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SAP S/4HANA: Eine Einschätzung

27. April 2015 von Andreas Schmitz 0

Business Case und erwarteter Mehrwert: Das sind die entscheidenden Kriterien für Kunden, sich für SAP HANA und auch für SAP S/4HANA zu entscheiden. Christian Hopfner, Leiter Business Development bei All for One Steeb, spricht über das Potenzial der neuen Generation der SAP Business Suite.

Herr Hopfner, All for One Steeb betreut mit rund 2.000 vorwiegend mittelständischen Unternehmen die größte SAP-Kundenbasis eines Resellers in der deutschsprachigen Region. Die ersten Kunden sind inzwischen auf SAP HANA umgestiegen und somit „ready“ für SAP S/4HANA. Was sind deren Beweggründe?

Die Gründe für eine Entscheidung, auf SAP HANA umzusteigen, sind in den Unternehmen sehr individuell. Dabei spielt die Größe des Unternehmens kaum eine Rolle. Viel wichtiger sind Themen wie Investitionsschutz bzw. TCO der IT und die Anforderungen der Fachabteilungen. Die Vereinfachung der Prozesse für die tägliche Arbeit und schneller bessere Entscheidungen zu treffen, sind Leitmotive. Gleichzeitig geht es darum, unter dem Druck des Marktes flexibel und innovativ zu sein. Was sich vordergründig wie ein Interessenkonflikt darstellt, sehen wir differenzierter und diskutieren dies mit unseren Kunden und Interessenten. Viele haben erkannt, dass die SAP HANA-Plattform die Grundlage für Innovationen ist, welche der IT helfen, die Anforderungen der Fachabteilungen und des Marktes zu erfüllen. Somit wird die IT zum Innovationstreiber und kommt weg vom zum Teil leider noch verbreiteten Image eines reinen Kostenverursachers.

SAP S/4HANA verspricht weniger Komplexität. Was ist Ihr Eindruck? Schafft die neue SAP Business Suite mehr Einfachheit?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man zunächst ein paar Jahre zurück schauen. Als SAP 1992 mit SAP R/3 rauskam, waren alle Anwendungen integriert. Doch dann kamen immer neue Anforderungen hinzu – neue und komplexere Prozesse sowie Auswertungen wurden nötig, neue Planungswerkzeuge entwickelt. Doch für diese neuen Funktionalitäten waren die relationalen Datenbanken zu langsam. Deshalb hat man damit begonnen, die Systeme voneinander zu trennen. Es entstanden neue Schnittstellen, welche zum Teil neue Systeme erforderten, die diese Schnittstellen überwachten. Die SAP HANA-Plattform hat die technischen Fähigkeiten, das alles wieder zusammenzuführen. Damit ist SAP S/4HANA die konsequente Schlussfolgerung aus anwendungsorientierter Sicht. Zwar ist es bei SAP S/4HANA zunächst noch so, dass man sich auf Themen im „Kern“, also ERP, konzentriert. Dies wird sich jedoch im Laufe der Zeit verändern. Viele Funktionen werden dann in den neuen Kern zurückgeholt. Insgesamt geht es daher um die Konsolidierung der Systemarchitektur und IT-Landschaft, um funktionale Verbesserungen im ERP als auch um die einfachere Bedienung.

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Christian Hopfner, Leiter Business Development bei All for One Steeb: “Entscheidend ist, welcher Business Case und welcher Mehrwert hinter einem SAP HANA-Umstieg steht.”

SAP S/4HANA ist ja „fiorisiert“, wie SAP das ausdrückt. Was bedeutet das für die Unternehmen?

