Die Schritte zum neuen Produkt

Feature | 2. Juli 2012 von Iris Nagel-Martin 0

Foto: Bernd Kröger/Fotolia

Das SAP-Partnernetzwerk gibt es schon fast so lange wie das Unternehmen selbst. Neben Integrations- und Implementierungspartnern, die beim Kunden öfter in Erscheinung treten, gibt es auch so genannte Entwicklungspartner. „Diese Partnerschaften ergänzen das SAP-Produkt-Portfolio mit ihren eigenen Produkten“, erklärt Volker Schulz vom Partnermanagement.

Ständige Erweiterung des SAP-Portfolios

Unternehmen, die für die SAP ein Produkt entwickeln, nehmen selbstverständlich einen besonderen Stellenwert ein. Dabei reicht die Zusammenarbeit mit den so genannten Software-Solution-Partnern von lockeren Bindungen bis hin zu sehr engen Beziehungen. Embedded OEM stellt so ein Beispiel dar. Hier sind die entwickelten Teile des Partners für die Funktionsfähigkeit des SAP-Produkts entscheidend und werden als integraler Bestandteil mit ausgeliefert.

Andere Partnerprodukte dagegen werden als eigenständige Add-Ons ausgeliefert. Obwohl manche Partner diese komplett selbstständig entwickeln, funktionieren sie nur, sofern SAP ERP implementiert ist, zum Beispiel das SAP Reinsurance Management. Wieder andere Produkte werden zwar selbstständig vom Partner entwickelt, jedoch nur von der SAP vertrieben. Hier handelt es sich um SAP Branded Reseller. Bei Vendor Branded Resellern verkauft auch die SAP das Produkt. Im Gegensatz zu den Endorsed Business Solutions, wo der Partner selbst verkauft.

Bevor ein Partner-Produkt die Marktreife erlangt, wird es von der SAP auf Herz und Nieren geprüft. Abhängig vom jeweiligen Produkt werden im Product Innovation Lifecycle (PIL) unterschiedliche Phasen durchlaufen. Zunächst orientiert sich die SAP an ihrem Portfolio. Dabei spielen die generelle strategische Ausrichtung, Kundenwünsche, sowie das Solution Management von SAP eine wichtige Rolle. Im Falle der SAP Branded Reseller kann der Partner auch noch eigene Ideen einbringen, die noch auf die folgende Definitionsphase Auswirkungen haben. Spätestens ab der Planungsphase sind dann die Partner immer eingebunden. Da das Produkt der Vendor Branded Reseller meist fertig ist, gibt es für sie einen eigenen PIL-Pfad.

Das Feedback der Kunden mit einbeziehen

Bereits ab der Planungsphase können Partner ihre Vorstellungen und Empfehlungen mit einbringen, die oft das Feedback der Kunden widerspiegeln. Dieses Wissen läuft dann in zukünftige Releases mit ein.

Sind dann Umfang und Ausrichtung des künftigen Produkts beschlossen, folgt im PIL die Phase des ersten Quality Gate. Hier werden die so genannten Deliverables festgelegt, also Anforderungen, die das Produkt erfüllen muss. Ebenso wird vereinbart, bis zu welchem Release Deliverables umzusetzen sind, falls eine Realisierung im laufenden Release unrealistisch ist.

Danach geht es in die heiße Phase. Nun findet die eigentliche Entwicklung statt. Nachdem das Produkt entwickelt wurde, folgt eine ausführliche Testphase. Diese sowie das anschließende Quality Gate überprüfen, ob die Produktstandards eingehalten wurden. Danach wird das Produkt der Produktionsabteilung von SAP übergeben. Hier werden zwei entscheidende Prozesse durchlaufen: Die Solution Validation prüft, ob alle fachlich erforderlichen Funktionen vorhanden sind und das Produkt tatsächlich leistet, was es leisten soll. Die Component Validation testet, ob das Produkt auf den benötigten Plattformen eingespielt werden kann. Nach einem erneuten Quality Gate kann das Produkt schließlich in den Ramp-up-Prozess gehen. Dazu werden üblicherweise zehn Kunden aus den Bewerbern ausgewählt. Sobald ein Kunde produktiv geht, endet die Ramp-up-Phase und das Produkt ist für alle Kunden verfügbar.

KOMPAKT: Die SAP-Partnerschaften

Die Bandbreite der verschiedenen Partner ist riesig und reicht von losen bis sehr festen Bindungen. Diese werden durch unterschiedliche Vertragskonstrukte realisiert. Die engste Bindung zur SAP besteht beim Embedded OEM, was bedeutet, dass das Partner-Produkt ein untrennbarer Teil eines  SAP-Produkts ist. SAP Branded Reseller hingegen sind Partner-Produkte, die  als vollständig eigenständiges SAP Produkt unter SAP Brand vertrieben werden, wobei die Vertriebsrechte allein bei der SAP liegen. Beim Vendor Branded Reselling wird das Partner-Produkt ebenfalls von SAP allerdings unter gemeinsamen Brand vertrieben.  Daneben gibt es weitere Partnerschaften wie die Endorsed Business Solutions, die Qualified Business Solutions oder das neue Co-Innovation-Programm sowie zahlreiche andere, meist lockere Beziehungen.

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