Artikel erhalten.“

Gong zufolge kommt die App vor allem bei den chinesischen Nutzern so gut an, dass schon fast Suchtgefahr besteht. „Wir bringen den Austausch über soziale Netzwerke auf eine persönlichere Ebene und ermöglichen den Nutzern unserer App, ihre Familie und Freunde über ihre Lieblingsprodukte zu informieren. Zugleich können Marketingexperten mithilfe von Echtzeitanalysen den Umsatz ankurbeln. Die Käufer können sich schnell und einfach über die neuesten Modetrends informieren, und die Filialen können sicherstellen, dass sie stets die richtigen Artikel vorrätig haben.“

Käufer erkennen und die Kaufhistorie parat haben

Die App soll künftig außerdem eine Mobile-Clienteling-Lösung beinhalten, die es dem Verkaufspersonal in Geschäften ermöglicht, Käufer zu erkennen, eine Übersicht ihrer bisherigen Einkäufe anzuzeigen und ihnen maßgeschneiderte Angebote zu unterbreiten. Bis dahin möchte die SAP weitere Designer für die App gewinnen und gemeinsam mit ihnen neue Funktionen für ein personalisiertes Einkaufserlebnis und die Analyse von Echtzeitdaten entwickeln.

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