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SAP S/4HANA: Roadmap schafft Voraussetzungen für den Wechsel

8. August 2016 von Michael Sokollek 42

Der Einsatz von SAP S/4HANA ermöglicht die konsequente Ausrichtung des Unternehmens auf die digitale Wirtschaft. Damit der Wechsel von der alten in die neue Welt gelingt, sollten Firmen ihre eigene Roadmap zur Umstellung nach SAP S/4HANA erstellen und diese konsequent verfolgen.

Marktforscher IDC hat der deutschen Wirtschaft für 2016 ein Jahr prophezeit, das ganz im Zeichen der digitalen Transformation steht. Im aktuellen Jahr geht es den Unternehmen aber nicht mehr nur um die Realisierung einzelner digitaler (Pilot-)projekte, sondern um das Erzielen eines messbaren Wettbewerbsvorteils. Damit dies gelingt, sind Unternehmen gefordert, zunächst zwei zentrale Anforderungen des digitalen Wachstums zu erfüllen, mahnt IDC: Sie müssen innovationsfähig sein sowie in der Lage, die stets wachsenden Datenmengen in ihren Organisationen zu beherrschen. Doch komplexe Infrastrukturen der bestehenden IT stellen in vielen Organisationen eine Hürde dar, die ihre digitale Entwicklungs- und damit Innovationsfähigkeit erheblich einschränkt. Laut dem Beratungsunternehmen Capgemini fließen im aktuellen Jahr noch immer 69 Prozent der IT-Budgets in operative Aufgaben. Lediglich 24,4 Prozent der Ausgaben entfallen auf Innovationen.

SAP S/4HANA als Kern der Business Transformation

Entwickelt auf der SAP HANA-Plattform wurde SAP S/4HANA genau auf diese Anforderungen und Herausforderungen der digitalen Wirtschaft zugeschnitten: Die nächste Generation der SAP Business Suite ermöglicht Firmen zum einen, bestehende Prozesse zu optimieren, aber auch gänzlich neue innovative Prozesse zu realisieren, um sich damit im digitalen Wettbewerb behaupten zu können. Setzen Unternehmen auf SAP S/4HANA als digitalen Kern der IT-Architektur, so lassen sich diese Unternehmen einfacher konsequent auf digitale Prozesse ausrichten – entsprechende Geschäftsszenarien lassen sich dann effektiv umsetzen und schlagkräftig vermarkten.

Reduzierung von Komplexität

Auf dem Weg zum „Digital Enterprise“ sollten Unternehmen zuerst die Voraussetzungen schaffen, innovationsfähig zu sein. Sie müssen zum einen ihre operativen IT-Kosten senken, indem sie bestehende Komplexität in der IT-Landschaft, das heißt Schnittstellen und Systeme, reduzieren. Zugleich sollten Unternehmen existierende, vor allen Dingen aber auch neue Lösungen gekapselt entwickeln und somit dem Ansatz einer Two-speed IT-Architektur folgen. Auf diese Weise lassen sich Freiräume zugunsten digitaler Innovationen schaffen.

SAP S/4HANA unterstützt Unternehmen bei diesem Schritt in drei relevanten Bereichen:

  • Vereinfachte Informationsflüsse: Verstreute Informationen und Datenredundanzen erzeugen unterschiedliche Abbilder der unternehmerischen Realität. Sie erschweren die Entscheidungsfindung und die marktgerechte Umsetzung neuer Ideen. Beispiel: In einem global agierenden SAP-Kundenunternehmen mit mehr als 68.000 Mitarbeitern stand ein unternehmensweites Finanz-Reporting erst 20 Tage nach dem Stichtag zu Verfügung. Der Grund: heterogene IT-Strukturen entstanden aufgrund starkem Unternehmens-Wachstum. SAP S/4HANA vereinfacht fundierte Entscheidungen, indem es ein zentrales Finanzwesen mit einer einheitlichen Datenablage und mit standardisierten Prozessen in einem System und einem Berichtswesen ermöglicht.
  • Einfache, durchgängige Geschäftsprozesse: Viele Geschäftsprozesse orientieren sich noch an althergebrachten Batch-Prozessen oder erfolgen gar manuell. Das führt zu Medienbrüchen mit Wechseln zwischen Systemen und System-Papier. Die Boston Consulting Group geht davon aus, dass Organisationen zwischen 40 und 80 Prozent ihrer Zeit mit Aktivitäten verbringen, die keinerlei Mehrwert bringen. SAP S/4HANA führt hingegen analytische und transaktionale Themen und Operationen in einem System zusammen und stellt rollenbasierte, vereinfachte Oberflächen zur Verfügung.
  • Freiraum für Innovationen: Die IT-Infrastruktur stößt an ihre Grenzen, nicht nur hinsichtlich ihrer Innovationsfähigkeit, sondern auch im alltäglichen IT-Betrieb. So sind beispielsweise zwischen 25 und 75 Prozent des angepassten Codes im globalen ECC-System eines SAP-Kunden nach 15 Betriebsjahren ungenutzt, bis zu 50 Prozent der Modifikationen sind veraltet (siehe “Auf einen Blick”). Ein Wechsel auf SAP S/4HANA bietet die Chance, Prozesse wieder am Standard zu orientieren, zu integrieren und im digitalen Kern zu kapseln: Prozesse werden nur noch dort weiterentwickelt, wo dies einen Mehrwert bietet. Lösungen mit einem höheren Bedarf an Veränderung, die sich zum Beispiel stark an dem Feedback von Kunden orientieren, werden getrennt vom Digitial Core in der SAP HANA Cloud Plattform umgesetzt.

