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So realisieren Sie den Mehrwert von SAP S/4HANA

29. August 2016 von Michael Sokollek 2

Viele Unternehmen planen den Wechsel auf SAP S/4HANA auf dem Wege einer System Conversion. Doch wer das Innovationspotenzial der SAP-Lösung ausschöpfen möchte, sollte auch eine Neuimplementierung oder im Falle einer Systemlandschaft mit mehreren ERP-Systemen eine Landscape Transformation prüfen.

Unternehmen, die bereits mit SAP ERP 6.0 (ab EhP 0) arbeiten, bevorzugen oft den Wechsel auf SAP S/4HANA auf dem Wege einer System Conversion. Die Gründe dafür sind naheliegend: Wer schon in eine SAP-Lösung investiert hat, ist daran interessiert, getätigte Investitionen auf diese Weise zu erhalten.

Doch der Wechsel auf SAP S/4HANA ist stets mehr als ein Einzelprojekt oder eine reine Datenbankmigration: Er bezieht immer die gesamte IT-Systemlandschaft mit ein, weshalb die Transformation stets von einer optimalen SAP-Ziel-Architektur aus betrachtet werden sollte. Diese hat zum Ziel IT-Komplexität zu reduzieren und Prozesse zu vereinfachen. Eine Analyse vor diesem Hintergrund kann im Ergebnis schließlich auch zu einer anderen Wechselvariante führen: nämlich zu einer Greenfield (Neuimplementierung) oder einer Landscape Transformation.

System neu aufsetzen oder konvertieren?

Während bei einer Neuimplementierung stets ein gänzlich neues System aufgesetzt wird, besteht bei einer Landscape Transformation neben der Option, ein neues System aufzusetzen, alternativ auch die Möglichkeit ein bestehendes System zu konvertieren – die bestehende multiple SAP-ERP-Landschaft wird in diesem Fall schrittweise durch die selektive Datenübernahme reduziert, der Scope des SAP-S/4HANA-Systems wo notwendig erweitert.

Beide Wechselvarianten sind den IT-Organisationen in der Regel bekannt, wurden allerdings in der Vergangenheit häufig mit Vorbehalt betrachtet: So werden bei einer Neuimplementierung – anders als bei einem Upgrade oder einer System Conversion – Konfigurationen, Erweiterungen und Daten nicht automatisch durch den Einsatz der SAP Upgrade und Migrationswerkzeuge beibehalten. Auch bei einer Landscape Transformation (auch wenn eine System Conversion als Grundlage denkbar ist) ist indes häufig ein Greenfield-Ansatz notwendig – entweder aufgrund der Andersartigkeit der in den ERP-Systemen abgebildeten Prozesse oder weil die existierenden ERP-Systeme keine valide Grundlage für einen Neustart mit SAP S/4HANA darstellen.


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Doch auch wenn die Projektvorhaben in beiden Fällen einen Neustart darstellen – und getätigte Investitionen möglicherweise abgeschrieben werden müssen – erweist sich diese Option langfristig in vielen Ausgangslagen für Kunden als sinnvoll. Der Grund: Der Mehrwert von SAP S/4HANA lässt sich nur realisieren, wenn die Prozesse im Unternehmen die technischen Möglichkeiten eines SAP-S/4HANA-System ausnutzen und die Daten im System insbesondere Stammdaten die aktuelle Geschäftssituation abbilden. Erfolgt der Wechsel auf ein SAP-S/4HANA-System als rein technischer Wechsel, wird das Innovationspotenzial von SAP S/4HANA nicht ausgeschöpft. Eine schrittweise Anpassung von Prozessen und eine Bereinigung der Datenbasis im Nachgang gestaltet sich dann als schwierig, denn sie wird als optional verstanden und ist nicht integraler Bestandteil des Projektes.

Welchen Weg Unternehmen schließlich beschreiten, sollten sie auf der Grundlage einer Analyse entscheiden, die Dauer, Komplexität, Aufwand sowie den erzielbaren Nutzen einer System Conversion in Betracht zieht und diesen mit einem Greenfield-Ansatz vergleicht.

Neuimplementierung auch via Cloud

Bietet sich ein Wechsel via Neuimplementierung an – wenn etwa nur ein System zugrunde liegt – kann auch die Nutzung der SAP S/4HANA Cloud-Variante in Erwägung gezogen werden. Art und Umfang der Prozesse sind bei diesem Betriebsmodell nicht identisch mit der On-Premise-Variante, der Funktionsumfang wird quartalsweise erweitert. Individuelle Erweiterungen sind grundsätzlich möglich, gleichzeitig ist die Public-Cloud-Variante jedoch für Kunden insbesondere dann sinnvoll, wenn die Organisation der Standardisierung eine hohe Priorität einräumt.

OPTION: GREENFIELD

Neuimplementierung – Wann und warum?