In Sachen Usability sind die Anwender inzwischen hohe Standards gewöhnt, vor allem die jungen Leute in den Unternehmen. Die „digital Natives“ stehen der bekannten SAP GUI eher „skeptisch“ gegenüber. Mit SAP HANA wird es möglich, neue User Experience (UX)-Prinzipien in die Applikationen zu bringen, wie wir sie etwa von den SAP Fiori-Apps kennen. Es würde jedoch zu kurz greifen, unter Fiorisierung nur schicke Oberflächen zu verstehen. Eine Optimierung der UX ist kein Selbstzweck. Es geht vielmehr darum, dass Software alle Anwender optimal dabei unterstützt, ihre Arbeit gut und effizient zu erledigen. Dazu gehört, dass Prozesse effizient abgebildet sind, KPIs individuell auf einem Factsheet zusammengestellt werden können und der Anwender auf allen Endgeräten arbeiten können, auch mobil. Und dass ganz generell alle notwendigen Informationen sofort erreichbar und einfach konsumierbar sind. Auch das ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern der individuellen Anforderungen in den Unternehmen bzw. in den Fachabteilungen.

Fachabteilungen spielen Ihrer Einschätzung nach eine wichtige Rolle, wenn es um eine Einführung von SAP HANA oder um Überlegungen bezüglich SAP S/4HANA geht. Welche Fachabteilungen konkret sind da die Treiber?

Natürlich sind die Mehrwerte vor allem für Fachabteilungen greifbar, für die bereits SAP-HANA-basierte Applikationen existieren. Sowohl in der Logistik als auch im Finanzwesen existieren bereits heute viele neue Transaktionen, welche mittels EHP7 aktivierbar sind. Sie erleichtern den Arbeitsalltag im Vergleich zu früher massiv und werden von unseren Kunden gerne angenommen. In Hinblick auf SAP S/4HANA sind aktuell vor allem die SAP Simple Finance-Funktionen verfügbar, also die Funktionen für die Abteilungen Buchhaltung und Controlling. Monatsabschlüsse sind etwa praktisch „on the fly“ möglich, Abstimmarbeiten zwischen Controlling und Buchhaltung werden aufgrund Vereinheitlichungen in der Buchungslogik massiv erleichtert und das Reporting in beiden Bereichen kann aufgrund des Wegfalls von Aggregaten und der Nutzung von SAP HANA live, ad-hoc und in höchster Granularität erfolgen. Die Logistik wird gegen Ende des Jahres mit SAP Simple Logistics ebenfalls signifikante Funktionsveränderungen und Verbesserungen erfahren. Was wir in einigen exklusiven Meetings bereits sehen konnten, gefiel uns sehr gut.

Noch hat lediglich eine Minderheit der Unternehmen im Mittelstand die neue Softwaregeneration im Einsatz – ob SAP HANA oder SAP S/4HANA. Wie lautet Ihr Zwischenresümee?

Mit der Ankündigung von SAP S/4HANA verfolgt SAP ihre SAP-HANA-Strategie konsequent weiter. In diesem Sinne ist eine pauschale Antwort möglich: Unternehmen, die auf SAP HANA umsteigen, werden umfassend von zukünftigen Innovationen der SAP profitieren – bis hin zu SAP S/4HANA als neuer Business Suite. Der Weg dorthin und die Geschwindigkeit sind aber für jedes Unternehmen unterschiedlich. Entscheidend ist, welcher Business Case und welcher Mehrwert hinter einem SAP HANA-Umstieg steht. Naturgemäß fällt es deshalb neuen Kunden leichter, diesen Schritt direkt zu gehen, da man sich ja bereits grundsätzlich für eine komplette Veränderung entschieden hat. Bei unseren Bestandskunden jedoch wird ganz klar und hart nach dem Mehrwert gefragt, der hinter den Szenarien steht. Diese Diskussion müssen und wollen wir führen.

Weitere Informationen zu SAP S/4HANA erhalten Sie hier oder in folgenden kostenlosen Webseminaren. Am 30. April bieten wir zudem einen interaktiven Webcast mit dem Analysten Cristian Wieland von Pierre Audoin Consultants sowie dem SAP S/4HANA-Experten Uwe Grigoleit von SAP an. Zudem startet im Mai eine Roadshow zum Thema SAP S/4HANA. Weitere Informationen.

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