Auf einen Blick:

1. Kunden-Code als Herausforderung für den IT-Betrieb

Globales ECC-System eines Beispiel-Kunden nach 15 Betriebsjahren

  • 1.500 Standard-, 500 angepasste Prozesse
  • 150.000 angepasste Code-Objekte
  • 6.000 Modifikationen
  • 2.000 Erweiterungen
  • Zwischen 25 und 75% des angepassten Codes ist ungenutzt
  • Bis zu 50% der Modifikationen sind veraltet

Roadmap schafft Orientierung

Mit dem „Digital Enterprise“ als Zielzustand im Blick wird schnell offenbar, dass die Implementierung von SAP S/4HANA mehr ist als ein Upgrade oder eine Datenbank-Migration. Der Einsatz der SAP-Lösung basiert auf einer radikalen Vereinfachung der IT-Infrastruktur, die von den Unternehmen zunächst geschaffen werden muss. Diese Aufgabe erfordert Weitblick und wirft erst einmal die Frage auf: „Wo beginnen?“

Ist die Fähigkeit zur digitalen Innovation das alles überspannende Ziel, so muss der Ausgangspunkt jeder Umgestaltung eines Unternehmens bei seinen Herausforderungen durch die digitale Transformation liegen: Welche digitalen Ziele verfolgt das Unternehmen – und zwar sowohl im technischen wie im geschäftlichen Bereich? Nur wenn die Prozesse aller Unternehmensbereiche gleichermaßen in die Analyse einfließen, kann das „Digital Enterprise“ Realität werden. Innerhalb der IT ist die Unterscheidung zwischen Herausforderungen in der Infrastruktur und im IT-Betrieb sinnvoll, um sowohl systemrelevante wie auch service-relevante Aspekte im Blick zu haben (siehe Kunden-Beispiel unten).

2. Individuelle Analyse eines Beispiel-Kunden: Herausforderungen durch die digitale Transformation

Business

  • Neue Geschäftsfelder profitabler gestalten
  • „One Customer Relationship“ ermöglichen
  • Regionale Geschäftsprozesse standardisieren
  • Digitale Transformation langfristig beherrschen

System Landscape

  • Komplexe Systemlandschaften (Technologien, Konfigurationen…)
  • Komplexe systemübergreifende End-to-end-Prozesse
  • Umsetzen neuer Business-Anforderungen (Mobility, UI…)

IT Betrieb

  • IT Betrieb managen
  • TCO senken (IT-Landschaft, Implementierungen, Betrieb)
  • Standardisierung (Governance, Flexibilität, Komplexität reduzieren)

Die Analyse der digitalen Herausforderungen eines Unternehmens ist ein individuelles Pflichtenheft für die digitale Transformation. Die daraus resultierenden priorisierten Aktionsfelder ergeben eine Roadmap für den Transformationsprozess hin zu einer IT-Zielarchitektur in deren Mittelpunkt SAP S/4HANA als digitaler Kern steht.

Ob das Unternehmen eine Neu-Implementierung (Greenfield), eine System Conversion (Co-Implementierung in einem zentralen SAP S/4HANA System, Brownfield) oder die Transformation seiner IT-Landschaft (mit SAP S/4HANA als bestehendem System, Blackfield oder als Greenfield Ansatz) verfolgt, ist für den Beginn des Analyseprozesses unerheblich. Vielmehr kristallisiert sich während der Erstellung der Roadmap heraus, welcher Migrationspfad sich im konkreten Fall empfiehlt.

Wechsel-auf-SAP-S4HANA_GrafikErfahren Sie in Kürze im zweiten Teil unserer Serie, was es beim Migrationspfad System Conversion zu beachten. Erscheinungsdatum: 15.8.2016.

Weitere Informationen

  • Weitere Informationen bekommen Sie auch über unsere kostenlose Webseminarreihe.
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  • Die folgende Broschüre enthält die wichtigsten Informationen über den “Weg zu SAP S/4HANA“. Bitte klicken Sie auf das folgende Bild.Aufmacher-S4-Bröschüre

Titelbild: shutterstock

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