SAP Solution Manager mit neuen Funktionen

Feature | 9. April 2008 von Dieter Krieger 0

Bisher war die Administration kein zentraler Bereich des SAP Solution Manager. Sein Funktionsumfang wurde jetzt um die Systemverwaltung erweitert: Damit wird die gesamte Administration aller Systeme unterstützt, die auf der Technologieplattform SAP NetWeaver basieren.

Systemverwaltung und Monitoring lassen sich nun über neue Register in der Navigationsleiste des SAP Solution Manager durchführen. Diese so genannten “Work Center” bündeln wichtige Funktionalitäten und bieten einen zentralen Einstiegspunkt und einheitlichen Zugriff auf alle Aufgaben eines Administrators.

Alle Work Center basieren auf Rollen. Einem Administrator können je nach Aufgabenspektrum mehrere Rollen zugeordnet sein. Jede Rolle gewährt Zugang zu einem bestimmten Work Center, zum Beispiel “Incident-Management”, “System-Monitoring” oder “System-Administration”.

Die Work Center gliedern sich in einen Navigations- und einen Arbeitsbereich. Hier stehen Arbeitsvorräte zur Verfügung, die mit einem Klick zentralen Zugriff auf häufige, aufgabenspezifische Aktivitäten bieten, wie etwa auf die Bearbeitung von automatischen Alarmen oder Störungsmeldungen.

Die Work Center im SAP Solution Manager basieren auf Web Dynpro ABAP. Administrationsaufgaben sind daher auch über einen Web-Browser zugänglich. Alternativ dazu können die Work Center über SAP GUI mit dem Transaktionscode “solman_workcenter” aufgerufen werden.

Alerting, Monitoring und Reporting auf einen Blick

Das Work Center “System-Monitoring” bietet eine Übersicht der Systemlandschaft und ermöglicht eine zentrale Überwachung aller SAP-Softwarekomponenten. Symbole zeigen die Verfügbarkeit der Systeme und ihrer einzelnen Instanzen an. Außerdem wird der Service-Status der jeweiligen Instanzen dargestellt.

Dieses proaktive Monitoring basiert auf vordefinierten Schwellenwerten für Kennzahlen wie Verfügbarkeit, Dialogantwortzeiten und CPU-Auslastung. Ebenfalls angezeigt werden Informationen zur Architektur – ABAP oder Java – sowie Installationsnummer, Systemtyp, Produktversion und Lösung.

Das Work Center enthält außerdem komponentenspezifische Links zu gängigen Administrations- und Monitoring-Werkzeugen. Dazu zählt die Diagnosefunktionalität des SAP Solution Manager zur Root-Cause-Analyse von ABAP- wie auch Java-Komponenten einer SAP NetWeaver-Plattform.

Die “Alert Inbox” enthält Warnmeldungen mit Kennzahlen, die aus allen Systemen und Lösungen stammen, angeordnet nach Dringlichkeitsstatus. Zu den einzelnen Warnmeldungen lassen sich Details, Historie und Dokumentation anzeigen. Zur Analyse kann direkt zu dem betroffenen System navigiert werden, wobei eine vordefinierte Analysemethode wie beispielsweise die Prozessübersicht automatisch aufgerufen wird. Über das Reporting ist es darüber hinaus möglich, eine kritische Situation in einem System in einem größeren zeitlichen Rahmen zu untersuchen.

Daneben kann auch der Status aller externen RFC-Verbindungen und solcher zwischen dem SAP Solution Manager und einem RFC-Client überwacht werden. Zu den angezeigten Details gehören der Verbindungstyp (“Read”, “Write” und “Trusted”), das Zielsystem und der Mandant. Mögliche Filterkriterien sind eigene Jobs, System, Mandant, Jobname sowie Präfixe und Statuskennzeichen wie “Bereit”, “Abgebrochen” oder “Fertig”. Eine Filterung nach besonders kritischen Jobs wird ebenso unterstützt.

Ein Reporting für Systeme und Lösungen wird je nach Typ in verschiedenen Ausprägungen angeboten. So gibt es Reports zu SAP EarlyWatch Alerts, zur IT-Performance, zum Nachweis von Service-Levels und zur Systemverfügbarkeit. Relevant für das Reporting sind je nach Typ verschiedene Kennzahlen wie die Verfügbarkeit von Systemen und Instanzen, Dialogantwortzeiten, die CPU-Auslastung, die Dateisystemnutzung und das Datenbankwachstum. Die Konfiguration der verschieden Monitoring- und Reporting-Funktionen wird durch Assistenten unterstützt.

Gebündelte Administrationswerkzeuge

Das Work Center “System-Administration” bündelt alle administrativen Aufgaben in einem Register. Enthalten ist auch die lokale Benutzer- und Rollenverwaltung für alle Komponenten. Symbole zeigen den allgemeinen Status der ausgewählten Lösungen an, dazu die Anzahl der offenen Aufgaben.

Die Filterung nach anstehenden Aktivitäten kann der Effizienz dienen. Für jedes ausgewählte System werden Links zu ABAP- und Java-Administrationswerkzeugen wie etwa einem Log Viewer angeboten, außerdem zu Werkzeugen für die Datenarchivierung, die Instanzverwaltung sowie die Datenbankadministration und die Druckausgabesteuerung. Java-Komponenten oder -Systeme können über einen Link zum SAP NetWeaver Administrator gestartet und gestoppt werden.

Das Spektrum der Administrationsfunktionen wird über zugewiesene Rollen bestimmt. Standardrollen lassen sich bei Bedarf anpassen. Rollen enthalten eine Auswahl von Berechtigungen, die über die Rollenverwaltung eingeschränkt oder erweitert werden kann. Durch den rollenbasierten Ansatz der Work Center und die Bündelung von Werkzeugen und Inhalten erhalten Administratoren einen leichten Zugang zu allen Aufgaben und Informationen, die für ihre Arbeit relevant sind.

Auch eine Personalisierung wird unterstützt: Anwender können ihre eigenen Abfragen definieren, indem sie Kriterien für die Anzeige von Inhalten und Einstellungen angeben. Solche personalisierten Sichten können dauerhaft gespeichert und als Standardsicht gewählt werden. Assistenten unterstützen diese Konfiguration.

Aufgrund der Bündelung von Informationen im Work Center können Administratoren leichter Zusammenhänge erkennen und potenzielle Synergien nutzen. Die Arbeit eines Administrators wird damit effizienter gestaltet. So lassen sich auch die Gesamtbetriebskosten senken.

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