Die SAP-News vom MWC 2014

Feature | 25. Februar 2014 von Nicolas A. Zeitler 0

Foto: Shutterstock

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Neue Werkzeuge zum Entwickeln von Apps für Android, iOS und Windows 8 mit der SAP Mobile Platform hat SAP auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona angekündigt. In den neuen Entwicklungsumgebungen soll es möglich sein, mit nur einem Programmier-Code Anwendungen für alle drei Betriebssysteme zu erstellen. Die Walldorfer kooperieren zu diesem Zweck mit den Unternehmen Xamarin und Service2Media.

Xamarin bietet eine Entwicklungsumgebung für native Apps an, die auf Microsoft Visual Studio basiert. Ein neues Paket von Werkzeugen (SDK) soll diese künftig mit der On-Premise- und Cloud-Variante der SAP Mobile Platform verbinden. Laut Mitteilung von SAP arbeiten mehr als eine halbe Million Entwickler in 111 Ländern und 150 Beratungspartner mit Xamarin. Xamarin-Gründer und -Chef Nat Friedman erwartet, dass die Zusammenarbeit das Entwickeln von Apps deutlich einfacher macht, die Unternehmensdaten verarbeiten. Der für Entwickler zuständige Microsoft-Manager S. Somasegar sagte, die Verbindung werde die Entwicklung von Apps beschleunigen und billiger machen.

Neues SDK, Test-Cloud und Zertifizierungen

SAP peilt in der Zusammenarbeit mit Xamarin zunächst folgende Schritte an:

  • Ein neues Paket von Entwicklerwerkzeugen (SDK)
  • Eine Test-Cloud, mit der Entwickler gleichzeitig automatisierte Tests auf mehreren hundert Geräten durchführen können
  • Ein Zertifizierungsprogramm, das die Beratungspartner von Xamarin bei der App-Entwicklung unterstützen soll, die zugleich Xamarin- und SAP-Werkzeuge verwenden.
  • Eine Xamarin University, an der Entwickler aus Unternehmen lernen sollen, Xamarin-Apps zu entwickeln, die sich mit der SAP Mobile Platform verbinden lassen.

Der zweite Kooperationspartner von SAP, Service2Media, hat seine App-Lifecycle-Plattform M2Active um ein neues Modul erweitert, das die Anbindung an APIs der SAP Mobile Platform ermöglicht. Damit stehen Nutzern von M2Active neue Werkzeuge und Cloud-Dienste zum Entwickeln von Apps für iOS, Android und Windows zur Verfügung. Daten aus der SAP Mobile Platform sollen sich damit direkt in die Entwicklungsprozesse von M2Active einspeisen lassen, so Marcel E. Smit, Chef von Service2Media.

SAP hat in Barcelona außerdem den ersten Anbieter von Cloud-Diensten für die SAP Business One Cloud auf SAP HANA vorgestellt: Portugal Telecom hat eine Cloud-Umgebung geschaffen, in der Partnerfirmen die Lösung für ihre Kunden hosten können. Die SAP Business One Cloud richtet sich speziell an Mittelständler oder Konzerntöchter, die darin schnellen Einblick in Daten etwa aus Verkauf, Finanzen oder Buchhaltung gewinnen sollen. Niedrigere IT-Kosten und mehr Agilität verspricht SAP Unternehmen, die das Angebot von Portugal Telecom nutzen. Für die schlüsselfertige Lösung bezahlen Kunden einen Abo-Preis je Nutzer. Zusätzlich stellen SAP und Portugal Telecom eine Entwickler-Version von SAP Business One powered by SAP HANA zur Verfügung.

Mobile World Congress: SAP vergibt Preise an den IT-Nachwuchs

Wie SAP den IT-Nachwuchs an sich bindet, demonstrierten die Walldorfer auf dem MWC ebenfalls – durch die Bekanntgabe der Gewinner in zwei Wettbewerben für Jungforscher. Im Global Connected Car Contest hat SAP sechs Teams für ihre innovativen Ideen für die Automobilindustrie ausgezeichnet. Darunter sind Forscher vom Clemson University International Center für Automobilforschung in South Carolina. Ihre App ParkinGain soll einmal Autofahrern bestimme Parkplätze zuweisen, abhängig von ihrer Position, Entfernung zum Ziel und den Parkgebühren. Daran sollen auch Rabatte in ortsansässigen Geschäften, Navigationshilfen und verschiedene Zahlungsoptionen gekoppelt werden. Aus Sicht von SAP ist die App ein Beispiel dafür, wie sich gleichzeitig der Fahrkomfort und die Lebensqualität in Städten verbessern lässt. Den Utility of Tomorrow Innovation Contest gewann unter anderem ein Team aus drei Doktoranden, die eine App zur Abmilderung von Lastspitzen in Stromnetzen entworfen haben. Verbraucher sollen mit ihrem Stromanbieter wetten, dass sie beispielsweise zu unüblichen Zeiten die Waschmaschine anschalten und dafür finanziell belohnt werden (das Gewinnerteam stellen wir auf SAP.info demnächst ausführlicher vor).

Neue Kundenprojekte gab SAP auf dem Mobile World Congress ebenfalls bekannt:

Saudi Telecom wird SAP-Software zum Management seiner Netzwerke in Betrieb nehmen. Das Unternehmen erhofft sich davon Kostensenkungen und einen schlankeren Betrieb.

Die U Microfinance Bank Limited (UBank) in Pakistan baut mit der Bank-Software SAP Mobile Inclusive ihr Netz ohne Filialen auf. In die Initiative Upaisa hat die Bank nach SAP-Angaben bisher mehr als 17.000 Konten eingebunden. Kunden der Bank können seit dem Start des Programms im vergangenen Juli in bisher 210 pakistanischen Städten über ein Netzwerk von gut 15.000 Agenten Bankdienstleistungen auf ihren Smartphones in Anspruch nehmen. 2,4 Millionen Geldtransfers im Wert von umgerechnet insgesamt 106 Millionen US-Dollar wurden bisher abgewickelt. Wie SAP mitteilt, haben zwei von drei Pakistani Zugang zu einem Mobiltelefon, aber nur jeder Zehnte hat ein klassisches Bankkonto. Upaisa soll es jedermann möglich machen, beispielsweise seine Stromrechnung bargeldlos zu bezahlen oder mittels Smartphone in Geschäften Geld abzuheben.

Mit den Mobilfunkanbietern MTT Russia und Telenor Norway hat SAP Vereinbarungen über den Mobilfunkstandard LTE abgeschlossen. Damit komme man der hohen Nachfrage nach 4G/LTE weltweit nach, so SAP. Ziel ist es, Mobilfunkkunden in immer mehr Ländern Zugang zum LTE-Netz zu ermöglichen.

18 Millionen Spam-SMS in zwei Monaten abgefangen

Über Erfolge im Kampf gegen Spam per SMS hat SAP in Barcelona auf dem MWC ebenfalls berichtet. Neue Schutzmechanismen in dem mobilen Angebot SAP SMS 365 hätten allein in den vergangenen zwei Monaten fast 18 Millionen Spam-Nachrichten entdeckt und abgefangen. SAP hat in SAP SMS 365 die mobile Sicherheitslösung des Anbieters Cloudmark integriert. Im Vergleich zu herkömmlichen Anti-Spam-Angeboten ist das kombinierte Produkt von SAP und Cloudmark nach Angaben der Partner doppelt so leistungsfähig. Zahlreiche Mobilfunkanbieter in den USA und weitere in  anderen Ländern setzen die Lösung ein.

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