Eine Neuimplementierung ist vor allem sinnvoll, wenn …

  • … Firmen hohe laufende Betriebskosten oder komplex gestaltete End-to-End-Prozesse mit geringer User-Akzeptanz verzeichnen.
  • … historisch begründet viele Eigenentwicklungen mit unklarer Nutzung die Systemlandschaft prägen, insbesondere, wenn bei der Ablösung von Legacy Systemen Funktionalitäten in das SAP R/3 übernommen wurden (eine Reduzierung der Entwicklungen ist nahezu unmöglich und bringt aus Sicht des Business keinen Mehrwert).
  • … wenn etablierte Prozesse nicht mehr zur Unternehmensstruktur passen, etwa weil eine ehemals lokale Organisation nun global agiert.
  • … wenn die Daten einer Aufbauorganisationseinheit mit ihrer Anzahl an Kostenrechnungskreisen, Buchungskreisen oder auch mit ihren Hierarchien nicht mehr die aktuellen Bedürfnisse reflektieren.

Neuimplementierung Schritt für Schritt

Schritt 1: Installation eines lokalen oder Cloud basierten SAP-S/4HANA-Systems auf Basis der Best Practices Prozesse – diese sind Bestandteil von SAP Activate.

Schritt 2: Parallel erfolgt eine Bestandsaufnahme der IST-Prozesse und Erweiterungen.

Schritt 3: Durchführung einer Fit-Gap Analyse: Welche Prozesse passen bereits, welche bedürfen einer Anpassung? Basierend auf der Bestandsaufnahme müssen nötige Anpassungen durch die IT vorgenommen werden, um z.B. einen 80 Prozent Build-Status zu erreichen.

Schritt 4: Übernahme der Daten aus dem SAP-ERP-System zum Beispiel auf Basis des SAP S/4HANA Migration-Cockpits.

Ziele

Die Neuimplementierung führt zu einer Vereinfachung und möglicherweise auch Umstellung von Prozessen. Benutzer arbeiten rollenbasiert mit SAP S/4HANA unter Nutzung des Fiori Launchpad mit der Darstellung von nativen Fioris und bekannten SAP Transaktionen; fachlich verbindet sich damit die Neu- und Umgestaltung von Prozessen gemäß den aktuellen Anforderungen.

Mit dem Greenfield-Ansatz kann ein weiterer zentralen Aspekt des Wechsels auf SAP S/4HANA beim Prozessdesign berücksichtigt werden: Die Reduzierung von Komplexität, wie zum beispielsweise die Erstellung eines operatives Reportings ohne Einsatz eines Business Warehouse.

Komplexere Erweiterungen werden nicht mehr im SAP-S/4HANA-System direkt implementiert, sondern auf Basis der SAP HANA Cloud Plattform umgesetzt. Die folgenden Ziele werden damit verfolgt: Die Wartbarkeit des Systems wird verbessert, der Wechsel auf die nächsten Produktversionen von SAP S/4HANA vereinfacht, Verbesserungen an den Erweiterungen erfolgen unabhängig vom SAP-S/4HANA-System und mit einem schneller getakteten Innovationszyklus – entsprechend des Konzepts einer IT der zwei Geschwindigkeiten.

OPTION: LANDSCAPE TRANSFORMATION

Landscape Transformation – Wann und warum?

Im Unterschied zu einer Neuimplementierung ist eine Landscape Transformation etwa bei umfassenden Umstrukturierungen sinnvoll, wenn die Aufteilung in n-SAP Systeme aufgrund von Gliederungen nach Divisionen oder Regionen nicht mehr sinnvoll erscheint. Die Folgen dieser Ausgangslage sind dann zumeist …

  • … hohe Betriebskosten
  • … keine einheitliche Sicht auf Daten in Echtzeit
  • … Durchführung von Veränderungen an Prozessen in n-Systemen, dies führt zu
    • verminderter Agilität/Geschwindigkeit im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Systems
    • Widersprüchen, wenn es um die digitale Transformation geht bei der es notwendig ist in kürzer werdenden Zyklen Prozesse anzupassen

Landscape Tranformation Schritt für Schritt

Schritt 1: Entscheidung ob Greenfield oder System Konvertierung die Basis für die Landscape Transformation schaffen soll.

Schritt 2: Analyse in welche Reihenfolge die Ablösung der ERP-Systeme erfolgen kann.

Schritt 3: Option: Zunächst eine systemübergreifende Sicht im Bereich Finanzen schaffen. Mit dem neuen System-S/4HANA-System unter Nutzung des Central Finance wird so die Möglichkeit geschaffen, alle Finanz-Daten in Echtzeit zu sehen.

Schritt 4: Ausbau des Systems durch die vollständige Konfiguration des SAP-S/4HANA-Systems und die schrittweise Übernahme der Daten aus den weiteren ERP-Systemen.

Die Landscape Transformation führt so zu einer deutlichen Verkleinerung der Systemlandschaft sowie unternehmensweit einheitlichen Prozessen. Ist dies das Ziel, ist die Option Landscape Transformation der richtige Weg in Richtung SAP S/4HANA.

Weitere Informationen

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