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SAP SME Summit 2015 in Frankfurt: SAP kann Mittelstand

Feature | 23. Oktober 2015 von Iris Nagel-Martin 0

Das Thema Digitalisierung kommt im Mittelstand an. Experten diskutieren heute die digitale Transformation auf dem SAP SME Summit 2015 in Frankfurt.

Bereits zum fünften Mal zeigen die Walldorfer heute auf dem europäischen SAP SME (Small and Misized Enterprises) Summit, dass sie die Anliegen der kleinen und mittelständischen Unternehmen verstehen. Realistische Geschäftsprobleme der SME und sowie die Unterstützung durch die SAP hierbei stehen dabei im Mittelpunkt der exklusiven Tagung im Hotel Steigenberger in Frankfurt. Die Digitalisierung als zentrales Thema beschäftigt Experten, Journalisten und Analysten aus neun Ländern.

Die Tagung startete mit einem Roundtable. Stefan Höchbauer, Präsident Region Middle & Eastern Europe (MEE) bei der SAP, gab mit Sergey Fedorinov, Chief Executive Officer bei Ulmart, größtem russischen Internethändler, die Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Handelsplattform bekannt. Die Plattform basiert auf SAP-Hybris-Komponenten und SAP ERP. Die St. Petersburger möchten mit der Walldorfer Technologie ihre Expansion weiter vorantreiben. Weil die IT eine Schlüsselrolle im Wettbewerb um Kunden und Regionen einnimmt, nutzen die Internethändler die SAP-Technologie als strategischen Vorteil, um damit ihren Vorsprung weiter auszubauen. Neben der E-Commerce-Plattform wird Ulmart zur Analyse seiner Daten SAP Netweaver Business Warehouse (BW) powered by SAP HANA implementieren. Außerdem soll SAP Contact Center (früher SAP Business Communications Management) das Call Centers unterstützen, wobei sich der Internethändler zukünftig noch stärker an den Kunden ausrichten und sie an sich binden möchte. „Das Call Center soll vor allem emotionale Kommunikation mit den Kunden ermöglichen, so dass sie uns vor ihrem nächsten Kauf kontaktieren können“, betont Fedorinov. In Russland sei reale Kommunikation ein wichtiger Verkaufsfaktor. „Neben einer Verfügbarkeit 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche ist nun auch eine Fern-Beratung möglich, um Kunden bei ihrer Auswahl zu helfen. Zudem trägt ihre Rückmeldung dazu bei, Service und Produktqualität zu verbessern.“

Höchbauer hob die Bedeutung des digitalen Markts anhand einiger Fakten hervor: Über 3,1 Milliarden Menschen nutzen das Internet weltweit. Über Online-Kanäle werden bis zum Jahr 2019 über 3,5 Billionen US Dollar umgesetzt. Die Besonderheiten des digitalen Wandels in Russland zeigte dann Ilya Yuriev auf, verantwortlich für SAP Global Partner Operations und Head der CIS Region. Der elektronische Handel ist der am schnellsten wachsende Markt in Russland. Besonders für den Mittelstand bieten sich hier zahlreiche Chancen, denn via Internet lassen sich Produkte und Dienstleistungen auf einfachem Weg vertreiben. SAP-Lösungen unterstützen diese Entwicklung mit industriebezogenen Lösungen wie SAP Retail oder SAP-Hybris-Lösungen bis hin zu Geschäftsapplikationen.

Podiumsdiskussion – kommt die Digitalisierung im Mittelstand an?

Dass SAP ihre kleinen und mittelständischen Kunden versteht, zeigte auch die folgende Podiumsdiskussion mit der Fragestellung, inwieweit sich die Digitalisierung im Mittelstand im Aufwind befindet. Höchbauer sprach zunächst über Rückmeldungen, die er von Kundenseite erhält: „Die SME fragen sich vor allem, wie sie als kleines Unternehmen in ihrem speziellen Segment bedeutsam bleiben können. Dann erst denken sie über die Änderungen ihrer Geschäftsprozesse oder Marketingstrategien nach.“ Dabei sei die Spannbreite innerhalb der SME riesig: von dem großen Ulmart bis hin zu dem kleinen, aber feinen Restaurant Sansibar auf Sylt, das dank der Digitalisierung nun auch die im Restaurant angebotenen Produkte via Internet verkauft. Die allgegenwärtige Vernetzung über alle Kanäle hinweg und Echtzeit-Informationen schaffen neue Geschäftsmöglichkeiten, aber eben durch ihre Komplexität auch neue Herausforderungen, bemerkte Höchbauer. Hier kann die SAP mit ihrem breit aufgestellten Technologie-Portfolio unterstützen und den Kunden helfen, bedeutsam zu bleiben.

Einen Überblick aus europäischer Sicht lieferte John Higgins, Director bei Digitaleurope, einer Vereinigung Europas digitaler Technologie-Industrien: Etwa, welche rechtlichen Rahmenbedingungen die kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der digitalen Transformation zu beachten haben. Immerhin bilden SME-Unternehmen die Basis der Europäischen Union, 99 Prozent aller Geschäfte werden über SMEs abgewickelt. Die Förderung des Mittelstandes würde also auch mehr Arbeitsplätze generieren und die europäische Wirtschaft stützen. Manche Städte sind ein gutes Beispiel für Digitalisierung – so etwa die irische Hauptstad Dublin. Wie weit die europäischen Unternehmen in der digitale Transformation sind, zeigt eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission.

Dr. Florian Kainzinger, ehemaliger Geschäftsführer von Labor Berlin, einer Zusammenführung der Labore der Charité und des Klinikkonzerns Vivantes, berichtet über die erfolgreiche Digitalisierung des Labors. Einen großen Beitrag leistete hierzu die Implementierung von SAP Business ByDesign und der HR-Lösung SAP SuccessFactors HCM in nur sechs Monaten. Als Start-up-Berater mit Fokus auf den Gesundheitsbereich vertritt er die Ansicht, dass digitale Transformation von oben verordnet werden müssen. Für gelungene Digitalisierungsprojekte benötigt man eine digitale Führung, so Kainzinger. Deshalb sei es wichtig, den CEO oder einen anderen Vorstand als Fürsprecher zu gewinnen.

Da Zweidrittel aller europäischen Arbeitnehmer im Mittelstand arbeiten, warf Norbert Kunz, Geschäftsführer bei Social Impact, einem Stipendienprogramm für Sozialunternehmen in der Gründungsphase, einen Blick auf den Arbeitsmarkt. In den Start-ups von Social Impact sitzen vor allem die so genannten Digital Natives. Laut Kunz sind digitale SMEs das Kernelement der zukünftigen Marktentwicklung. Seiner Meinung nach sollten kleine und mittelständische Unternehmen die Digitalisierung als Grundprinzip in ihrer Denkweise verankern. Aufgrund der zunehmenden Geschwindigkeit, mit der sich Nutzung der Technologien ändert – sei es Cloud, Mobile, Big oder Smart Data oder Geschäftsnetzwerke – sei es für Unternehmen extrem wichtig Schritt zu halten. Unternehmen sollten sich eine gewisse Start-up-Mentalität erhalten, um leidenschaftlich an dem Thema zu bleiben.

Mittelstand bildet breite Kundenbasis

Für die SAP hat der Mittelstand eine enorme Bedeutung: 80 Prozent der Kunden kommen aus dem SME-Bereich, zudem die Mehrheit der Internet-Kundschaft. Mehr als 13.300 Partner liefern weltweit das komplette Lösungsportfolio der SAP aus, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Mittelstandes. Das bedeutet, SMEs können zwischen verschiedenen Lösungen, Einsatzbereichen und Lizenzmodellen wählen. Einfache, kostengünstige Lösungen können in den SME schnell umgesetzt werden und werfen so rasch Gewinn ab. Da sich insgesamt der Zugang zu demokratischen Technologien vereinfacht hat, lassen sich auch neue Geschäftsmodelle einfacher umsetzen, die nötigen Investitionen reduzieren sich. So können auch kleine Firmen mit größeren konkurrieren.

Ganz in diesem Sinne hat SAP erst vor wenigen Tagen die Front-Office-Lösung SAP Anywhere auf den chinesischen Markt gebracht. Speziell auf kleine Unternehmen zwischen 10 bis 500 Mitarbeitern zugeschnitten, lassen sich damit Produkte und Dienstleistungen rund um E-Commerce einfach abwickeln.

Mit zahlreichen 1:1-Gespräche mit Experten sowie Demo Pods, in denen es vor allem um Cloud- und SAP-HANA-Lösungen speziell für den Mittelstand ging, schlossen den fünften SME Summit in Frankfurt. Der SAP SME Summit für Amerika, Kanada und Lateinamerika findet am 10. November in New York statt.

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Daneben hat die SAP kürzlich Folgendes hinsichtlich ihres Mittelstandsportfolios bekanntgegeben:

SAP und China Telecom bringen neu konzipierte Front-Office-Lösung in China auf den Markt

EIU-Studie über die Vernetzung auf allen Kanälen, gesponsert von SAP:
Hyperconnected Organisations – How businesses are adapting to the hyperconnected age

IDC-Studie über die Realisierung von Geschäftsvorteilen mit Cloud-Lösungen

 

Foto: SAP

 

 

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